Welche Arten von Hybrid Autos gibt es? Der komplette Guide

Chien Nguyen Van 07/01/2026

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    Drei Arten von Hybrid Autos dominieren den Markt: Mild-Hybrid (MHEV), Voll-Hybrid (HEV/FHEV) und Plug-in-Hybrid (PHEV)[1]. Der entscheidende Unterschied liegt in der Batteriegröße, der elektrischen Reichweite und der Frage, ob Sie das Auto an die Steckdose hängen müssen. Voll-Hybride und Mild-Hybride laden sich beim Fahren selbst auf – Plug-in-Hybride nicht[2]. Für die 0,5-Prozent-Dienstwagenregelung qualifizieren sich nur PHEVs mit mindestens 80 km elektrischer Reichweite.

    Die drei Hybrid-Arten im Detail

    Hybrid-Autos kombinieren einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und können zwischen beiden wechseln[1]. Wie viel der Elektromotor tatsächlich beiträgt, hängt vom Hybrid-Typ ab. Die Unterschiede sind erheblich – sowohl beim Verbrauch als auch beim Preis und der Alltagstauglichkeit.

    Hybrid-TypRein elektrisch fahren?Extern laden?E-ReichweiteKraftstoffersparnisPreis-Aufschlag
    Mild-Hybrid (MHEV)NeinNein0 km10–15%ca. 1.000 €
    Voll-Hybrid (HEV)Ja, kurzNein2–5 km15–25%ca. 2.000 €
    Plug-in-Hybrid (PHEV)Ja, langJa40–120 kmbis 70%3.000–8.000 €

    Mild-Hybrid – der dezente Helfer

    Mild-Hybride packen einen kleinen 48-Volt-Elektromotor unter die Haube, der den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt[3]. Rein elektrisch fahren? Unmöglich. Der E-Motor ist dafür schlicht zu schwach.

    Was Sie bekommen: Eine Kraftstoffersparnis von etwa 10–15 Prozent, besonders im Stadtverkehr[1]. Die Energie stammt aus der Rekuperation beim Bremsen – der Motor lädt die kleine Batterie automatisch wieder auf. Kein Stecker, kein Laden, keine Umstellung im Alltag.

    Typische Mild-Hybride: Audi A4 45 TFSI, BMW 520i, Mercedes C 200, Seat Leon 1.5 eTSI. Fast alle deutschen Hersteller setzen inzwischen bei vielen Benzinern auf diese Technik.

    Voll-Hybrid – kurze Strecken elektrisch

    Voll-Hybride (HEV oder FHEV) gehen einen Schritt weiter. Der stärkere Elektromotor und die größere Batterie ermöglichen kurze Strecken im reinen Elektrobetrieb – typischerweise 2 bis 5 Kilometer[4].

    Hier ist die Sache: Diese Hybride laden sich komplett selbst auf. Die Batterie füllt sich durch Rekuperation beim Bremsen und durch den Benzinmotor[2]. Toyota nennt das „Self-Charging Hybrid” – etwas irreführend, weil die Energie natürlich aus dem Benzin stammt.

    Der echte Vorteil liegt im Stadtverkehr. Bei Stop-and-Go-Fahrten fährt der Wagen oft elektrisch an und nutzt den Verbrenner erst bei höheren Geschwindigkeiten. Der Toyota Yaris Hybrid kommt so auf nur 3,8 Liter im Schnitt[5].

    Beliebte Voll-Hybride: Toyota Yaris Hybrid, Toyota Corolla Hybrid, Honda Jazz e, Hyundai Tucson Hybrid, Kia Niro Hybrid, Lexus UX 250h.

    Plug-in-Hybrid – das volle Programm

    Plug-in-Hybride (PHEV) packen die größten Batterien ein und müssen dafür extern geladen werden[1]. Elektrische Reichweiten von 40 bis 120 Kilometern sind Standard – aktuelle Modelle wie der VW Passat eHybrid schaffen sogar 122 km rein elektrisch[6].

