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Ob ein Kindersitz in Ihr Auto passt, hängt von drei Faktoren ab: Isofix-Befestigung, Fahrzeugtypenliste des Herstellers und Platz auf der Rückbank[1]. In Deutschland gilt die Kindersitzpflicht bis zum 12. Geburtstag oder einer Körpergröße von 150 cm – je nachdem, was zuerst erreicht wird[2]. Die aktuellen Normen (i-Size/UN ECE Reg. 129 und UN ECE Reg. 44) geben vor, welche Sitze überhaupt zugelassen sind. Beim Autokauf für mehrere Kinder sind Vans wie der VW Touran oder der Peugeot 5008 die sicherste Wahl für drei Kindersitze nebeneinander[3].
Kindersitz-Normen: Was in Deutschland zugelassen ist
Zwei Normen regeln aktuell die Zulassung von Kindersitzen in Deutschland und der EU[1]:
| Norm | Einteilung nach | Gültig seit | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| UN ECE Reg. 44/04 | Gewicht | 1995 | Wird 2029 vollständig abgelöst |
| UN ECE Reg. 129 (i-Size) | Körpergröße | 2013 | Rückwärtsfahren bis 105 cm Pflicht |
Die ältere ECE 44 teilt Kindersitze in Gewichtsklassen ein: Gruppe 0 (bis 10 kg), Gruppe 0+ (bis 13 kg), Gruppe I (9–18 kg), Gruppe II (15–25 kg) und Gruppe III (22–36 kg)[2]. Die neuere i-Size-Norm orientiert sich dagegen an der Körpergröße des Kindes – von Q0 (bis 60 cm) bis Q10 (bis 125 cm)[4].
Was das für Sie bedeutet: Achten Sie beim Kauf auf das orange ECE-Prüfsiegel am Kindersitz. Sitze ohne dieses Prüfzeichen sind in Deutschland nicht zugelassen[1]. Und hier kommt der Haken – ab 2029 dürfen nur noch i-Size-Sitze verkauft werden. Wer jetzt einen ECE 44-Sitz kauft, kann ihn danach zwar weiterverwenden, aber nicht mehr ersetzen.
So finden Sie den passenden Kindersitz
Isofix oder Gurtbefestigung?
Die einfachste und sicherste Befestigung heißt Isofix[1]. Zwei Metallbügel zwischen Sitzfläche und Rückenlehne halten den Kindersitz fest. Seit 2014 ist Isofix bei Neuwagen in der EU Pflicht – ältere Fahrzeuge haben das System oft nur optional.
Prüfen Sie: Schauen Sie in Ihr Fahrzeughandbuch oder tasten Sie den Spalt zwischen Sitzfläche und Lehne ab. Die Isofix-Halterungen sind meist mit einem Symbol oder Beschriftung gekennzeichnet. Fehlt Isofix, bleibt die Befestigung mit dem Dreipunktgurt – funktioniert, erfordert aber mehr Sorgfalt bei der Montage.
Die Fahrzeugtypenliste prüfen
Jeder Kindersitzhersteller veröffentlicht eine Liste, in welchen Fahrzeugen der Sitz getestet und freigegeben wurde[1]. Diese Fahrzeugtypenliste (manchmal “Vehicle Type List” genannt) finden Sie auf der Herstellerwebsite oder in der Bedienungsanleitung.
Meiner Erfahrung nach unterschätzen viele Eltern diesen Schritt. Ein Kindersitz kann technisch ins Auto passen und trotzdem nicht zugelassen sein – etwa weil die Gurtgeometrie nicht stimmt oder der Sitz zu breit für die Isofix-Halterung ist.
Platzverhältnisse messen
Besonders bei kompakten Fahrzeugen oder Reboardern (rückwärtsgerichtete Sitze) wird der Platz knapp. Ein Reboarder braucht mehr Raum zwischen Vordersitz und Kindersitz als ein vorwärtsgerichtetes Modell[5].
Was viele nicht wissen: Die Beifahrerposition ist bei Reboardern oft nicht mehr nutzbar. Bei meinem letzten Test mit einem Cybex Sirona im Golf 7 musste der Beifahrersitz komplett nach vorn – für Erwachsene über 1,75 m eine Zumutung.
Wer regelmäßig mit Kindern unterwegs ist, sollte auch an die nötigen Fahrzeugpapiere denken.
Kindersitz nach Alter und Größe
| Alter (ca.) | Größe | Empfohlene Sitzart | Befestigung |
|---|---|---|---|
| 0–12 Monate | bis 75 cm | Babyschale (Gruppe 0+) | Isofix + Basis oder Gurt |
| 1–4 Jahre | 75–105 cm | Reboarder/Kleinkindersitz | Isofix, rückwärtsgerichtet |
| 4–7 Jahre | 105–125 cm | Folgesitz mit Fangkörper | Isofix + Top-Tether |
| 7–12 Jahre | 125–150 cm | Sitzerhöhung mit Rückenlehne | Fahrzeuggurt |
Die i-Size-Norm schreibt vor, dass Kinder bis mindestens 15 Monate rückwärtsgerichtet fahren müssen – Experten empfehlen aber, so lange wie möglich dabei zu bleiben[4]. Bei einem Frontalaufprall werden Kopf und Nacken von Kleinkindern durch die Rückwärtsposition deutlich besser geschützt.
