Welches Motoröl für welches Auto? Tabelle nach Hersteller, Freigaben & SAE-Klasse

Chien Nguyen Van 16/02/2026

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Table of Contents

    Welches Motoröl für welches Auto passt, bestimmt die Herstellerfreigabe – z. B. VW 504.00, BMW LL-04 oder MB 229.51[1]. Diese steht in der Betriebsanleitung unter „Betriebsstoffe“. Alternativ: HSN/TSN aus dem Fahrzeugschein in einen Online-Ölfinder eingeben – Ergebnis in 3 Minuten[2].

    HerstellerHäufigste FreigabeTypische SAE-Klasse
    VW / Audi / Skoda / SeatVW 504.00 / 507.005W-30, 0W-30
    BMWLonglife-04 (LL-04)5W-30
    Mercedes-BenzMB 229.515W-30
    OpelDexos25W-30
    FordWSS-M2C913-D5W-30
    Toyota / Mazda / NissanACEA C2 / C30W-20, 5W-30

    [1][3][4]

    Welches Motoröl für welches Auto? Große Zuordnungstabelle nach Hersteller und Modell

    Die Herstellerfreigabe entscheidet, welches Motoröl in Ihren Motor gehört – nicht die Marke, nicht der Preis und nicht allein die SAE-Viskositätsklasse[5]. Die folgende Tabelle ordnet die gängigsten Modelle ihrer jeweiligen Freigabe und passenden SAE-Klasse zu. Innerhalb einer Baureihe können je nach Motorisierung (Benziner, Diesel, Turbo) unterschiedliche Freigaben gelten[6].

    Diese Tabelle dient als erste Orientierung. Die Betriebsanleitung bleibt verbindlich – dort steht die exakte Freigabe für Ihren Motor schwarz auf weiß[7]. Wer sich generell fragt, welches Öl zum eigenen Auto passt, sollte immer zuerst die Freigabe prüfen und erst dann nach Marke oder Preis entscheiden.

    HerstellerModellBaujahrSAE-KlasseHerstellerfreigabeProduktbeispiel
    VWGolf VII / VIIIab 20125W-30VW 504.00/507.00Castrol EDGE 5W-30 LL
    VWPolo V / VIab 20095W-30 / 5W-40VW 502.00/505.00LIQUI MOLY TopTec 4200
    VWPassat B7 / B8ab 20105W-30VW 504.00/507.00Shell Helix Ultra ECT C3
    VWTiguanab 20165W-30VW 504.00/507.00ADDINOL Super Light 0540
    VWTouranab 20155W-30VW 504.00/507.00Mobil 1 ESP 5W-30
    BMW3er (F30/G20)ab 20125W-30BMW LL-04Castrol EDGE 5W-30 LL
    BMWX1 (F48/U11)ab 20155W-30BMW LL-04Shell Helix Ultra ECT C3
    MercedesC-Klasse (W205/W206)ab 20145W-30MB 229.51Mobil 1 ESP 5W-30
    AudiA3 (8V/8Y)ab 20125W-30VW 504.00/507.00LIQUI MOLY Longtime HT
    AudiA4 (B8/B9)ab 20085W-30VW 504.00/507.00Castrol EDGE 5W-30 LL
    OpelAstra K / Lab 20155W-30Dexos2LIQUI MOLY TopTec 4600
    FordFocus III / IVab 20115W-30WSS-M2C913-DCastrol Magnatec 5W-30 A5
    FordMondeo IV / Vab 20075W-30WSS-M2C913-DCastrol Magnatec 5W-30 A5
    FordC-Maxab 20105W-30WSS-M2C913-DShell Helix Ultra Prof AF
    FordFiestaab 20085W-30WSS-M2C913-DCastrol Magnatec 5W-30 A5
    FordKa (Bj. 98+)ab 19985W-30 / 10W-40WSS-M2C913-ALIQUI MOLY MoS2 10W-40
    NissanQashqai (J11/J12)ab 20145W-30ACEA C4Mobil 1 ESP 5W-30
    ToyotaAygo / Yarisab 20140W-20ACEA C5Toyota Genuine 0W-20
    Mazda52005–20155W-30ACEA A3/B4Castrol Magnatec 5W-30
    RenaultMégane IVab 20195W-30RN 0700/0710ELF Evolution 900 SXR
    Peugeot206 / 208ab 20065W-30PSA B71 2290Total Quartz Ineo ECS
    DaciaDusterab 20105W-30RN 0700/0710ELF Evolution 900 SXR
    KiaSorento (JC)ab 20025W-30ACEA A3/B4Shell Helix HX7 5W-30

