Welches Öl braucht mein Auto? So findest Du es heraus

Chien Nguyen Van 07/01/2026

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    Die verbindliche Angabe zum richtigen Motoröl steht in der Betriebsanleitung oder im Serviceheft Deines Fahrzeugs – nicht im Fahrzeugschein[1]. Dort findest Du die Herstellerfreigabe wie „VW 507.00″, „BMW Longlife-04″ oder „MB 229.51″. Schneller geht es mit einem Online-Ölfinder: Gib einfach die HSN (Feld 2.1) und TSN (Feld 2.2) aus Deiner Zulassungsbescheinigung Teil I ein – der Finder zeigt Dir dann das passende Öl[2].

    Warum das richtige Motoröl so wichtig ist

    Motoröl macht mehr als nur schmieren. Es kühlt Motorteile, die das Kühlwasser nicht erreicht, schützt vor Korrosion und transportiert Ruß, Asche und Metallabrieb ab[3]. Das Problem: Moderne Motoren sind auf ganz bestimmte Öle abgestimmt. Ein VW TSI verlangt andere Additive als ein BMW-Diesel mit Partikelfilter.

    Hier ist der Haken: Hersteller entwickeln ihre Motoren mit spezifischen Ölformulierungen. Weichst Du davon ab, riskierst Du nicht nur erhöhten Verschleiß – Du gefährdest auch die Herstellergarantie[1]. Und das kann bei einem Motorschaden richtig teuer werden.

    Nach meiner Erfahrung aus zahllosen Werkstattgesprächen passiert genau das häufiger, als man denkt. Besonders bei Gebrauchtwagen, wo der Vorbesitzer „irgendein” Öl nachgefüllt hat. Also: Nicht raten, sondern prüfen.

    Wo steht, welches Öl mein Auto braucht?

    Die Ölspezifikation versteckt sich an mehreren Stellen. Aber Vorsicht: Nicht überall, wo Du vielleicht zuerst schaust.

    Betriebsanleitung und Serviceheft

    Das ist Deine erste Anlaufstelle. Im Kapitel „Technische Daten” oder „Wartung” findest Du die exakte Herstellerfreigabe[1]. Sie sieht zum Beispiel so aus: „VW 504.00/507.00″ oder „BMW Longlife-04″. Diese Angabe ist verbindlich – ein Öl mit passender Freigabe erfüllt alle Anforderungen, die der Motorenhersteller stellt[4].

    Was viele nicht wissen: Die Freigabe ist wichtiger als SAE-Klasse oder ACEA-Norm. Ein 5W-30 mit falscher Freigabe kann Deinem Motor schaden, während ein 0W-40 mit korrekter Freigabe problemlos funktioniert[3].

    Der Motorraum selbst

    Manche Hersteller bringen einen Aufkleber am Öldeckel oder im Motorraum an. Bei Mercedes findest Du dort oft die Spezifikation, bei BMW einen Hinweis auf Longlife-Öle. Aber verlasse Dich nicht darauf – der Aufkleber kann fehlen oder unleserlich sein.

    Was NICHT im Fahrzeugschein steht

    Der Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) enthält keine direkte Ölangabe[2]. Was Du dort findest: Die HSN unter Punkt 2.1 und die TSN unter Punkt 2.2[5]. Diese Schlüsselnummern identifizieren Dein Fahrzeug eindeutig – und damit lässt sich über Online-Ölfinder das passende Öl ermitteln.

    So nutzt Du HSN und TSN für die Ölsuche

    Die Kombination aus Herstellerschlüsselnummer (HSN) und Typschlüsselnummer (TSN) ist wie ein Fingerabdruck Deines Autos. Jeder seriöse Ölfinder im Netz arbeitet damit.

    AngabePosition im FahrzeugscheinFormatBeispiel
    HSNFeld 2.14-stellig0005 (BMW)
    TSNFeld 2.23 Zeichen (alt) oder 8 Zeichen (neu)BLB oder BLB00001

    Bei älteren Fahrzeugscheinen (vor dem 30.09.2005) stehen die Nummern unter „zu 2″ (HSN) und „zu 3″ (TSN)[5]. Die TSN war früher nur dreistellig – seit 2005 besteht sie aus drei Buchstaben und fünf Ziffern[6].

    Die großen Ölhersteller betreiben alle eigene Datenbanken. Du gibst HSN und TSN ein, wählst die Motorvariante – fertig. Das dauert 30 Sekunden und ist kostenlos.