    Was das für den Alltag bedeutet: Pendler, die täglich unter 50 km fahren und zu Hause laden können, fahren praktisch wie mit einem Elektroauto. Der Verbrenner springt nur bei längeren Strecken oder leerer Batterie ein.

    Aber warten Sie – es gibt einen Haken. Wer seinen Plug-in nie lädt, schleppt nur 150 bis 200 Kilogramm Batteriegewicht spazieren und verbraucht mehr als ein normaler Benziner[3]. Die ADAC-Tests zeigen: Ohne regelmäßiges Laden ist ein PHEV wirtschaftlich unsinnig.

    Welche Hybrid Autos laden sich selbst auf?

    Voll-Hybride und Mild-Hybride laden sich während der Fahrt selbst auf – durch Rekuperation und den Verbrennungsmotor[2]. Sie brauchen keine Steckdose und keine Wallbox. Das macht sie ideal für alle, die keine Lademöglichkeit haben.

    Was das Datenblatt nicht verrät: Auch Plug-in-Hybride rekuperieren Energie, aber die kleine zurückgewonnene Menge reicht nicht annähernd für die große Batterie. Ohne externes Laden bleibt der Akku nach wenigen Kilometern leer.

    Wer also ein „Hybrid ohne Stecker” sucht, greift zu:

    • Honda Jazz e – 4,3 Liter Verbrauch, lädt sich selbst
    • Toyota Yaris Hybrid – 3,8 Liter, Segment-Bestwert
    • Hyundai Tucson Hybrid – SUV mit 230 PS und Selbstladung
    • Toyota Corolla Hybrid – beliebter Kompakter
    • Kia Niro Hybrid – praktisch und sparsam

    Alle diese Modelle funktionieren exakt wie klassische Verbrenner, verbrauchen aber deutlich weniger[2].

    Welche Hybrid Autos bekommen ein E-Kennzeichen?

    Das E-Kennzeichen mit dem „E” am Ende gibt Vorteile wie kostenloses Parken oder Zugang zu Umweltzonen[7]. Aber nicht jeder Hybrid qualifiziert sich dafür.

    Voraussetzungen für das E-Kennzeichen

    KriteriumAnforderung 2026
    FahrzeugtypNur extern aufladbare PHEVs (kein MHEV, kein HEV)
    CO₂-AusstoßMax. 50 g/km ODER
    E-Reichweite (ab 2025)Mind. 80 km rein elektrisch

    Mild-Hybride und Voll-Hybride bekommen kein E-Kennzeichen – sie gelten als normale Verbrenner[8]. Nur Plug-in-Hybride, die eine der beiden Bedingungen erfüllen, erhalten das „E”.

    Ältere Regelungen: Vor dem 1. Januar 2018 zugelassene Fahrzeuge brauchten nur 30 km E-Reichweite, bis Ende 2024 reichten 40 km[9]. Seit 2025 gilt die 80-km-Grenze für Neufahrzeuge.

    Steuervorteile: Welche Hybride erkennt das Finanzamt an?

    Die 0,5-Prozent-Dienstwagenregelung für Hybride gilt nur für Plug-in-Hybride mit mindestens 80 km elektrischer Reichweite oder maximal 50 g CO₂/km[6]. Mild-Hybride und Voll-Hybride werden steuerlich wie normale Verbrenner behandelt.

    Was das für Ihre Steuerlast bedeutet: Ein PHEV-Firmenwagen mit 60.000 Euro Listenpreis spart bei der 0,5-Prozent-Regelung gegenüber der 1-Prozent-Regelung etwa 1.500 Euro Steuern pro Jahr.