    [5][6][3][4]

    Ein Blick auf die Tabelle zeigt: 5W-30 dominiert bei nahezu allen aktuellen Modellen. Aber Vorsicht – 5W-30 ist nicht gleich 5W-30. Ein 5W-30 mit VW 504.00-Freigabe unterscheidet sich chemisch erheblich von einem 5W-30 mit Ford WSS-M2C913-D[1]. Die SAE-Klasse beschreibt nur die Fließeigenschaften bei Kälte und Hitze, nicht die Additivzusammensetzung[8].

    Wo steht welches Öl mein Auto braucht?

    Es gibt vier Fundstellen, an denen Sie ablesen können, welches Motoröl Ihr Auto braucht[7][9]. Die Betriebsanleitung hat Vorrang vor allen anderen Quellen. Häufigster Irrtum: Im Fahrzeugschein steht NICHT direkt das Motoröl – dort finden Sie nur die HSN und TSN als Schlüssel für Online-Ölfinder[10].

    • 1. Betriebsanleitung – verbindlichste Quelle mit der Herstellerfreigabe[7].
    • 2. Serviceheft – dokumentiert die letzte Befüllung mit Marke und Viskosität[9].
    • 3. Aufkleber im Motorraum oder Türeinstieg – zeigt oft Ölsorte und Wechseltermin des letzten Service[11].
    • 4. Online-Ölfinder per HSN/TSN – der schnellste digitale Weg[2]. Wer noch genauer nachlesen will, wo man sieht, welches Öl fürs Auto vorgeschrieben ist, findet dort alle vier Quellen im Detail erklärt.

    Methode 1: Betriebsanleitung und Serviceheft prüfen

    Schlagen Sie das Kapitel „Betriebsstoffe“, „Hilfs- und Betriebsstoffe“ oder „Technische Daten“ auf[7]. Dort steht die Herstellerfreigabe – bei einem VW beispielsweise „VW 504.00/507.00″, bei einem BMW „LL-04″[3]. Im Serviceheft finden Sie Marke, Viskosität und Menge des letzten Ölwechsels[9].

    Auf dem Ölbehälter selbst sind die Freigaben ebenfalls aufgedruckt – auf der Rückseite im Kleingedruckten. Ein Abgleich zwischen Betriebsanleitung und Flaschenetikett dauert keine Minute. Schwierigkeitsgrad: Leicht. Zeitaufwand: 5 Minuten.

    Methode 2: HSN/TSN aus dem Fahrzeugschein + Online-Ölfinder

    Keine Betriebsanleitung griffbereit? Dann nehmen Sie den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) zur Hand[2]. Unter Feld 2.1 steht die HSN (Herstellerschlüsselnummer, 4 Ziffern). Unter Feld 2.2 finden Sie die TSN (Typschlüsselnummer, 8 Zeichen)[10]. Bei Fahrzeugscheinen vor Oktober 2005 steht die HSN unter „zu 2″ und die TSN unter „zu 3″.

    Geben Sie beide Nummern in einen Online-Ölfinder ein. Bekannte Anbieter: LIQUI MOLY Ölwegweiser, ADDINOL Ölfinder, Shell LubeMatch, Castrol Oil Guide, Mobil Produktwegweiser und der reifen.com Ölfinder[2][12]. Der Haken? Jeder Ölfinder empfiehlt naturgemäß die eigene Marke – die Freigabe-Angabe ist aber bei allen korrekt. Schwierigkeitsgrad: Leicht. Zeitaufwand: 3 Minuten.

    Methode 3: Werkstatt oder Vertragshändler fragen

    Bei importierten Fahrzeugen, fehlenden Unterlagen oder Unsicherheit ist die Werkstatt der einfachste Weg[13]. Der Vertragshändler kann über die Fahrgestellnummer (VIN) die exakte Motorvariante bestimmen und das freigegebene Öl benennen. Ein kurzer Anruf genügt – kostenlos.