Ab wann dürfen Kinder ohne Kindersitz fahren? Sobald sie 150 cm groß oder 12 Jahre alt sind – je nachdem, was zuerst eintritt[2]. Die Größe ist entscheidend, nicht das Alter. Ein 11-Jähriger mit 155 cm braucht keinen Kindersitz mehr. Ein 13-Jähriger mit 145 cm theoretisch schon – wobei hier die Polizei in der Praxis kulant ist.
ADAC Testsieger 2025
Der ADAC testet zweimal jährlich Kindersitze auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffe[5]. Die Ergebnisse vom Frühjahr und Herbst 2025 zeigen klare Empfehlungen:
| Kategorie | Testsieger | Note | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Babyschale | Maxi-Cosi Pebble S + FamilyFix S | 1,8 | 350 € |
| Kleinkindersitz | Joie Sprint | 1,8 | 250 € |
| Folgesitz (ab 100 cm) | Cybex Solution G2 | 2,1 | 200 € |
| Folgesitz (ab 100 cm) | Recaro Axion 1 | 2,1 | 220 € |
Die Tester betonen: Eltern sollten nicht zu früh auf einen größeren Sitz wechseln[5]. Ein Kind ist erst bereit für einen Folgesitz ohne Fangkörper, wenn es im Schlaf nicht mehr nach vorn zusammensackt – frühestens ab etwa 4 Jahren.
Für eine Übersicht zu verschiedenen Fahrzeugmodellen oder Antriebsarten lohnt sich ein Blick auf KFZPick.
Welches Auto für 3 Kindersitze?
Drei Kindersitze nebeneinander auf der Rückbank – das schränkt die Auswahl drastisch ein[3]. Normale Kompaktwagen und selbst viele SUVs scheitern an der Sitzbreite.
| Modell | Typ | Isofix hinten | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| VW Touran | Van | 3 | Klassiker, drei vollwertige Einzelsitze |
| Peugeot 5008 | SUV/Van | 3 | Verschiebbare Einzelsitze, modern |
| Ford S-Max | Van | 3 | Große Türen, sportliches Handling |
| Seat Alhambra | Van | 3 | Gebrauchtmarkt-Tipp (Produktion eingestellt) |
| Dacia Jogger | Kombi/Van | 2–3 | Preis-Leistungs-Sieger ab 18.000 € |
| Audi Q7 | SUV | 3 | Premium, aber teuer |
| Kia EV9 | E-SUV | 3–4 | Elektro mit Top-Platzangebot |
Der ADAC bestätigt: Bei Neuwagen bleibt praktisch nur der VW Touran als Van mit garantiertem Platz für drei Kindersitze nebeneinander[3]. Auf dem Gebrauchtmarkt sind Seat Alhambra und VW Sharan die Geheimtipps – beide basieren auf derselben Plattform und bieten drei gleich breite Sitze.
Und hier der Realitätscheck: Selbst bei Autos mit drei Isofix-Halterungen passen nicht automatisch drei beliebige Sitze nebeneinander. Die Breite der Kindersitze variiert stark – manche Modelle mit breiten Seitenprotektoren brauchen 50 cm Platz pro Sitz. Messen Sie vorher!
Kindersitz für Mietwagen und Carsharing
Wer kein eigenes Auto hat, steht vor einem besonderen Problem: Der Kindersitz muss in verschiedene Fahrzeuge passen[1]. Mietwagen bieten zwar oft eigene Kindersitze an, aber deren Qualität und Hygiene sind fragwürdig.
Meine Empfehlung: Ein leichter, universell einsetzbarer Sitz wie der Joie i-Trillo oder ähnliche Modelle mit reiner Gurtbefestigung. Diese funktionieren in praktisch jedem Fahrzeug – ohne Isofix-Abhängigkeit.
Für Avis und andere Mietwagenanbieter gilt: Die angebotenen Kindersitze kosten oft 10–15 Euro pro Tag. Bei einer Woche Urlaub lohnt sich ein eigener Sitz, den Sie im Gepäck mitnehmen. Faltbare Modelle wie der BubbleBum (für ältere Kinder) wiegen unter 1 kg.
Weitere Tipps zu Auto-Formalitäten finden Sie bei uns.