    Online-Ölfinder im Vergleich

    AnbieterSuchoptionenBesonderheiten
    LIQUI MOLYHSN/TSN, Marke/Modell, AppZeigt auch Füllmengen und Wechselintervalle[7]
    ADDINOLHSN/TSN, Marke/ModellListet zusätzlich Getriebeöl und Bremsflüssigkeit[8]
    CastrolKennzeichen, Marke/ModellFunktioniert auch mit britischem/US-Format
    MobilHSN/TSNFokussiert auf Mobil-1-Produkte[3]
    ROWEHSN/TSN, Marke/ModellDeutsche Qualitätsmarke mit breitem Sortiment[9]

    Mein Tipp aus der Praxis: Nutze zwei verschiedene Ölfinder und vergleiche die Ergebnisse. Manchmal unterscheiden sich die Empfehlungen leicht – dann ist die im Serviceheft genannte Freigabe das ausschlaggebende Kriterium.

    Und hier ist etwas, was die meisten Ölfinder Dir nicht verraten: Sie zeigen oft nur die Produkte des eigenen Herstellers. Wenn LIQUI MOLY ein passendes Öl empfiehlt, heißt das nicht, dass Castrol oder Mobil keine Alternative hätten. Entscheidend ist immer die Öl-Spezifikation, nicht die Marke.

    Die wichtigsten Herstellerfreigaben

    Jeder Autohersteller hat eigene Spezifikationen entwickelt. Diese gehen über die allgemeinen ACEA- und API-Normen hinaus und definieren exakt, was das Öl können muss[3].

    HerstellerTypische FreigabenVerwendung
    VW/Audi/Seat/Skoda504.00 / 507.00Longlife-Service, verlängerte Intervalle
    VW/Audi/Seat/Skoda502.00 / 505.01Festintervall-Service
    BMWLL-01, LL-04, LL-17 FE+Longlife-Motoren verschiedener Generationen
    Mercedes-Benz229.51, 229.52, 229.71Moderne Benziner und Diesel
    Opel/StellantisDexos2, Dexos1 Gen2GM-Konzernstandard
    FordWSS-M2C913-D, WSS-M2C946-B1Europäische Ford-Modelle

    Bei Hybridfahrzeugen gelten oft besondere Anforderungen. Toyota und Lexus verlangen beispielsweise 0W-20 oder 0W-16 Öle mit extrem niedriger Viskosität für maximale Effizienz.

    Benziner vs. Diesel: Was ist der Unterschied?

    Die Frage „Welches Öl braucht mein Diesel?” ist berechtigt – denn die Unterschiede sind real. Dieselmotoren erzeugen mehr Ruß und benötigen Öle mit stärkeren Reinigungsadditiven[1].

    Noch kritischer wird es bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfilter (DPF). Hier braucht der Motor sogenannte Low-SAPS-Öle – Schmierstoffe mit reduziertem Sulfat-Aschegehalt[3]. Die ACEA-Klassen C1 bis C5 kennzeichnen diese Öle. Füllst Du ein normales Öl ohne Low-SAPS-Eigenschaft ein, setzt Du langfristig den Partikelfilter zu. Der Austausch kostet dann schnell 1.500 Euro oder mehr.

    Für Benziner mit Partikelfilter (GPF) gelten ähnliche Regeln. Diese Filter kommen seit 2017 verstärkt zum Einsatz – auch hier ist ein aschearm verbrennendes Öl Pflicht[3]. Das hat auch Auswirkungen auf moderne Getriebe, die ebenfalls spezielle Schmierstoffe verlangen.

    Welcher Ölverbrauch beim Auto ist normal?

    Kurze Antwort: 50 bis 250 Milliliter auf 1.000 Kilometer gelten als normal[10]. Das klingt nach wenig, kann sich aber läppern.

    Hier wird es knifflig: Einige Hersteller definieren „normal” großzügiger. VW und Audi geben für manche Motoren bis zu 0,5 Liter auf 1.000 Kilometer als akzeptabel an[11]. Opel lag früher bei 0,6 Liter pro 1.000 Kilometer[12]. Porsche ist noch großzügiger – bei einigen Motoren gelten bis zu 2,5 Liter auf 1.000 Kilometer als „im Rahmen”[11].

    Was das Datenblatt Dir nicht verrät: Diese Werte sind Maximalangaben für Garantiefälle. Wenn Dein Motor tatsächlich 1 Liter auf 1.000 Kilometer verbraucht, stimmt etwas nicht – auch wenn der Hersteller das als „normal” deklariert[11]. Bei einem gesunden modernen Motor sollte zwischen den Ölwechseln kaum Nachfüllen nötig sein.