    Aber ein Detail ist entscheidend: Es gibt einen Unterschied zwischen „hat die Freigabe“ (offiziell vom Autohersteller geprüft) und „erfüllt die Spezifikation“ (Selbstdeklaration des Ölherstellers)[8]. Für Neufahrzeuge unter Garantie sollten Sie auf die echte Freigabe bestehen. Wer tiefer in dieses Thema einsteigen will, erfährt bei der Frage woher weiß ich, welches Öl mein Auto braucht, welche Fallstricke es bei Werkstattempfehlungen gibt.

    Welche Öl-Spezifikation hat mein Auto? Herstellerfreigaben erklärt

    Herstellerfreigaben sind alphanumerische Codes, die der Autobauer für jeden Motor festlegt[1]. Sie bestimmen die chemische Zusammensetzung, das Additivpaket und die Leistungseigenschaften, die ein Motoröl mitbringen muss. Die SAE-Viskositätsklasse (z. B. 5W-30) allein reicht nicht – Freigabe und Viskosität müssen beide stimmen[8].

    Der ADAC weist darauf hin, dass neben den Herstellerfreigaben auch branchenweite Klassifikationen wie ACEA (Europa) und API (USA) als Basisanforderung gelten[8]. Bei europäischen Fahrzeugen ist die Herstellerfreigabe aber immer die höhere, spezifischere Anforderung. Wer wissen will, welche Öl-Spezifikation das eigene Auto hat, findet dort eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ablesen der Freigabe.

    VW / Audi / Skoda / Seat Freigaben

    Die VW-Normen gelten für alle Marken des Volkswagen-Konzerns – einschließlich Audi, Skoda, Seat und teilweise sogar Bentley und Lamborghini[3].

    VW-NormEinsatzzweckTypische SAE-KlasseStatus
    VW 504.00Benziner, Longlife-Service5W-30, 0W-30Aktuell (neueste Benzin-Norm)
    VW 507.00Diesel mit DPF, Longlife-Service5W-30, 0W-30Aktuell (neueste Diesel-Norm)
    VW 502.00Benziner, Festintervall (15.000 km/1 Jahr)5W-30, 5W-40Aktuell
    VW 505.01Diesel, Pumpe-Düse-Motoren5W-40Aktuell
    VW 508.00/509.00Neueste Norm (0W-20), nicht rückwärtskompatibel0W-20Aktuell (ab ~2019)
    VW 501.01Alte Benzinmotoren, Standard-Wechsel10W-40, 15W-40Veraltet

    [3][4]

    VW 504.00 schließt alle älteren Benzin-Normen (503.01, 503.00, 502.00, 501.01) mit ein[3]. VW 507.00 ersetzt entsprechend alle älteren Diesel-Normen. Achtung: VW 508.00/509.00 ist nicht rückwärtskompatibel – wer einen neueren Motor hat, der diese Norm verlangt, darf kein 504.00/507.00-Öl einfüllen[4].

    BMW Freigaben

    BMW arbeitet mit dem „Longlife“-System (LL). Die vier wichtigsten Normen[4]:

    BMW LL-01 – für ältere Modelle ohne Dieselpartikelfilter. BMW LL-04 – die mit Abstand häufigste aktuelle Norm, geeignet für moderne Diesel und Benziner mit DPF[4]. BMW LL-12 – eine effizientere Variante mit niedrigerer HTHS-Viskosität. BMW LL-17 – die neueste Norm mit 0W-20, speziell für aktuelle Motoren ab etwa Baujahr 2018.

    Mercedes-Benz Freigaben

    Mercedes kennzeichnet seine Ölnormen mit dem Kürzel „MB“ gefolgt von einer dreistelligen Nummer[14]:

    MB 229.3 – für ältere Motoren, mittlerweile durch neuere Standards ersetzt[14]. MB 229.5 – High-Performance-Öl für verlängerte Wechselintervalle. MB 229.51 – die häufigste aktuelle Norm, speziell für Motoren mit Partikelfilter und reduzierter Aschebildung[4]. MB 229.52 – erweiterte Version mit höherer Oxidationsstabilität, angepasst an BLUETEC-Motoren[14]. MB 229.71 – die neueste Freigabe mit abgesenkter Hochtemperatur-Viskosität für aktuelle Motoren[14].

    Auf der Seite MB BeVo-ONLINE lässt sich zu jeder Norm eine vollständige Liste aller zugelassenen Motoröle abrufen[14].

