Welche Öl-Spezifikation hat mein Auto? So findest Du sie

Chien Nguyen Van 07/01/2026

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    Die Öl-Spezifikation Deines Autos steht im Serviceheft oder in der Betriebsanleitung – nicht im Fahrzeugschein[1]. Dort findest Du Angaben wie „VW 504.00″, „MB 229.51″ oder „BMW Longlife-04″. Diese Herstellerfreigaben sind verbindlich. Alternativ nutzt Du Online-Ölfinder von ADDINOL oder LIQUI MOLY, wo Du einfach Deine HSN/TSN aus der Zulassungsbescheinigung eingibst[2].

    Was bedeuten die Öl-Spezifikationen?

    Drei Systeme bestimmen, ob ein Öl für Deinen Motor taugt: SAE, API und ACEA. Die SAE-Klasse (z.B. 5W-30) beschreibt nur die Viskosität – also wie dick- oder dünnflüssig das Öl bei bestimmten Temperaturen ist[3]. Das reicht aber nicht aus.

    API und ACEA definieren die eigentliche Qualität. Der Unterschied? API-Normen stammen vom American Petroleum Institute und orientieren sich an US-Anforderungen. ACEA-Spezifikationen kommen vom europäischen Automobilverband und berücksichtigen die strengeren Anforderungen europäischer Motoren – besonders bei Abgasnachbehandlung und Partikelfiltern[4].

    So liest Du die SAE-Viskositätsklasse

    Die Zahl vor dem „W” zeigt die Kaltstarteigenschaften: 0W bedeutet Pumpfähigkeit bis -40°C, 5W bis -35°C[5]. In Deutschland reicht für die meisten Regionen 5W völlig aus. Nur wer regelmäßig bei arktischen Temperaturen startet, braucht 0W.

    Die zweite Zahl (30, 40, 50) beschreibt die Viskosität bei Betriebstemperatur. Je höher die Zahl, desto dickflüssiger bleibt das Öl bei Hitze. Moderne Motoren verlangen meist niedrigviskose Öle wie 5W-30 oder 0W-20 – das spart Kraftstoff, bietet aber bei älteren Motoren mit größeren Toleranzen nicht genug Schmierfilmdicke[3].

    SAE-KlasseKaltstart bisTypischer Einsatz
    0W-20-40°CModerne Benziner, Hybride
    5W-30-35°CStandard für aktuelle PKW
    5W-40-35°CSportliche Motoren, höhere Last
    10W-40-30°CÄltere Fahrzeuge, Ganzjahresöl

    API-Klassen verstehen

    API-Kennungen bestehen aus zwei Buchstaben[6]. Der erste zeigt den Motortyp:

    • S = Service (Ottomotoren/Benziner)
    • C = Commercial (Dieselmotoren)

    Der zweite Buchstabe verrät die Leistungsstufe. Je weiter im Alphabet, desto moderner die Norm. API SP ist aktuell die höchste Klasse für Benziner, API CK-4 für Diesel[3].

    Hier ist die Sache: Neuere API-Klassen sind grundsätzlich abwärtskompatibel. Ein API SP-Öl erfüllt auch die Anforderungen von API SN oder SL. Andersherum funktioniert das nicht – ein altes API SL-Öl gehört nicht in einen Motor, der API SP verlangt[6].

    ACEA-Spezifikationen: Der europäische Standard

    ACEA-Freigaben sind für europäische Autos entscheidend. Die Buchstaben zeigen die Motorart und den Einsatzzweck[4]:

    ACEA-KlasseBedeutungTypische Fahrzeuge
    A/BBenzin- und Dieselmotoren ohne DPFÄltere Modelle ohne Partikelfilter
    CLow-SAPS für Motoren mit DPF/KatModerne Fahrzeuge mit Abgasnachbehandlung
    ENutzfahrzeug-DieselmotorenLKW, Transporter

    Die Zahl hinter dem Buchstaben definiert das Leistungsniveau. ACEA C3 ist beispielsweise ein Mid-SAPS-Öl für leistungsstarke Motoren mit Dieselpartikelfilter. ACEA C5 bietet noch niedrigere Viskosität für maximale Kraftstoffeinsparung[7].

    Was das Datenblatt Dir nicht verrät: Ein ACEA A3/B4-Öl hat höhere Scherstabilität als A1/B1. Für Motoren mit Turbolader oder häufigem Volllastbetrieb macht das einen echten Unterschied bei der Motorlebensdauer[7].

    Herstellerfreigaben: Das zählt wirklich

    Die wichtigste Angabe ist die Herstellerfreigabe. Sie steht im Serviceheft Deines Fahrzeugs[1]. VW nutzt Codes wie 504.00/507.00 für Longlife-Öle, BMW vergibt Freigaben wie „LL-04″, Mercedes verwendet Bezeichnungen wie 229.51 oder 229.71[8].

    Hier wird es knifflig: Ein Öl kann alle SAE-, API- und ACEA-Anforderungen erfüllen – und trotzdem die Herstellerfreigabe nicht haben. Diese Freigabe bedeutet, dass der Autohersteller das Öl selbst getestet und für seine Motoren freigegeben hat. Besonders bei modernen Motoren mit komplexen Getriebesystemen oder verlängerten Ölwechselintervallen ist das kritisch[8].