    Hybrid Autos nach Marke

    Mercedes Hybrid-Modelle

    Mercedes setzt bei PHEVs auf große Batterien. Die aktuellen Modelle im Überblick[6]:

    ModellTypE-ReichweitePreis ab
    Mercedes A 250 ePHEV70 km44.500 €
    Mercedes C 300 ePHEV113 km61.900 €
    Mercedes E 300 ePHEV117 km68.450 €
    Mercedes GLC 300 ePHEV120 km67.300 €
    Mercedes GLC 300 dePHEV (Diesel)110 km68.000 €
    Mercedes S 580 ePHEV117 km114.150 €

    Der GLC 300 de ist einer der wenigen Diesel-Plug-in-Hybride auf dem Markt – interessant für Vielfahrer mit Lademöglichkeit.

    Audi Hybrid-Modelle

    Audi packt unter das Label „TFSI e” seine Plug-in-Hybride:

    ModellTypE-ReichweitePreis ab
    Audi A3 Sportback 40 TFSI ePHEV63 km44.700 €
    Audi A5 55 TFSI ePHEV110 kmca. 57.000 €
    Audi A6 55 TFSI ePHEV100 kmca. 72.000 €
    Audi Q5 55 TFSI ePHEV65 km59.000 €
    Audi Q7 60 TFSI ePHEV73 km82.500 €

    Achtung: Nicht alle Audi-PHEVs erreichen die 80-km-Grenze für die 0,5-Prozent-Regelung. Der A3 mit 63 km und der Q5 mit 65 km qualifizieren sich nicht mehr für Neubestellungen ab 2025[6].

    Welches Hybrid Auto passt zu mir?

    Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: Lademöglichkeit, Fahrprofil und Budget.

    Wählen Sie einen Vollhybrid, wenn:

    • Keine Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz existiert
    • Sie hauptsächlich Stadt und Kurzstrecke fahren
    • Sie ein unkompliziertes Fahrerlebnis ohne Ladestress wollen
    • Das Budget begrenzt ist (unter 30.000 Euro möglich)

    Wählen Sie einen Plug-in-Hybrid, wenn:

    • Sie zu Hause oder am Arbeitsplatz laden können
    • Tägliche Strecken unter 80 km liegen
    • Der Firmenwagen-Steuervorteil relevant ist
    • Einfahrt in Umweltzonen wichtig ist

    Wählen Sie einen Mild-Hybrid, wenn:

    • Sie nur eine kleine Ersparnis ohne Umstellung wollen
    • Der gewünschte Motor nur als MHEV verfügbar ist
    • Preis wichtiger als Effizienz ist

    Bei den verschiedenen Antriebsarten bieten Hybride einen guten Kompromiss zwischen Elektromobilität und Reichweite. Wer sich unsicher ist, welches Hybrid-Modell sich wirklich lohnt, sollte das eigene Fahrprofil genau analysieren.

    Wichtigste Erkenntnisse

    • Drei Hybrid-Arten: Mild-Hybrid (keine E-Fahrt), Voll-Hybrid (kurze E-Strecken), Plug-in-Hybrid (40–120 km E-Reichweite)[1]
    • Selbstladend ohne Stecker: Nur Voll-Hybride und Mild-Hybride – sie rekuperieren beim Bremsen und laden über den Verbrenner[2]
    • E-Kennzeichen ab 2025: Nur PHEVs mit mind. 80 km E-Reichweite oder max. 50 g CO₂/km[9]
    • 0,5-Prozent-Regelung: Gilt nur für qualifizierte PHEVs – Mild- und Voll-Hybride werden mit 1% versteuert[6]
    • Top-Vollhybrid: Toyota Yaris Hybrid mit nur 3,8 Litern im Schnitt – lädt sich selbst[5]
    • Ohne Laden unsinnig: PHEVs verbrauchen ohne externes Laden mehr als vergleichbare Benziner[3]

    Häufige Fragen (FAQs)

    Welches Hybrid Auto lädt sich selbst auf?

    Voll-Hybride wie der Toyota Yaris Hybrid, Honda Jazz e und Hyundai Tucson Hybrid laden sich komplett selbst auf[2]. Die Energie stammt aus der Rekuperation beim Bremsen und vom Verbrennungsmotor. Sie brauchen weder Steckdose noch Wallbox. Plug-in-Hybride rekuperieren zwar auch, benötigen aber externes Laden für die große Batterie.