    Ford, Opel und weitere Hersteller

    Ford setzt auf die Norm WSS-M2C913-D als häufigste Freigabe für aktuelle Modelle[4]. Opel (und Chevrolet) verlangen Dexos2 – eine GM-Norm, die für Diesel und Benziner mit Partikelfilter ausgelegt ist[4]. Dexos1 Gen 3 gilt ausschließlich für Benziner mit Fokus auf Kraftstoffeffizienz[4].

    Peugeot/Citroën geben die Norm PSA B71 2290 vor, Renault arbeitet mit RN 0700/0710[4]. Asiatische Hersteller wie Toyota, Honda, Mazda und Hyundai/Kia haben teilweise eigene Spezifikationen (z. B. Toyota SAE 0W-20, Mazda Skyactiv), greifen aber oft auf ACEA-Klassifikationen zurück[4].

    Welches Öl für mein Auto nach Marke? Castrol, Shell, LIQUI MOLY & Co.

    Die Ölmarke ist zweitrangig – entscheidend bleibt allein die Herstellerfreigabe auf der Dose[5]. Ein ADDINOL mit VW 504.00-Freigabe ist technisch genauso geeignet wie ein Castrol mit derselben Freigabe. (Offenlegung: In meiner Werkstattpraxis habe ich mit allen großen Marken gute Erfahrungen gemacht – Qualitätsunterschiede bei gleicher Freigabe sind marginal.)

    ÖlmarkeÖlfinderBeliebtes ProduktHäufigste Freigaben
    Castrolcastrol.com/product-finderEDGE 5W-30 LLVW 504.00/507.00, BMW LL-04
    Shellshell.de/lubematchHelix Ultra ECT C3 5W-30MB 229.51, VW 504.00/507.00
    LIQUI MOLYliqui-moly.com/oelwegweiserLongtime High Tech 5W-30VW 504.00/507.00, BMW LL-04
    Mobilmobil.com.de/motoroelMobil 1 ESP 5W-30MB 229.51, VW 504.00/507.00
    Aralaral.de/schmierstoffeSuperTronic LL III 5W-30VW 504.00/507.00
    Total/TotalEnergiestotalenergies.deQuartz Ineo ECS 5W-30PSA B71 2290, RN 0700

    [5][12]

    Jede dieser Marken bietet einen eigenen Online-Ölfinder an, in dem Sie per HSN/TSN oder Fahrzeugmodell das passende Produkt ermitteln[12]. Der Vorteil: Sie sehen sofort, welches Produkt die richtige Freigabe trägt. Wer noch unsicher ist, welches Öl für das eigene Auto passt, findet dort einen detaillierten Markenvergleich.

    Motoröl für Diesel oder Benziner: Was ist der Unterschied?

    Dieselmotoren mit Partikelfilter (DPF) brauchen Öle mit Low-SAPS-Technologie – also besonders wenig Sulfatasche, Phosphor und Schwefel[8]. Diese aschearmen Additive schützen den DPF vor Verstopfung. Benziner-Öle haben dagegen oft höhere HTHS-Werte (Hochtemperatur-Hochscherviskosität), weil Benzinmotoren in der Regel höhere Drehzahlen erreichen[4].

    Bei VW steht 504.00 für Benziner und 507.00 für Diesel – viele Öle tragen aber beide Freigaben gleichzeitig und eignen sich damit für beide Motortypen[3]. Das vereinfacht die Suche erheblich. Trotzdem sollten Sie nie blind ein Benziner-Öl in einen Diesel mit DPF einfüllen: Ohne passende Low-SAPS-Freigabe kann der Partikelfilter innerhalb weniger tausend Kilometer zusetzen[15].

    Wer sich gerade zwischen beiden Antriebsarten entscheidet, findet bei der Frage Diesel oder Benziner kaufen eine Gegenüberstellung der laufenden Kosten – einschließlich Ölwechsel.

    Wie finde ich heraus, welches Öl aktuell in meinem Auto ist?

    Andere Frage, anderer Schwerpunkt: Hier geht es nicht darum, welches Öl Ihr Auto braucht, sondern welches gerade drin ist[11]. Ohne Dokumentation ist das nachträglich schwer feststellbar – am Peilstab erkennen Sie Farbe und Füllstand, aber nicht Marke oder Freigabe.

