Welches Motoröl für welches Auto? Tabelle & Anleitung

Chien Nguyen Van 07/01/2026

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    Welches Motoröl für Dein Auto richtig ist, steht im Serviceheft oder der Betriebsanleitung – nicht im Fahrzeugschein[1]. Dort findest Du die Herstellerfreigabe wie „VW 504.00″, „BMW Longlife-04″ oder „MB 229.51″. Diese Freigabe ist verbindlich. Willst Du wissen, welches Öl aktuell im Motor ist, schau auf den Service-Aufkleber im Motorraum oder Türrahmen – dort notiert die Werkstatt beim Ölwechsel Marke und Spezifikation[2].

    Motoröl-Tabelle nach Herstellerfreigaben

    Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Herstellerfreigaben und ihre Anwendungsgebiete. Diese Freigaben sind das ausschlaggebende Kriterium bei der Ölwahl – nicht die Marke oder der Preis[3].

    VW/Audi/Seat/Skoda

    FreigabeSAE-KlasseAnwendung
    VW 504.00 / 507.005W-30Longlife-Service Benziner und Diesel mit DPF[4]
    VW 502.00 / 505.015W-30, 5W-40Festintervall Benziner und TDI-Pumpe-Düse
    VW 505.00 / 501.015W-40, 10W-40Ältere Diesel und Benziner ohne WIV

    BMW

    FreigabeSAE-KlasseAnwendung
    BMW Longlife-015W-30, 5W-40Ältere Benziner und Diesel vor 2004
    BMW Longlife-045W-30Diesel mit DPF, Benziner ab 2004[5]
    BMW Longlife-17 FE+0W-20Moderne Motoren mit niedrigster Viskosität

    Mercedes-Benz

    FreigabeSAE-KlasseAnwendung
    MB 229.35W-30, 5W-40, 10W-40Ältere Benziner und Diesel ohne DPF[6]
    MB 229.515W-30Diesel mit DPF, moderne Benziner
    MB 229.525W-30Low-SAPS für Abgasnachbehandlung
    MB 229.710W-20Neueste Motoren, Fuel Economy

    Opel/Stellantis

    FreigabeSAE-KlasseAnwendung
    GM-LL-A-0250W-30Benziner mit WIV (Wartungsintervall-Verlängerung)
    GM-LL-B-0255W-40Diesel mit WIV
    dexos25W-30Universell für Benziner und Diesel[4]

    Ford

    FreigabeSAE-KlasseAnwendung
    WSS-M2C913-D5W-30TDCi Diesel und EcoBoost Benziner
    WSS-M2C946-B10W-30Neuere Diesel mit strengen Emissionsanforderungen

    Woher weiß ich, welches Öl bereits im Auto ist?

    Das ist eine Frage, die sich vor allem Gebrauchtwagenkäufer stellen. Und ehrlich gesagt: Eine hundertprozentige Antwort gibt es nicht immer.

    Die zuverlässigste Quelle ist der Service-Aufkleber. Diesen klebt die Werkstatt nach jedem Ölwechsel in den Motorraum (oft am Domstreben-Bereich) oder in den Türrahmen[2]. Dort steht Datum, Kilometerstand und – hier wird es interessant – meist auch Ölmarke und Spezifikation. Bei Mercedes-Fahrzeugen sieht das zum Beispiel so aus: „MB 229.51 – 5W-30″[7].

    Keine Aufkleber vorhanden? Dann hilft ein Blick ins Serviceheft. Dort dokumentieren seriöse Werkstätten jeden Ölwechsel inklusive der verwendeten Sorte.

    Aber hier ist die Sache: Selbst wenn Du weißt, welches Öl drin ist – das heißt nicht automatisch, dass es das richtige war. Manche Vorbesitzer oder Werkstätten nehmen, was gerade verfügbar ist. Deshalb solltest Du immer die Herstellerfreigabe aus der Betriebsanleitung als Maßstab nehmen, nicht das, was der Vorbesitzer eingefüllt hat[1].

    Wo steht, welches Öl mein Auto braucht?

    Die verbindliche Information findest Du an genau drei Stellen:

    1. Betriebsanleitung

    Das kleine Handbuch im Handschuhfach. Im Kapitel „Technische Daten” oder „Betriebsstoffe” steht die exakte Herstellerfreigabe[7]. Bei einem VW Golf 7 TDI liest Du dort zum Beispiel „VW 507.00″, bei einem BMW 320d „BMW Longlife-04″.

    2. Serviceheft

    Oft ist die Öl-Spezifikation auch im Serviceheft vermerkt – direkt auf den ersten Seiten mit den technischen Daten.

