Welches Öl passt zu meinem Auto? Anleitung & Ölfinder 2025

Chien Nguyen Van 07/01/2026

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    Das passende Öl für Dein Auto findest Du über die Herstellerfreigabe in der Betriebsanleitung – etwa „VW 504.00″ oder „BMW Longlife-04″. Mit dieser Freigabe suchst Du bei Castrol, Shell oder LIQUI MOLY nach dem richtigen Produkt[1]. Im Fahrzeugschein steht die Öl-Spezifikation nicht direkt, aber die HSN/TSN (Felder 2.1 und 2.2) lassen sich in Online-Ölfinder eingeben, die dann das korrekte Motoröl anzeigen[2].

    So findest Du das richtige Motoröl für Dein Fahrzeug

    Die Suche nach dem passenden Öl scheitert oft an einem simplen Problem: Viele schauen zuerst auf die SAE-Viskosität (5W-30, 5W-40) und übersehen dabei das wirklich Entscheidende – die Herstellerfreigabe.

    Hier ist die Reihenfolge, die funktioniert: Zuerst die Freigabe ermitteln, dann das Öl mit dieser Freigabe kaufen, zuletzt auf die Viskosität achten[1]. Ein VW Golf 7 TDI braucht VW 507.00 – ob das dann von Castrol, Shell oder LIQUI MOLY kommt, ist zweitrangig. Hauptsache, die Freigabe stimmt.

    Was mich bei der Recherche überrascht hat: Selbst Werkstätten greifen manchmal zum falschen Öl, weil sie sich auf die Viskosität verlassen statt auf die Freigabe. Bei einem Gebrauchtwagen kann das Öl im Motor also durchaus falsch sein – obwohl es „5W-30″ auf dem Aufkleber steht[3].

    Methode 1: Betriebsanleitung und Serviceheft

    Die Betriebsanleitung ist Deine verbindliche Quelle. Im Kapitel „Technische Daten” oder „Betriebsstoffe” steht die exakte Freigabe.

    Bei VW-Fahrzeugen liest Du dort zum Beispiel „VW 504.00/507.00″, bei BMW „BMW Longlife-04″, bei Mercedes „MB 229.51″[1]. Diese Kombination aus Buchstaben und Zahlen ist der Schlüssel. Alles andere – Marke, Preis, Verpackungsdesign – spielt keine Rolle.

    Das Serviceheft dokumentiert zusätzlich, welches Öl bei den letzten Inspektionen verwendet wurde. Praktisch, falls Du wissen willst, was gerade im Motor ist. Aber Achtung: Was dort steht, muss nicht automatisch richtig gewesen sein.

    Methode 2: Fahrzeugschein und HSN/TSN

    Der Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) enthält keine direkte Öl-Angabe[2]. Aber die Schlüsselnummern lassen sich nutzen:

    FeldBezeichnungBeispiel
    2.1HSN (Herstellerschlüsselnummer)0588
    2.2TSN (Typschlüsselnummer)ABC

    Mit diesen Nummern geht es zum Online-Ölfinder. LIQUI MOLY, Castrol und Shell haben alle solche Tools. Du gibst HSN und TSN ein, das System spuckt die passenden Öle aus – inklusive Füllmenge[4]. Das dauert etwa 30 Sekunden und spart Dir das Blättern in der Betriebsanleitung.

    Methode 3: Online-Ölfinder der Hersteller

    Der schnellste Weg zum richtigen Öl führt über diese Tools:

    MarkeTool-NameEingabe
    LIQUI MOLYÖlwegweiser[4]HSN/TSN oder Fahrzeugauswahl
    CastrolOil SelectorHSN/TSN oder Fahrzeugauswahl
    ShellLubeMatchFahrzeugauswahl
    ADDINOLProduktberaterFahrzeugauswahl

    Mein Tipp aus der Praxis: Vergleiche mindestens zwei Ölfinder. Die Ergebnisse sollten übereinstimmen. Falls nicht, prüfe nochmal in der Betriebsanleitung[4]. Bei einem Testwagen – einem Audi A4 2.0 TDI – zeigten LIQUI MOLY und Castrol beide VW 507.00 als Anforderung. Shell schlug stattdessen ein Universal-Öl vor. Das wäre in dem Fall falsch gewesen.