    Vier Wege führen zur Antwort: (1) Serviceheft oder letzter Werkstattbeleg – dort ist Marke und SAE-Klasse dokumentiert[9]. (2) Aufkleber im Motorraum oder am Türeinstieg – zeigt oft Ölsorte und Wechseldatum. (3) Werkstatt des letzten Ölwechsels kontaktieren – die meisten Betriebe speichern Servicedaten digital[13]. (4) Ölanalyse im Labor – bestimmt Öltyp, Verschleißmetalle und Additivzustand[16].

    Pragmatischer Rat aus der Praxis: Bei unbekannter Ölhistorie – etwa nach einem Gebrauchtwagenkauf – einfach beim nächsten Wechsel das laut Betriebsanleitung freigegebene Öl einfüllen und sauber dokumentieren[11]. Laboranalysen kosten zwischen 26 € (MotorCheckUp) und 109 € (ADAC Prüfzentrum München) und lohnen sich nur bei konkretem Verdacht auf falsches Öl oder unerklärlichem Ölverbrauch[16].

    Welche Öltemperatur im Auto ist normal?

    Die optimale Betriebstemperatur von Motoröl liegt zwischen 80 und 120 °C, ideal sind 90 bis 110 °C[17]. In diesem Bereich erreicht das Öl seine optimale Viskosität – weder zu dünn noch zu dick – und kann Schmierung, Wärmeableitung und Reinigung am besten erfüllen[17].

    Unter 50 °C sollte der Motor noch nicht voll belastet werden[18]. Die Wassertemperatur erreicht 90 °C nach etwa drei Minuten – das Motoröl braucht rund zehn Minuten länger[19]. Wer im Winter gleich nach dem Start Vollgas gibt, riskiert erhöhten Verschleiß an Kolbenringen und Lagern.

    Über 120 °C wird es kritisch. Ab etwa 130 °C beginnt der Schmierfilm instabil zu werden, ab 150 °C droht Öloxidation mit beschleunigtem Abbau der Additive[20]. Dieselmotoren bewegen sich tendenziell im Bereich von 90–110 °C, Benziner bei sportlicher Fahrweise eher bei 110–127 °C[20].

    Welcher Ölverbrauch beim Auto ist normal?

    Ein gewisser Ölverbrauch ist bei jedem Verbrennungsmotor normal – er liegt laut Herstellerangaben zwischen 50 und 300 ml auf 1.000 Kilometer[21]. In der Praxis verbrauchen die meisten Motoren deutlich weniger: Typische Werte liegen bei 10 bis 100 ml pro 1.000 km[21].

    Ölverbrauch pro 1.000 kmEinordnungHandlungsempfehlung
    Bis 0,3 lUnauffälligRegelmäßig Ölstand prüfen
    0,3–0,5 lErhöhtBeobachten, ggf. Werkstatt informieren
    0,5–1,0 lDeutlich erhöhtWerkstatt prüfen lassen
    Über 1,0 lKritischSofort Werkstatt aufsuchen

    [21][22]

    VW gibt bei neueren Fahrzeugen einen Ölverbrauch von bis zu 0,5 l/1.000 km als „normal“ an[22]. Bei TSI-Motoren – insbesondere frühe Generationen des EA888 – klagen manche Fahrer über deutlich mehr als einen Liter pro 1.000 km[22]. Plötzlich steigender Verbrauch ist ein Warnsignal: Häufige Ursachen sind verschlissene Kolbenringe, defekte Ventilschaftdichtungen oder Kraftstoffeintrag ins Öl[21].

    Tipp: Ölstand immer auf warmem Motor messen und das Fahrzeug dabei auf ebener Fläche abstellen[23].

    Welche verschiedenen Öle braucht ein Auto?

    Motoröl ist bei Weitem nicht die einzige Flüssigkeit, die Ihr Auto braucht[24]. Insgesamt arbeiten in einem modernen Fahrzeug sechs bis sieben verschiedene Öle und Betriebsflüssigkeiten – jede mit eigener Spezifikation[25].

    Motoröl schmiert den Verbrennungsmotor, reduziert Reibung und leitet Wärme ab[24]. Getriebeöl übernimmt die gleiche Aufgabe im Schalt- oder Automatikgetriebe – bei geringeren Temperaturen, aber höheren Scherkräften[24]. Differentialöl kommt bei Allrad- und Hinterradantrieb hinzu. Bremsflüssigkeit (DOT 3, DOT 4 oder DOT 5.1) überträgt den Pedaldruck hydraulisch auf die Bremszangen[25]. Servolenkungsflüssigkeit unterstützt die Lenkung (bei hydraulischen Systemen). Kühlmittel – technisch kein Öl, aber oft verwechselt – verhindert Überhitzung und Frostschäden[25].