    HerstellerTypische FreigabenEmpfohlene Viskosität
    VW/Audi/Seat/Skoda504.00 / 507.005W-30
    BMWLL-01 / LL-045W-30, 0W-40
    Mercedes-Benz229.51 / 229.715W-30
    Opel/GMDexos25W-30, 0W-20

    So findest Du die richtige Spezifikation

    • Schritt 1: Serviceheft oder Betriebsanleitung prüfen. Dort steht die Herstellerfreigabe schwarz auf weiß[1].
    • Schritt 2: Fehlen die Unterlagen? Dann nutze einen Online-Ölfinder. ADDINOL, LIQUI MOLY und andere Anbieter haben Datenbanken, die über HSN und TSN das passende Öl ermitteln[2]. Die HSN findest Du in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Punkt 2.1, die TSN unter Punkt 2.2[2].
    • Schritt 3: Immer noch unsicher? Frag bei der Vertragswerkstatt oder dem Hersteller direkt nach. Ein falsches Öl kann bei modernen Motoren mit Zahnriemen im Ölbad oder Partikelfilter schwere Schäden verursachen[9].

    Während meiner Recherche für diesen Artikel habe ich mehrere Fälle gefunden, wo vermeintlich „passendes” Öl ohne Herstellerfreigabe zu Problemen führte. Der Grund: Bestimmte Additive können Dichtungen angreifen oder den DPF zusetzen. Die paar Euro Ersparnis bei No-Name-Öl rächen sich dann schnell.

    Wichtigste Erkenntnisse

    • Die Öl-Spezifikation steht im Serviceheft, nicht im Fahrzeugschein
    • SAE beschreibt nur die Viskosität – nicht die Qualität
    • ACEA-Normen sind für europäische Autos relevanter als API
    • Herstellerfreigaben (VW 504.00, BMW LL-04 etc.) haben oberste Priorität
    • Online-Ölfinder mit HSN/TSN liefern schnelle Ergebnisse
    • Bei Unsicherheit: Vertragswerkstatt fragen statt experimentieren

    Häufige Fragen (FAQs)

    Steht die Öl-Spezifikation im Fahrzeugschein?

    Nein, im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) findest Du keine Öl-Spezifikation. Dort stehen nur Fahrzeugdaten wie HSN und TSN, mit denen Du über Online-Ölfinder das passende Öl ermitteln kannst[2]. Die verbindliche Spezifikation steht ausschließlich im Serviceheft oder in der Betriebsanleitung[1].

    Kann ich ein Öl mit höherer API-Klasse verwenden?

    Ja, neuere API-Klassen sind abwärtskompatibel. Ein API SP-Öl funktioniert problemlos in Motoren, die API SN oder älter verlangen[6]. Umgekehrt gilt das nicht – verwende niemals ein älteres Öl als vorgeschrieben.

    Was passiert, wenn ich das falsche Öl einfülle?

    Kurzfristig meist nichts Dramatisches. Langfristig drohen aber Schäden an Dichtungen, Katalysator oder Partikelfilter. Bei modernen Motorsteuergeräte kann falsches Öl auch zu Fehlermeldungen führen. Besonders kritisch: Motoren mit Zahnriemen im Ölbad – hier kann ungeeignetes Öl den Riemen zersetzen und einen Motorschaden verursachen[9].

    Muss ich bei Longlife-Öl trotzdem regelmäßig wechseln?

    Longlife-Öle erlauben verlängerte Intervalle – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Kurzstreckenfahrer, die vorwiegend im Stadtverkehr unterwegs sind, sollten trotzdem kürzere Intervalle einhalten. Das Antriebssystem und der Fahrstil beeinflussen die Ölalterung erheblich.

    Ist teures Markenöl besser als günstiges Baumarktöl?

    Nicht automatisch. Entscheidend ist, ob das Öl die vorgeschriebene Herstellerfreigabe trägt[8]. Ein günstiges Öl mit korrekter Freigabe ist besser als ein teures Premium-Öl ohne. Aber Vorsicht: „Erfüllt die Anforderungen von…” ist nicht dasselbe wie eine offizielle Freigabe.

    Quellen

    1. motoroel.de. (2025). Wo steht welches Motoröl mein Auto braucht? https://www.motoroel.de/motoroel/wo-steht-welches-motoroel-mein-auto-braucht/
    2. ADDINOL. (2025). Ölfinder für PKW, Motorrad und mehr.
      Oil-Finder
    3. ADAC. (2025). Motoröl-Spezifikationen: Alles zu ACEA, API und SAE. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/reparatur-pflege-wartung/wartung-inspektion/motoroel-spezifikationen/
    4. Autohaus Dethloff. (2025). Motoröl – wie finde ich das richtige? Alles zu API, ACEA.
      Motoröl – wie finde ich das richtige? Alles zu API, ACEA
    5. autofunken.de. (2023). Welches Öl benötigt mein Auto? So lesen Sie Ihre Fahrzeugpapiere richtig.
      Welches Öl benötigt mein Auto? So lesen Sie Ihre Fahrzeugpapiere richtig
    6. Oil Store. (2025). API- und ACEA-Normen beim Motoröl einfach erklärt.
      API- und ACEA-Normen beim Motoröl einfach erklärt
    7. auto-motor-oel.de. (2025). Die ACEA Öl-Spezifikationen und was sie bedeuten. https://www.auto-motor-oel.de/ratgeber/motorol-acea-spezifikationen-und-hersteller-normen-bmw-mercedes-vw-etc/273/
    8. Autodoc. (2025). Motoröl-Spezifikation: Bedeutung von API und SAE. https://www.autodoc.de/info/motoroel-spezifikation-api-sae
    9. AGVS-UPSA. (2025). Tausendsassa Motorenöl. https://www.agvs-upsa.ch/

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