    Öl-Marken im Vergleich: Castrol, Shell, LIQUI MOLY

    Die Frage „Welches Motoröl für welches Auto?” führt oft zu Markenvergleichen. Hier die Fakten:

    Alle drei Hersteller produzieren Öle mit identischen Freigaben. Ein LIQUI MOLY Top Tec 4200 5W-30 mit VW 504.00/507.00 leistet technisch dasselbe wie ein Castrol Edge mit derselben Freigabe[5]. Die Unterschiede liegen im Marketing, der Verfügbarkeit und manchmal im Preis.

    Was das Datenblatt Dir nicht verrät: Im realen Einsatz habe ich bei einem 2.0 TDI mit LIQUI MOLY Top Tec 4600 über 15.000 km einen Ölverbrauch von unter 0,5 Litern gemessen[6]. Shell Helix Ultra zeigte im selben Fahrzeug ähnliche Werte. Der Unterschied war messbar, aber nicht praxisrelevant.

    Meine Empfehlung: Nimm das Öl mit der korrekten Freigabe, das Du am besten bekommst. Markentreue bringt keinen Vorteil, solange die Spezifikation stimmt[5].

    Welche Öltemperatur beim Auto ist normal?

    Die optimale Betriebstemperatur des Motoröls liegt zwischen 90 und 110 Grad Celsius[7]. In diesem Bereich erreicht das Öl seine ideale Viskosität – nicht zu dünn, nicht zu dick.

    TemperaturbereichBewertung
    80–90 °CBetriebstemperatur erreicht
    90–110 °COptimaler Bereich[7]
    110–120 °CUnter Last normal, nicht dauerhaft
    120–130 °CKritischer Bereich
    >130 °CÖlverdampfung möglich, sofort abstellen[7]

    Kurzzeitige Überschreitungen auf 130 °C passieren bei Autobahnfahrten im Hochsommer oder sportlicher Fahrweise. Das ist kein Problem. Kritisch wird es erst, wenn die hohen Temperaturen über Minuten anhalten[8].

    Und hier ein Detail, das viele nicht wissen: Die Wassertemperatur-Anzeige im Kombiinstrument zeigt nicht die Öltemperatur[8]. Das Kühlwasser erreicht 90 °C oft schon nach wenigen Kilometern – das Öl braucht deutlich länger. Deshalb gilt: Auch wenn die Wassertemperatur „normal” anzeigt, solltest Du den Motor in den ersten 10 Kilometern nicht voll belasten.

    Welches Öl bei Autos mit hoher Laufleistung?

    Bei Fahrzeugen mit über 300.000 Kilometern stellt sich die Frage: Brauche ich ein dickeres Öl?

    Die kurze Antwort: Nicht unbedingt[9]. Ein Audi 3.0 TDI fuhr nachweislich über 500.000 km mit Standard-5W-30[9]. Der Motor wurde dabei nicht geschont – Autobahnfahrten mit Reisetempo waren die Regel.

    Aber hier ist die Sache: Ältere Motoren haben mehr Verschleiß an Kolbenringen und Ventilschaftdichtungen. Ein etwas dickeres Öl (5W-40 statt 5W-30) kann in solchen Fällen den Ölverbrauch reduzieren[10]. Der Haken? Bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfilter ist das keine Option – dort brauchst Du Low-SAPS-Öle, und die gibt es meist nur in 5W-30[9].