    3. Online-Ölfinder

    Schneller geht es mit den Ölfinder-Tools der großen Hersteller. Du brauchst nur HSN (Feld 2.1) und TSN (Feld 2.2) aus Deinem Fahrzeugschein[8]. LIQUI MOLY, Castrol, ADDINOL und Shell haben alle solche Datenbanken. Was die meisten nicht wissen: Du kannst dort auch die Füllmenge für Deinen spezifischen Motor nachschlagen – das steht nämlich nicht immer in der Betriebsanleitung.

    Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber Welches Öl braucht mein Auto?

    Was bedeuten ACEA, API und SAE?

    Diese drei Kürzel tauchen auf jeder Ölflasche auf. Sie sagen unterschiedliche Dinge aus:

    SAE (Society of Automotive Engineers) beschreibt nur die Viskosität – also wie dünn- oder dickflüssig das Öl bei bestimmten Temperaturen ist[5]. Ein 5W-30 ist bei Kälte (W = Winter) dünnflüssiger als ein 10W-30, aber bei Betriebstemperatur verhalten sich beide gleich.

    ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) definiert die europäischen Qualitätsanforderungen[9]. Die wichtigsten Klassen:

    ACEA-KlasseBedeutung
    A3/B4Hochleistungsöl für Benziner und Diesel ohne DPF, hoher SAPS-Gehalt
    C3Mid-SAPS für Motoren mit DPF und Katalysator
    C5Low-SAPS mit niedriger HTHS-Viskosität für maximale Effizienz

    API (American Petroleum Institute) ist der amerikanische Standard[9]. API SP ist aktuell die höchste Klasse für Benziner. Für europäische Autos sind die ACEA-Normen aber relevanter – sie berücksichtigen die strengeren Abgasanforderungen und längeren Wechselintervalle.

    Der Unterschied zwischen „erfüllt” und „freigegeben”

    Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Und hier machen viele einen teuren Fehler.

    Ein Öl kann die Spezifikation VW 504.00 „erfüllen” – das heißt, es entspricht auf dem Papier den technischen Anforderungen[3]. Aber nur wenn VW das Öl tatsächlich getestet und offiziell genehmigt hat, darf es als „freigegeben” bezeichnet werden.

    Der Unterschied? Bei einem Garantiefall. Verwendest Du ein Öl, das die Spezifikation nur „erfüllt” aber keine offizielle Freigabe hat, kann der Hersteller die Garantie ablehnen[3]. Die 20 Euro Ersparnis bei einem No-Name-Öl können sich dann bitter rächen.

    Achte beim Kauf auf den genauen Wortlaut auf der Flasche: „MB-Freigabe 229.51″ ist verbindlich. „Erfüllt die Anforderungen von MB 229.51″ ist es nicht[3].

    Was, wenn ich das Öl nicht identifizieren kann?

    Manchmal fehlen alle Aufkleber, das Serviceheft ist verschwunden, und der Vorbesitzer weiß auch nichts mehr. Was dann?

    Die pragmatische Lösung: Beim nächsten Ölwechsel einfach das richtige Öl einfüllen. Motoröle für das gleiche Motorkonzept (beide für Benziner oder beide für Diesel) lassen sich grundsätzlich mischen[10]. Die Qualität sinkt zwar auf das Niveau des schwächeren Produkts, aber Schaden entsteht dadurch nicht.

    Bei Hybridfahrzeugen oder Autos mit Partikelfilter würde ich allerdings nicht lange experimentieren. Hier ist das richtige Öl wirklich kritisch für die Lebensdauer der Abgasanlage.

    Und ein Tipp aus meiner Werkstatt-Erfahrung: Wenn Du einen Gebrauchtwagen kaufst, frag beim ersten Service direkt nach einem Ölwechsel mit korrekter Spezifikation. Das kostet vielleicht 50 Euro extra, gibt Dir aber Sicherheit – und Du weißt ab dann genau, was drin ist.

    Wichtigste Erkenntnisse

    • Die Herstellerfreigabe (VW 504.00, BMW LL-04, MB 229.51 etc.) ist das entscheidende Kriterium bei der Ölwahl – wichtiger als Marke oder SAE-Klasse
    • Welches Öl bereits im Auto ist, zeigt der Service-Aufkleber im Motorraum oder Türrahmen[2]
    • Die verbindliche Öl-Spezifikation steht in der Betriebsanleitung, nicht im Fahrzeugschein
    • „Freigegeben” bedeutet offiziell vom Autohersteller getestet – „erfüllt” ist nur eine Selbstauskunft[3]
    • Online-Ölfinder mit HSN/TSN liefern schnelle Ergebnisse inklusive Füllmengen
    • Öle gleicher Motorkonzepte sind mischbar, aber die Qualität sinkt auf das schwächere Niveau

    Häufige Fragen (FAQs)

    Steht im Fahrzeugschein, welches Öl mein Auto braucht?