    Kann ein Plug-in-Hybrid auch ohne Laden gefahren werden?

    Technisch ja. Ein PHEV funktioniert auch mit leerer Batterie – der Verbrenner übernimmt dann komplett[10]. Wirtschaftlich macht das aber keinen Sinn: Das Batteriegewicht von 150–200 kg erhöht den Verbrauch gegenüber einem normalen Benziner. Wer nie lädt, wählt besser einen Vollhybrid.

    Welches Hybrid Auto kann 2000 kg ziehen?

    Viele Plug-in-Hybrid-SUVs schaffen hohe Anhängelasten. Der BMW X5 xDrive50e zieht gebremst 2.700 kg, der Mercedes GLE 350 de schafft 2.400 kg. Bei den Vollhybriden erreicht der Hyundai Santa Fe Hybrid 2.500 kg. Kleinere Hybride wie der Toyota Yaris schaffen dagegen nur 450–750 kg.

    Was ist der günstigste Hybrid?

    Der Dacia Jogger Hybrid startet bei etwa 20.990 Euro als günstigster Vollhybrid in Deutschland. Bei den Plug-in-Hybriden beginnt der MG HS PHEV bei 39.990 Euro mit 100 km E-Reichweite[6]. Der Honda Jazz e liegt bei 27.900 Euro und gilt als einer der sparsamsten Kompakten.

    Welches Hybrid Auto hat die größte elektrische Reichweite?

    Der VW Passat Variant eHybrid schafft 122 km nach ADAC-Messung – Spitzenwert bei den PHEVs[6]. Mercedes E 300 e und S 580 e erreichen jeweils 117 km. Bei Vollhybriden ist die elektrische Reichweite konstruktionsbedingt auf wenige Kilometer begrenzt – sie fahren maximal 2–5 km rein elektrisch.

    Quellen

    1. MeinAuto.de. (2023). Plug-in-Hybrid, Vollhybrid, Mild-Hybrid – Unterschiede und Gemeinsamkeiten. https://www.meinauto.de/lp/ratgeber/plug-in-hybrid-vollhybrid-mild-hybrid-unterschiede-und-gemeinsamkeiten
    2. Toyota Österreich. (2025). Hybridautos: Elektrisches Fahren ohne Laden. https://www.toyota.at/service/ratgeber/elektrisch-fahren-ohne-laden
    3. Smaveo. (2025). Mild-Hybrid, Voll-Hybrid und Plug-in-Hybrid: Worin liegen die Unterschiede?
      Mild-Hybrid, Voll-Hybrid und Plug-in-Hybrid: Worin liegen die Unterschiede?
    4. Zweispurig.at. (2025). Mild-, Voll-, Plug-In-Hybrid: Ein Technologievergleich. https://www.zweispurig.at/ratgeber/mild-voll-plug-in-hybrid-unterschiede
    5. Autohero. (2025). Beste Hybrid Autos 2025: Unsere Top 10. https://www.autohero.com/de/beratung/entscheiden/beste-autos/hybrid/
    6. ADAC. (2025). Plug-in-Hybrid-Autos: Modelle, Reichweiten, Kosten. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/marken-modelle/auto/plug-in-hybrid/
    7. Cardino.de. (2025). E-Kennzeichen Deutschland. https://www.cardino.de/blog-posts/e-kennzeichen-in-deutschland
    8. eMobility Magazin. (2024). E-Kennzeichen Vorteile und Pflichten. https://emobility-magazin.com/gesetze/e-kennzeichen/
    9. Admiral Direkt. (2024). E-Kennzeichen beantragen: Vorteile & Tipps. https://www.admiraldirekt.de/kfz-ratgeber/e-kennzeichen.xhtml
    10. IstEsHaltbar.de. (2020). Kann man einen Plug-in-Hybrid an der Steckdose laden? https://www.isteshaltbar.de/frage-und-antwort/kann-man-einen-plug-in-hybrid-an-der-steckdose-laden-1

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