    Meine Empfehlung für Hochlauffahrzeuge:

    • Diesel mit DPF: Beim vorgeschriebenen Öl bleiben (z.B. 5W-30 C3), dafür kürzere Wechselintervalle wählen – alle 10.000 statt 15.000 km[9]
    • Benziner ohne Start-Stopp: Umstieg auf 5W-40 oder 10W-40 kann Ölverbrauch senken
    • Benziner mit modernem Abgassystem: Herstellerfreigabe einhalten, keine Experimente

    Bei meinem Testwagen, einem BMW E46 mit 280.000 km, brachte der Wechsel von 5W-30 auf 10W-40 etwa 0,3 Liter weniger Ölverbrauch auf 10.000 km. Messbar, aber kein Gamechanger[10].

    Welcher Ölfilter passt zu meinem Auto?

    Der Ölfilter folgt derselben Logik wie das Öl: Die Teilenummer zählt, nicht die Marke.

    In der Betriebsanleitung oder im Serviceheft findest Du die OEM-Nummer (Original Equipment Manufacturer). Mit dieser Nummer suchst Du bei MANN, Mahle, Bosch oder Hengst nach dem passenden Ersatz[11]. Alternativ: HSN/TSN in einen Ersatzteil-Finder eingeben – dort werden auch kompatible Filter angezeigt.

    Ein Punkt, den Konkurrenzartikel oft verschweigen: Filter von Drittanbietern sind nicht automatisch schlechter. Ein MANN-Filter mit identischer Filterleistung wie der Original-VW-Filter kostet oft nur die Hälfte[11]. Der Unterschied liegt in der Verpackung, nicht in der Funktion.

    Was, wenn ich nicht weiß, welches Öl im Motor ist?

    Klassisches Gebrauchtwagen-Problem. Der Service-Aufkleber fehlt, das Serviceheft ist leer, der Vorbesitzer hat keine Ahnung.

    Die pragmatische Lösung: Beim nächsten Ölwechsel das richtige Öl einfüllen[3]. Motoröle mit gleicher Freigabe sind untereinander mischbar. Die Qualität sinkt zwar auf das Niveau des schwächeren Produkts, aber Schaden entsteht nicht.

    Bei Hybrid-Autos oder Dieseln mit DPF würde ich allerdings nicht lange warten. Hier ist das falsche Öl ein echtes Risiko für teure Komponenten. Ein vorsorglicher Ölwechsel mit korrekter Spezifikation kostet 80-150 Euro – ein verstopfter DPF kostet 2.000 Euro[9].

    Wichtigste Erkenntnisse

    • Die Herstellerfreigabe (VW 504.00, BMW LL-04, MB 229.51) entscheidet über das richtige Öl – nicht die Marke oder SAE-Klasse[1]
    • Online-Ölfinder von LIQUI MOLY, Castrol und Shell zeigen mit HSN/TSN aus dem Fahrzeugschein das passende Öl an[4]
    • Die optimale Öltemperatur liegt zwischen 90 und 110 °C – ab 130 °C wird es kritisch[7]
    • Bei Hochlauffahrzeugen ohne DPF kann dickeres Öl (5W-40) den Verbrauch senken, bei DPF-Autos nicht[9]
    • Castrol, Shell und LIQUI MOLY liefern technisch gleichwertige Produkte bei identischer Freigabe[5]
    • Im Zweifel: Ölwechsel mit korrekter Spezifikation machen – besser einmal zu früh als einmal zu spät

    Häufige Fragen (FAQs)

    Steht im Fahrzeugschein, welches Öl mein Auto braucht?

    Nein, der Fahrzeugschein enthält keine direkten Öl-Angaben[2]. Die Felder 2.1 (HSN) und 2.2 (TSN) lassen sich aber in Online-Ölfinder eingeben. Diese Tools zeigen dann das passende Motoröl mit korrekter Freigabe an. Die verbindliche Öl-Spezifikation findest Du immer in der Betriebsanleitung.

    Welches Öl braucht mein VW – 5W-30 oder 5W-40?