    Nicht verwechseln: Motoröl im Getriebe kann die Ölpumpe blockieren, Getriebeöl im Motor zerstört den Schmierfilm[15]. Einen vollständigen Überblick über alle Flüssigkeiten im Auto finden Sie in unserem separaten Ratgeber.

    Welcher Ölfilter passt in mein Auto?

    Der Ölfilter wird bei jedem Ölwechsel mitgetauscht – er fängt Metallabrieb, Verbrennungsrückstände und Verschmutzungen auf[26]. Den passenden Filter ermitteln Sie über HSN/TSN – die gleiche Methode wie beim Motoröl[26].

    Es gibt zwei Hauptbauformen: Anschraubfilter (das klassische Format, von außen aufgeschraubt) und Filtereinsätze/Filterpatronen (nur der Einsatz wird gewechselt, das Gehäuse bleibt)[26]. Filtereinsätze gelten als umweltfreundlicher, da weniger Material entsorgt wird. Bei Kia-Modellen brauchen Sie je nach Motor einen Ölfilter-Schlüssel mit 65 mm oder 76 mm Durchmesser.

    Ölfilter kosten zwischen 5 und 25 € je nach Fahrzeug – die Investition lohnt sich immer[26]. Wer mehr über alle Filter im Auto erfahren will – von Luft- über Kraftstoff- bis Innenraumfilter – findet dort eine Gesamtübersicht.

    FAQ

    Welches Motoröl für welches Auto – gibt es eine universelle Tabelle?

    Eine allgemeine Zuordnungstabelle nach Hersteller und Modell existiert als erste Orientierung – wie die Tabelle oben in diesem Artikel[5]. Verbindlich ist aber immer die Herstellerfreigabe aus der Betriebsanleitung, nicht die Tabelle. Innerhalb einer Baureihe können je nach Motorisierung (Benziner, Diesel, Turbo, Saugmotor) unterschiedliche Freigaben gelten[6]. Auch das Baujahr spielt eine Rolle: Ein VW Golf VII von 2013 kann eine andere Norm verlangen als ein Golf VIII von 2024. Prüfen Sie deshalb immer zusätzlich das Kapitel „Betriebsstoffe“ in Ihrem Bordbuch[7].

    Steht im Fahrzeugschein, welches Öl mein Auto braucht?

    Nein. Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) steht keine Öl-Angabe[10]. Über die HSN (Feld 2.1) und TSN (Feld 2.2) können Sie aber einen Online-Ölfinder von ADDINOL, LIQUI MOLY, Castrol oder Shell bedienen und so das richtige Öl ermitteln[2][12]. Das dauert etwa 3 Minuten. Bei alten Fahrzeugscheinen (vor Oktober 2005) stehen die Nummern unter „zu 2″ und „zu 3″[10].

    Welches Öl braucht mein Auto, wenn es Öl verbraucht?

    Immer das laut Herstellerfreigabe vorgeschriebene Öl nachfüllen[7]. Ein häufiger Irrtum: Dickeres Öl (z. B. 10W-40 statt 5W-30) einzufüllen, „um den Verbrauch zu senken“. Das kann den DPF schädigen und den Motor nicht optimal schmieren[15]. Bei erhöhtem Verbrauch über 0,5 l/1.000 km die Ursache in der Werkstatt prüfen lassen – typische Gründe sind verschlissene Kolbenringe oder defekte Ventilschaftdichtungen[21].

    Wie finde ich heraus, welches Öl aktuell in meinem Auto ist?

    Das aktuell eingefüllte Öl lässt sich ohne Dokumentation kaum feststellen[11]. Prüfen Sie zuerst Serviceheft, letzten Werkstattbeleg oder den Aufkleber im Motorraum. Falls nichts dokumentiert ist, kontaktieren Sie die Werkstatt des letzten Ölwechsels – die meisten Betriebe speichern Servicedaten digital[13]. Eine Laboranalyse (ab 26 €) kann das Öl bestimmen, ist im Alltag aber selten nötig[16]. Pragmatisch: Beim nächsten Ölwechsel das korrekte Öl einfüllen und sauber dokumentieren.

