Bezüglich der Frage „Wo sitzt der Ladedrucksensor Mercedes-spezifisch?“ gilt: Bei den meisten Mercedes-Fahrzeugen befindet sich der Ladedrucksensor (MAP-Sensor) direkt am Ladeluftrohr zwischen Ladeluftkühler und Ansaugkrümmer sowie vor der Drosselklappe. Eine Besonderheit bilden Dieselmotoren wie der OM651 (z. B. im C 220 CDI W204): Hier sind häufig zwei baugleiche Drucksensoren verbaut. Der obere Sensor sitzt gut zugänglich am Ansaugrohr, während der eigentliche Ladedrucksensor tiefer am Saugrohr zwischen Zylinder 2 und 3 angebracht ist.
Wichtigste Erkenntnisse:
Der Ladedrucksensor (in der Fachsprache häufig als MAP-Sensor beziehungsweise Manifold Absolute Pressure Sensor bezeichnet) nimmt eine zentrale Rolle in der Motorsteuerung moderner aufgeladener Motoren ein. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den aktuellen Druck der verdichteten Luft im Ansaugsystem kontinuierlich zu messen und diesen Wert als elektrisches Signal an das Motorsteuergerät zu übermitteln.
Die allgemeine Einbauposition des Ladedrucksensors befindet sich bei aufgeladenen Mercedes-Benz-Fahrzeugen im Ansaugtrakt zwischen dem Ladeluftkühler und dem Motor. Konkret ist das Bauteil direkt in das Kunststoff- oder Aluminium-Ladeluftrohr geschraubt beziehungsweise gesteckt. Von dort aus erfasst der Sensor den Überdruck, den der Turbolader in das System fördert, noch bevor die Luft die Drosselklappe passiert. Regelmäßige Kontrollen dieses Bauteils gehören zu den grundlegenden Arbeiten bei der Fehlersuche, wenn Störungen im Ladedrucksystem auftreten.
Die genaue Lage variiert zwischen Turbodiesel- und Turbobenzinmotoren sowie je nach spezifischer Motorengeneration:
Aufgrund dieser konstruktiven Unterschiede lohnt sich bei der Fehlersuche stets der Blick auf die spezifische Motorisierung. Bei vielen verschiedenen Mercedes-Benz Modellreihen lässt sich der obere Sensoranschluss bereits nach dem Entfernen der Kunststoff-Motorabdeckung erkennen.
Eine der am häufigsten nachgefragten Einbaupositionen betrifft den Mercedes-Benz C 220 CDI der Baureihe W204 beziehungsweise S204 mit dem Vierzylinder-Diesel OM651. In der Werkstattpraxis sorgt dieses Modell gelegentlich für Verwirrung, da Mercedes im Ansaugsystem des OM651 zwei äußerlich baugleiche Drucksensoren verbaut hat. Dieser Motor kommt in zahlreichen Pkw-Klassen sowie in kompakten Reisemobilen wie dem Mercedes Marco Polo zum Einsatz, wo die Platzverhältnisse im Motorraum ähnlich eng ausfallen.
Der erste Sensor befindet sich gut sichtbar im oberen Bereich in der Nähe des Luftmassenmessers am Ansaugrohr von Zylinder 1. Dieser Sensor lässt sich ohne großen Aufwand erreichen. Der eigentliche Ladedrucksensor (oft als unterer Saugrohrdruck- beziehungsweise Ladedrucksensor bezeichnet) sitzt jedoch deutlich versteckter: Er ist am Saugrohr zwischen dem zweiten und dritten Zylinder platziert, etwa 15 Zentimeter nach unten versetzt in Richtung Kotflügelblech beziehungsweise Spritzwand. Seine Position ist von oben durch den verbauten Luftfilterkasten verdeckt.
Um den unteren Ladedrucksensor beim OM651 im W204 zu erreichen und auszutauschen, sind folgende Schritte und Werkzeuge erforderlich:
Die Verwechselungsgefahr der beiden baugleichen Sensoren beim OM651 führt in freien Werkstätten gelegentlich dazu, dass nur der obere Sensor getauscht wird, obwohl der Fehlercode auf den unteren Sensor am Saugrohr verweist. Beim Ersatzteilkauf ist daher genau auf die Zuordnung im Teilekatalog zu achten.
Hinweis: Beim Arbeiten an elektrischen Steckern im Motorraum ist stets auf Beschädigungen der Verriegelungslaschen und Ölablagerungen in den Kontakten zu achten. Öl im Steckgehäuse kann zu Verfälschungen der Messwerte führen.
Nein, beim Vorgängermodell W203 mit den Dieselmotoren OM611 oder OM646 gestaltet sich die Einbauposition anders. Bei diesen Motoren gibt es nur einen einzelnen Ladedrucksensor im Ansaugtrakt. Er befindet sich direkt oben am dicken Ladeluftrohr nahe dem Kühler oder seitlich am Ansaugkrümmer. Der Sensor ist beim W203 ohne die Demontage des Luftfilterkastens direkt von oben erreichbar und mit einer einzelnen Schraube fixiert.