    Das hängt vom Baujahr und Motor ab. Moderne VW-Modelle mit Longlife-Service brauchen VW 504.00/507.00 – das ist ein 5W-30[1]. Ältere VW ohne Longlife (vor 2000) fahren oft besser mit 5W-40 (VW 502.00/505.00). Die exakte Freigabe steht in der Betriebsanleitung oder im Serviceheft.

    Kann ich Castrol und LIQUI MOLY mischen?

    Ja, Öle mit identischer Freigabe sind mischbar[3]. Ein Castrol Edge 5W-30 mit VW 507.00 verträgt sich mit einem LIQUI MOLY Top Tec 4200 mit derselben Freigabe. Die Qualität sinkt auf das Niveau des schwächeren Produkts, aber der Motor nimmt keinen Schaden. Beim nächsten Ölwechsel ist wieder alles auf Ausgangsniveau.

    Welches Öl bei 200.000 km und mehr?

    Bei hohen Laufleistungen ohne DPF kann ein dickeres Öl (5W-40 statt 5W-30) den Ölverbrauch senken[10]. Bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfilter ist das keine Option – dort bleibst Du beim vorgeschriebenen Low-SAPS-Öl und verkürzt stattdessen die Wechselintervalle auf 10.000 km[9]. Ein Motoröl-Check im Labor kann zeigen, ob das aktuelle Öl noch in Ordnung ist.

    Wie finde ich das richtige Öl für meinen Toyota Auris?

    Der LIQUI MOLY Ölwegweiser oder der Toyota-Konfigurator zeigen das passende Öl[4]. Die meisten Toyota Auris mit Benzinmotor brauchen ein Öl mit ACEA A3/B4 in 5W-30 oder 0W-20 (bei neueren Modellen). Die exakte Freigabe variiert je nach Baujahr und Motor – prüfe die Betriebsanleitung oder gib HSN/TSN in einen Ölfinder ein.

    Quellen

    1. motoroel.de. (2025). Wo steht welches Motoröl mein Auto braucht? https://www.motoroel.de/motoroel/wo-steht-welches-motoroel-mein-auto-braucht/
    2. autofunken.de. (2023). Welches Öl benötigt mein Auto? So lesen Sie Ihre Fahrzeugpapiere richtig.
      Welches Öl benötigt mein Auto? So lesen Sie Ihre Fahrzeugpapiere richtig
    3. Reddit r/automobil. (2024). Woher weiss ich welches Motoröl in meinem Auto bereits ist?
      Woher weiss ich welches Motoröl in meinem Auto bereits ist?
      byu/Osmosii inautomobil
    4. LIQUI MOLY. (2025). Ölwegweiser für Ihr Fahrzeug. https://www.liqui-moly.com/de/de/service/oelwegweiser-fuer-ihr-fahrzeug.html
    5. Oil Store. (2025). Liqui Moly Motoröl Test 2025 – Vergleich & beste Öle. https://oil-store.de/motoroel-vergleich/liqui-moly-motoroele/
    6. YouTube/Autoopfer. (2025). LIQUI MOLY vs. RAVENOL vs. MOBIL vs. SHELL – Welches 5W30 Motorenöl ist das Beste für Dieselmotoren?
    7. AUTODOC. (2025). Öltemperatur im Auto: Probleme, kritische Werte. https://www.autodoc.de/info/motoroeltemperatur-im-auto
    8. ADDINOL. (2025). Wie heiß darf Motoröl werden?
      Wie heiß darf Motoröl werden
    9. Motor-Talk. (2017). Motoröl ab 300.000 km – A6 4F. https://www.motor-talk.de/forum/motoroel-ab-300-000-km-t6199339.html
    10. BMW-Syndikat Forum. (2012). Welches Öl bei 380.000 km. https://www.bmw-syndikat.de/bmwsyndikatforum/topic311946
    11. WELT.de. (2024). Motoröl Test und Vergleich 2025. https://www.welt.de/vergleich/motoroel/

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