    Welches Motoröl für ein altes Auto mit über 300.000 km?

    Auch bei Hochlaufleistung gilt: die Herstellerfreigabe einhalten[8]. Kein „High-Mileage“-Öl ohne passende Freigabe verwenden – die chemische Zusammensetzung muss zum Motor passen, unabhängig vom Kilometerstand. Ältere Motoren (vor etwa 2005) vertragen oft 5W-40 oder 10W-40 besser als dünne 0W-20-Öle, weil ihre Fertigungstoleranzen größer sind[8]. Die verbindliche Angabe steht auch hier in der Betriebsanleitung – nicht im Forum.

    Welche Motorölmenge braucht mein Auto?

    Typisch sind 3,5 bis 6 Liter bei einem PKW, hubraumstärkere Aggregate benötigen bis zu 10 Liter[21]. Die exakte Füllmenge steht in der Betriebsanleitung unter „Füllmengen“ oder „Technische Daten“. Beim Ölwechsel empfiehlt es sich, zunächst 0,5 bis 1 Liter weniger einzufüllen, den Motor kurz laufen zu lassen und dann den Ölstand am Peilstab zu prüfen[23]. Kaufen Sie sicherheitshalber 1 Liter mehr als angegeben – den Rest können Sie für späteres Nachfüllen aufbewahren.

    Welche Öltemperatur im Auto ist normal?

    Die normale Betriebstemperatur für Motoröl liegt zwischen 80 und 120 °C, ideal bei 90 bis 110 °C[17]. Unter 50 °C ist der Motor kalt – volle Belastung vermeiden[18]. Über 120 °C wird der Schmierfilm instabil, ab 150 °C droht Öloxidation[20]. Dieselmotoren arbeiten tendenziell im unteren Bereich (90–110 °C), Benziner bei sportlicher Fahrweise eher bei 110–127 °C. Die Öltemperatur braucht nach dem Kaltstart etwa 10 Minuten länger als die Wassertemperatur, um den optimalen Bereich zu erreichen[19].

    Was passiert, wenn man das falsche Motoröl einfüllt?

    Falsches Motoröl kann bei modernen Motoren schwere Schäden verursachen[15]. Bei zu dünnem Öl bildet sich kein stabiler Schmierfilm unter hoher Last – der Verschleiß steigt. Bei falscher Spezifikation ohne DPF-Freigabe kann der Dieselpartikelfilter verstopfen, was zu Leistungsverlust und teurer Reinigung führt[15]. Im Extremfall droht ein kapitaler Motorschaden[27]. Bei einmaligem Nachfüllen mit leicht abweichendem Öl (gleiche Freigabe-Klasse) passiert allerdings meist nichts Dramatisches – beim nächsten Wechsel einfach korrigieren.

    Welches Geräusch macht ein Auto wenn Öl fehlt?

    Ein tickendes oder klopfendes Geräusch aus dem Motorraum ist das häufigste Anzeichen für Ölmangel[23]. Hydrostößel und Ventilstößel arbeiten ohne ausreichende Schmierung hörbar lauter – besonders beim Kaltstart. Bei fortgeschrittenem Ölmangel kommt metallisches Schleifen oder Rasseln hinzu, das auf direkten Metall-auf-Metall-Kontakt hindeutet. Leuchtet die Öldruckwarnleuchte auf: Sofort anhalten und den Motor abstellen[23]. Weiterfahren kann innerhalb von Sekunden zum Kolbenfresser führen.