    Kontrolliere den Ölstand spätestens alle 1.000 Kilometer[10]. Am besten auf ebenem Boden, bei warmem Motor, der einige Minuten gestanden hat.

    Was passiert bei falschem Öl?

    Im besten Fall: erhöhter Verschleiß. Im schlimmsten Fall: Motorschaden.

    Die konkrete Auswirkung hängt davon ab, wie „falsch” das Öl ist. Ein zu dickflüssiges Öl (etwa 10W-60 statt 5W-30) schmiert beim Kaltstart zu langsam – die ersten Sekunden nach dem Anlassen sind kritisch[3]. Ein zu dünnflüssiges Öl bildet bei Hitze keinen stabilen Schmierfilm mehr.

    Und dann gibt es die schleichenden Schäden: Falsche Additive greifen Dichtungen an. Öle ohne richtige Freigabe verursachen Ablagerungen in Ventiltrieb und Turbolader. Bei Motoren mit Steuerkette im Ölbad (wie manchen VW TSI) kann ungeeignetes Öl sogar den Kettenverschleiß beschleunigen.

    Selbst wenn ein Öl alle SAE- und ACEA-Anforderungen erfüllt, kann es ohne die spezifische Herstellerfreigabe Probleme verursachen. Die Freigabe bedeutet, dass der Autohersteller dieses Öl tatsächlich getestet und zugelassen hat[4]. Ein Öl, das die Anforderungen „erfüllt”, ist nicht dasselbe wie ein Öl mit offizieller Freigabe.

    Darf man verschiedene Motoröle mischen?

    Ja – aber mit Einschränkungen. Öle für das gleiche Motorkonzept (also beide für Benziner oder beide für Diesel) lassen sich grundsätzlich mischen, auch Synthetiköl mit Mineralöl[3]. Das gilt fürs Nachfüllen zwischen den Wechselintervallen.

    Der Haken dabei: Mischst Du ein hochwertigeres Öl mit einem einfacheren, sinkt die Gesamtqualität auf das Niveau des schwächeren Produkts. Umgekehrt ist es kein Problem – ein besseres Öl nachzufüllen schadet nicht[3].

    Was Du niemals mischen solltest: Öle für verschiedene Motorkonzepte. Ein reines Benzineröl gehört nicht in einen modernen Diesel mit DPF[13]. Und Getriebeöl hat im Motor absolut nichts verloren – auch wenn die Kanister ähnlich aussehen.

    Wie viel Öl braucht mein Auto?

    Die Füllmenge variiert je nach Motor erheblich. Ein Vierzylinder-Benziner fasst typischerweise 4 bis 5 Liter, ein Sechszylinder-Diesel kann 7 Liter oder mehr benötigen. Die exakte Angabe findest Du in der Betriebsanleitung oder im Steuergerät des Fahrzeugs.

    Beim Nachfüllen gilt: Lieber öfter kleine Mengen als einmal zu viel. Zu wenig Öl führt zu mangelnder Schmierung, zu viel Öl kann den Katalysator beschädigen und die Kurbelwelle bremsen[3]. Der Ölstand sollte zwischen MIN und MAX auf dem Peilstab liegen – idealerweise in der oberen Hälfte.

    Wichtigste Erkenntnisse

    • Die Öl-Spezifikation steht im Serviceheft oder der Betriebsanleitung – nicht direkt im Fahrzeugschein
    • Mit HSN (Feld 2.1) und TSN (Feld 2.2) findest Du über Online-Ölfinder schnell das passende Öl
    • Die Herstellerfreigabe (VW 504.00, BMW LL-04 etc.) ist wichtiger als SAE-Klasse oder Ölmarke
    • Dieselfahrzeuge mit Partikelfilter brauchen zwingend Low-SAPS-Öle (ACEA C1-C5)
    • Normaler Ölverbrauch liegt bei 50-250 ml pro 1.000 km – darüber solltest Du nachforschen
    • Öle gleicher Motorkonzepte lassen sich mischen, aber die Qualität sinkt auf das schwächere Niveau

    Häufige Fragen (FAQs)

    Steht die Öl-Spezifikation im Fahrzeugschein?

    Nein, im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) findest Du keine direkte Ölangabe[2]. Dort stehen aber HSN (Feld 2.1) und TSN (Feld 2.2), mit denen Du über einen Online-Ölfinder das passende Öl ermitteln kannst. Die verbindliche Spezifikation steht ausschließlich im Serviceheft oder in der Betriebsanleitung[1].

    Kann ich einfach 5W-30 nehmen, wenn ich unsicher bin?