Bei der Diagnose von Ladedruckfehlern werden die Begriffe Ladedrucksensor und Saugrohrdrucksensor oft synonym verwendet, obwohl es sich messtechnisch um zwei unterschiedliche Messpunkte im Motor handelt:
Beide Sensoren arbeiten als sogenannte MAP-Sensoren (Manifold Absolute Pressure). Sie nutzen ein piezoresistives Messelement, das den mechanischen Druck in eine proportionale elektrische Spannung umwandelt. Beim Abfragen von Diagnosewerten über einen Mercedes me Adapter für die Fahrzeugdiagnose lassen sich die Messdaten beider Sensoren im Live-Datenstrom separat vergleichen. Ergänzend ermöglicht die digitale Anbindung über den Mercedes me Connect Dienst für Telematik die Früherkennung gespeicherter Sensorfehler im System.
Ein fehlerhaft arbeitender Ladedrucksensor liefert dem Motorsteuergerät falsche oder gar keine Druckwerte. Da das Steuergerät in diesem Fall das Kraftstoff-Luft-Gemisch nicht mehr korrekt berechnen kann, schaltet die Motorelektronik zum Schutz der Bauteile in ein Notlaufprogramm.
Folgende Symptome deuten auf einen Defekt hin:
Regelmäßige Inspektionen und die rechtzeitige Wartung der Steuerkette beim Mercedes-Motor tragen dazu bei, den Motor im optimalen Betriebszustand zu halten, wobei elektronische Sensorfehler unabhängig von mechanischen Bauteilen auftreten können.
Beim Auslesen des Fehlerspeichers über die OBD2-Schnittstelle verweisen spezifische Fehlercodes (DTCs) auf den Ladedrucksensor oder dessen Signalpfad:
| Fehlercode | Bedeutung laut Diagnose | Mögliche Ursache |
|---|---|---|
| P0235 | Ladedruck-Sensor A Schaltkreis Fehlfunktion | Unterbrechung, Kurzschluss oder Sensor defekt |
| P0236 | Ladedruck-Sensor A Bereich/Eigenleistung | Signalwerte unplausibel (Leckage oder defekter Sensor) |
| P0299 | Ladedruck-Unterschreitung (Underboost) | Falscher Sensorwert, Undichtigkeit im Ladeluftschlauch |
| P0105 | Saugrohrdruck-/Barometerdruck-Schaltkreis | Stromkreisfehler am MAP-Sensor |
| P0106 | Saugrohrdruck-Sensor Bereich/Fehlfunktion | Unplausible Druckdifferenz zwischen Umgebung und Saugrohr |
Wer die Unterhaltskosten moderner Mercedes-Fahrzeuge im Blick behält, kann durch ein gezieltes Auslesen dieser Codes teure Fehldiagnosen in der Werkstatt vermeiden.
Vor dem vorschnellen Austausch des Sensors sollte eine systematische Prüfung durchgeführt werden, um Kabelbrüche oder Undichtigkeiten im Ansaugsystem auszuschließen:
Große SUV-Modelle wie die Mercedes GLE Baureihe nutzen komplexe Sensorkaskaden. Bei diesen Fahrzeugen empfiehlt es sich, Fehlerhinweise auch über die Fehleranzeige über die Mercedes me App im Blick zu behalten, um Störungen im Ladeluftsystem frühzeitig zu erkennen.
Beim Mercedes C 220 CDI mit OM651-Motor sitzt der obere Drucksensor gut sichtbar nahe dem Luftmassenmesser am Ansaugrohr. Der eigentliche untere Ladedrucksensor befindet sich versteckt am Saugrohr zwischen Zylinder 2 und 3, etwa 15 cm tief unter dem Luftfilterkasten.
Der OM651-Dieselmotor verfügt über zwei baugleiche Drucksensoren im Ansaugsystem: einen oberen Sensor am Ladeluftrohr/Ansaugkanal und einen unteren Sensor direkt am Saugrohr. Bei der Fehlersuche muss anhand des Fehlercodes genau ermittelt werden, welcher der beiden Sensoren betroffen ist.
Ein neuer Ladedrucksensor für den Mercedes C-Klasse W204 kostet als Marken-Ersatzteil (z. B. von Bosch, HELLA oder Pierburg) im freien Teilehandel zwischen 20 Euro und 50 Euro. Bei einem Austausch in der Fachwerkstatt kommen Arbeitskosten für die Demontage des Luftfilterkastens hinzu, wodurch sich der Gesamtbetrag meist auf etwa 100 Euro bis 180 Euro beläuft.
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