    Nein, der Fahrzeugschein enthält keine direkten Öl-Angaben[8]. Was Du dort findest: HSN (Feld 2.1) und TSN (Feld 2.2). Mit diesen Schlüsselnummern kannst Du über Online-Ölfinder das passende Öl ermitteln. Die verbindliche Freigabe steht aber immer in der Betriebsanleitung oder im Serviceheft[1].

    Wie finde ich heraus, welches Öl im Motor ist?

    Der Service-Aufkleber ist Deine beste Quelle. Werkstätten kleben diesen nach jedem Ölwechsel in den Motorraum oder Türrahmen[2]. Dort steht neben Datum und Kilometerstand auch die verwendete Ölsorte. Fehlt der Aufkleber, hilft ein Blick ins Serviceheft oder eine Nachfrage bei der letzten Werkstatt.

    Kann ich einfach nachschauen, welches Öl für meinen VW passt?

    Ja, über den LIQUI MOLY Ölwegweiser, den Castrol Ölfinder oder direkt über die VW-Datenbank. Du brauchst entweder die Herstellerfreigabe aus dem Serviceheft (z.B. VW 504.00) oder die HSN/TSN aus dem Fahrzeugschein[4]. Bei den meisten modernen VW-Modellen mit Longlife-Service ist VW 504.00/507.00 in der Viskosität 5W-30 der richtige Standard.

    Was passiert, wenn ich nicht weiß, welches Öl drin ist?

    Kein Grund zur Panik. Beim nächsten regulären Ölwechsel wird das alte Öl ohnehin abgelassen und durch frisches ersetzt[10]. Fülle dann einfach das laut Betriebsanleitung vorgeschriebene Öl ein. Bei einem Gebrauchtwagen ohne Dokumentation würde ich den Ölwechsel eher früher als später machen – so bist Du auf der sicheren Seite.

    Welches Öl ist besser – 5W-30 oder 5W-40?

    Das hängt von der Herstellerfreigabe ab, nicht von persönlicher Vorliebe[5]. Schreibt Dein Hersteller 5W-30 vor (wie bei VW 504.00 oder BMW LL-04), dann nimm 5W-30. Ein 5W-40 mag bei Hitze einen stabileren Schmierfilm bieten, ist aber für Motoren mit engen Toleranzen und längeren Wechselintervallen nicht optimiert. Bei älteren Motoren mit mehr Spiel kann 5W-40 dagegen die bessere Wahl sein.

    Quellen

    1. motoroel.de. (2025). Wo steht welches Motoröl mein Auto braucht? https://www.motoroel.de/motoroel/wo-steht-welches-motoroel-mein-auto-braucht/
    2. Reddit r/automobil. (2024). Woher weiss ich welches Motoröl in meinem Auto bereits ist?
      Woher weiss ich welches Motoröl in meinem Auto bereits ist?
      byu/Osmosii inautomobil
    3. spezifikationen.com. (2025). Freigaben – spezifikationen.com.
      Freigaben
    4. welches-oel.de. (2025). Was bedeuten die Motorölfreigaben? https://www.welches-oel.de/faq/was-bedeuten-die-motoroelfreigaben/
    5. ADAC. (2025). Motoröl-Spezifikationen: Alles zu ACEA, API und SAE. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/reparatur-pflege-wartung/wartung-inspektion/motoroel-spezifikationen/
    6. oil-shop24.de. (2024). Motoröl für Mercedes. https://www.oil-shop24.de/pkw-oel/motorol-nach-automarken/mercedes-motorol.html
    7. ATP Autoteile. (2023). Welches Motoröl nachfüllen?
    8. autofunken.de. (2023). Welches Öl benötigt mein Auto? So lesen Sie Ihre Fahrzeugpapiere richtig.
      Welches Öl benötigt mein Auto? So lesen Sie Ihre Fahrzeugpapiere richtig
    9. ADDINOL. (2025). Spezifikationen und Freigaben von Motoröl.
      Spezifikationen Freigaben
    10. ADAC. (2025). Der große Motoröl-Ratgeber. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/reparatur-pflege-wartung/wartung-inspektion/motoroel/

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