    Nicht unbedingt. 5W-30 ist zwar eine gängige Viskositätsklasse, aber ohne passende Herstellerfreigabe kann auch dieses Öl falsch sein[4]. Ein VW-Diesel braucht beispielsweise VW 507.00, ein BMW verlangt LL-04 – beides gibt es als 5W-30, aber nicht jedes 5W-30 erfüllt diese Freigaben. Prüfe immer die vollständige Spezifikation.

    Welches Öl braucht mein Auto bei LIQUI MOLY oder Castrol?

    Die Marke ist zweitrangig – entscheidend ist die Herstellerfreigabe. LIQUI MOLY, Castrol, Mobil und andere haben alle Öle im Sortiment, die VW-, BMW- oder Mercedes-Freigaben tragen[7]. Nutze den jeweiligen Ölfinder mit Deiner HSN/TSN, und der zeigt Dir die passenden Produkte aus dem Sortiment des Herstellers.

    Was kostet ein Motorschaden durch falsches Öl?

    Ein Motorschaden durch falsches oder zu wenig Öl kann zwischen 3.000 und 10.000 Euro kosten – je nach Fahrzeug und Schadensumfang. Und hier kommt der unangenehme Teil: Wenn nachweisbar falsches Öl verwendet wurde, kann die Herstellergarantie erlöschen[1]. Die 20 Euro Ersparnis bei No-Name-Öl ohne Freigabe können sich also bitter rächen.

    Muss ich bei älteren Autos andere Öle verwenden?

    Ältere Motoren haben größere Fertigungstoleranzen und vertragen oft dickflüssigere Öle wie 10W-40 oder 15W-40[14]. Moderne niedrigviskose Öle (0W-20, 0W-30) können bei Motoren aus den 90ern oder früher zu erhöhtem Ölverbrauch führen. Aber auch hier gilt: Die Herstellerempfehlung aus dem Handbuch hat Vorrang. Bei Youngtimern lohnt sich ein Blick in spezialisierte Foren – dort findest Du Erfahrungswerte anderer Besitzer.

    Quellen

    1. bussgeldkatalog.org. (2025). Welches Öl braucht mein Auto? https://www.bussgeldkatalog.org/welches-oel-braucht-mein-auto/
    2. reifen.com. (2025). Motorölfinder: Das richtige Öl für Ihr Fahrzeug. https://www.reifen.com/de-de/infos-tipps/auto/pflege/motoroelfinder
    3. Mobil. (2025). Motoröl – Suche über HSN/TSN. https://www.mobil.com.de/de-de/motoroel
    4. OBI. (2024). Ölfinder – Welches Motoröl brauche ich? https://www.obi.de/magazin/bauen/auto-und-fahrrad/welches-motoroel
    5. DBV Würzburg. (2025). Ölfinder.
      Ölfinder
    6. mcparking.de. (2025). Ölwechsel beim Auto. https://mcparking.de/de/ratgeber/artikel/oelwechsel-beim-auto
    7. oil-shop24.de. (2022). Woher weiß ich welches Öl mein Auto braucht? https://www.oil-shop24.de/woher-weiss-ich-welches-ol-mein-auto-braucht
    8. ADDINOL. (2025). Ölfinder für PKW, Motorrad und mehr.
      Oil-Finder
    9. ROWE. (2025). Ölwegweiser. https://www.rowe-oil.com/de/oelwegweiser
    10. mobile.de. (2025). Erhöhter Ölverbrauch beim Auto: Ursachen und Lösungen. https://www.mobile.de/magazin/artikel/erhoehter-oelverbrauch-beim-auto-ursachen-und-loesungen
    11. Reddit r/automobil. (2025). Wie viel Ölverbrauch auf 1000km ist bei Audi normal?
      Wie viel Ölverbrauch auf 1000km ist bei Audi normal?
      byu/catmint_cat inautomobil
    12. corsaforum.de. (2008). Neuvorstellung, Problem hoher Ölverbrauch. https://www.corsaforum.de/motor-und-abgasanlage-corsa-c-f49/neuvorstellung-problem-hoher-oelverbrauch-t26448.html
    13. JUMBO. (2025). Welches Motoröl braucht mein Auto? https://www.jumbo.ch/de/ratgeber/mobilitaet/auto/welches-oel-fuer-mein-auto.html
    14. TotalEnergies. (2025). Motoröltipps: Das richtige Öl für Ihr Auto finden. https://totalenergies.de/produkte/schmierstoffe/motoroel-tipps/richtiges-motoroel-fuer-auto

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