    Quellen

    1. ADAC. (2025). Motoröl-Spezifikationen: Alles zu ACEA, API und SAE. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/reparatur-pflege-wartung/wartung-inspektion/motoroel-spezifikationen/
    2. ADDINOL. (2025). Ölfinder für PKW, Motorrad und mehr – ADDINOL Ölwegweiser.
      Oil-Finder
    3. Motoroel-Portal. (o.D.). VW Motoröl Spezifikationen – Übersicht aller VW Freigaben. https://www.motoroel-portal.de/herstellerfreigaben/vw/
    4. EVLG. (o.D.). Herstellerfreigaben Motorenöle. https://www.evlg.de/herstellerfreigaben-motoren%C3%B6le
    5. KfzPick. (2026). Welches Motoröl für welches Auto? Tabelle, Freigaben und richtige Wahl. https://kfzpick.de/aktuelles/welches-motorol-fur-welches-auto/
    6. AUTODOC. (2025). Welches Motoröl für welches Auto Tabelle. https://www.autodoc.de/s/welches-motorol-fur-welches-auto-tabelle
    7. KfzPick. (2026). Welche Öl-Spezifikation hat mein Auto? So findest Du sie.
      Welche Öl-Spezifikation hat mein Auto? So findest Du sie
    8. ADAC. (2025). Motoröl: Der große ADAC Ratgeber. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/reparatur-pflege-wartung/wartung-inspektion/motoroel/
    9. Motoroel.de. (o.D.). Wo steht welches Motoröl mein Auto braucht? https://www.motoroel.de/motoroel/wo-steht-welches-motoroel-mein-auto-braucht/
    10. reifen.com. (2020). Motorölfinder: Das richtige Öl für Ihr Fahrzeug. https://www.reifen.com/de-de/infos-tipps/auto/pflege/motoroelfinder
    11. Reddit r/automobil. (2024). Woher weiss ich welches Motoröl in meinem Auto bereits ist?
      Woher weiss ich welches Motoröl in meinem Auto bereits ist?
      byu/Osmosii inautomobil
    12. Mobil Deutschland. (2024). Motoröl – Suche über HSN / TSN. https://www.mobil.com.de/de-de/motoroel
    13. Oil-Shop24. (2022). Woher weiß ich welches Öl mein Auto braucht? https://www.oil-shop24.de/woher-weiss-ich-welches-ol-mein-auto-braucht
    14. Motoroel-Portal. (2020). Mercedes Benz Motoröl Freigaben (MB). https://www.motoroel-portal.de/herstellerfreigaben/mb/
    15. Oil-Store. (2025). Falsches Motoröl verwendet? Folgen, Symptome & Tipps.
      Was passiert, wenn man das falsche Motoröl verwendet?
    16. ADAC Prüfzentrum München. (o.D.). ÖlCheck: Motoröldiagnose mit Laborbericht. https://adac-pruefzentrum-muenchen.de/motoroelanalyse-auto
    17. AUTODOC. (2025). Öltemperatur im Auto: Betriebstemperatur, Probleme, und maximale Öltemperaturen. https://www.autodoc.de/info/motoroeltemperatur-im-auto
    18. Alleantworten.de. (o.D.). Ab welcher Öltemperatur Motor belasten? https://alleantworten.de/ab-welcher-oeltemperatur-motor-belasten
    19. Isteshaltbar.de. (2020). Wie viel Öltemperatur ist normal? https://www.isteshaltbar.de/frage-und-antwort/wie-viel-oeltemperatur-ist-normal
    20. Tuningblog. (2024). Die Öltemperatur im Auto: darauf gilt es zu achten. https://www.tuningblog.eu/tipps_tuev-dekra-u-co/oeltemperatur-auto-498442/
    21. Isteshaltbar.de. (2020). Wie viel Öl darf ein Auto auf 1000 km verbrauchen? https://www.isteshaltbar.de/frage-und-antwort/wie-viel-oel-darf-ein-auto-auf-1000-km-verbrauchen
    22. Gutefrage.net. (2024). Wieso ist bei VW ein Ölverbrauch von 1L auf 1000KM noch normal? https://www.gutefrage.net/frage/wieso-ist-bei-vw-ein-oelverbrauch-von-1l-auf-1000km-noch-normal
    23. ADAC. (2025). Ölstand prüfen und Öl nachfüllen: So einfach geht’s. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/reparatur-pflege-wartung/wartung-inspektion/oelstand-pruefen/
    24. AutoDNA. (2024). Flüssigkeiten im Auto – was sollten Sie wissen?
      Flüssigkeiten im Auto – was sollten Sie wissen?
    25. Carvolution. (2026). Alles zu Autoflüssigkeiten: Öl, Kühlmittel etc. https://www.carvolution.com/de/magazin/alles-rund-um-autofluessigkeiten
    26. Autopartner24. (2026). Ölfilter kaufen – für sauberes Öl und volle Motorleistung. https://www.autopartner24.de/de/c506/oelfilter
    27. AUTODOC. (2025). Motorschaden durch falsches Motoröl. https://www.autodoc.de/info/falsches-ol-im-auto

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