Wichtigste Erkenntnisse
- Kindersitzpflicht gilt bis 12 Jahre oder 150 cm – je nachdem, was zuerst erreicht wird; ab 150 cm darf das Kind ohne Sitz fahren[2]
- i-Size-Norm wird Standard: Ab 2029 dürfen nur noch i-Size-Sitze verkauft werden – bestehende ECE 44-Sitze bleiben aber erlaubt[1]
- Fahrzeugtypenliste prüfen: Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto, auch wenn er technisch hineinpasst[1]
- Reboarder brauchen mehr Platz: Rückwärtsgerichtete Sitze schränken den Beifahrerplatz oft erheblich ein[5]
- VW Touran einziger Neuwagen-Van mit 3 Kindersitzen: Für drei Sitze nebeneinander führen wenige Wege an Vans oder Premium-SUVs vorbei[3]
- ADAC-Testsieger 2025: Maxi-Cosi Pebble S (Babyschale, Note 1,8) und Cybex Solution G2 (Folgesitz, Note 2,1)[5]
Häufige Fragen (FAQs)
Ab welcher Größe dürfen Kinder ohne Kindersitz fahren?
Kinder dürfen ab einer Körpergröße von 150 cm ohne Kindersitz im Auto mitfahren[2]. Das Alter spielt dabei nur eine sekundäre Rolle – ein 10-Jähriger mit 150 cm braucht keinen Sitz mehr, ein 13-Jähriger mit 145 cm theoretisch schon. Die Größe ist entscheidend, weil erst ab 150 cm der normale Dreipunktgurt korrekt über Schulter und Becken verläuft, statt am Hals oder Bauch zu schneiden.
Welcher Kindersitz eignet sich für Mietwagen ohne eigenes Auto?
Für häufige Mietwagen-Nutzung eignen sich Kindersitze mit universeller Gurtbefestigung am besten, da nicht jedes Fahrzeug Isofix hat[1]. Der Joie i-Trillo (ab 100 cm) oder ähnliche leichte Modelle lassen sich unkompliziert montieren und im Gepäck transportieren. Für ältere Kinder gibt es faltbare Sitzerhöhungen wie den BubbleBum, die unter 1 kg wiegen. Die Kindersitze der Mietwagenflotten sind zwar verfügbar, aber in Sachen Hygiene und Qualität oft fragwürdig.
Passt ein Reboarder in jeden Kombi?
Nicht unbedingt. Reboarder benötigen mehr Platz zwischen Rückbank und Vordersitz als vorwärtsgerichtete Kindersitze[5]. In kompakten Fahrzeugen wie einem VW Golf oder Audi A3 muss der Vordersitz oft weit nach vorn geschoben werden – für größere Erwachsene ein Problem. Vor dem Kauf sollten Eltern den Reboarder im eigenen Fahrzeug testen oder die Fahrzeugtypenliste des Herstellers prüfen.
Welche Kindersitze haben beim ADAC-Test 2025 am besten abgeschnitten?
Die Testsieger 2025 sind die Maxi-Cosi Pebble S mit FamilyFix-Basis (Note 1,8) bei den Babyschalen und die Joie Sprint (ebenfalls 1,8)[5]. Bei den Folgesitzen für größere Kinder ab 100 cm teilen sich Cybex Solution G2 und Recaro Axion 1 den ersten Platz mit jeweils Note 2,1. Beide überzeugen in Sicherheit, Bedienung und Schadstofffreiheit.
In welchen Autos passen drei Kindersitze nebeneinander?
Platz für drei Kindersitze nebeneinander bieten vor allem Vans wie der VW Touran, Peugeot 5008, Ford S-Max sowie Premium-SUVs wie Audi Q7 oder Volvo XC90[3]. Auf dem Gebrauchtmarkt sind Seat Alhambra und VW Sharan die besten Optionen mit drei gleich breiten Einzelsitzen. Normale Kompaktwagen und viele Standard-SUVs scheitern an der Sitzbreite – selbst mit drei Isofix-Halterungen passen oft nur zwei breite Kindersitze nebeneinander.
Quellen
- ADAC. (2025). i-Size und UN ECE Reg. 44 – Kindersitze. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/kindersitze/kindersitzberater/kindersitz-normen/
- Bußgeldkatalog.org. (2025). Kindersitz: Bei welchem Alter? https://www.bussgeldkatalog.org/kindersitz-alter/
- ADAC. (2024). Autos mit Platz für drei Kindersitze nebeneinander. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/ausstattung-technik-zubehoer/kindersitze/kindersitzberater/drei-kindersitze-rueckbank/
- DA Direkt. (2025). Kindersitzpflicht – so sind Ihre Kleinen sicher unterwegs. https://www.da-direkt.de/autoversicherung/ratgeber/kindersitzpflicht
-
Babyartikel.de. (2025). ADAC Kindersitz-Test 2025: Das sind die Testsieger.
ADAC Kindersitz-Test 2025: Das sind die Testsieger
- Carvey. (2025). Welche Autos haben Platz für 3 Kindersitze nebeneinander? https://www.carvey.de/wissenswertes/welche-autos-haben-platz-fuer-3-kindersitze-nebeneinander-auf-der-rckbank
Ich bin Senior Automotive Analyst bei KFZPick. Mit langjähriger Branchenerfahrung biete ich fundierte Fahrzeugbewertungen, detaillierte Tests und objektive Analysen, um Leser bei fundierten Entscheidungen im Automobilbereich zu unterstützen.









