Die Frage „Welches Verhalten ist richtig?" taucht in der Führerscheinprüfung immer wieder auf – meist bei Kreuzungsszenarien mit mehreren Fahrzeugen. Die Grundregel ist simpel: An Kreuzungen ohne Schilder gilt „rechts vor links"[1]. Wer von rechts kommt, fährt zuerst. Aber Straßenbahnen, Vorfahrtsschilder und abbiegende Fahrzeuge machen die Sache komplizierter.
§ 8 Abs. 1 der StVO legt die wichtigste Vorfahrtsregel fest: An Kreuzungen und Einmündungen hat Vorfahrt, wer von rechts kommt[1]. Das klingt einfach, ist aber oft der Stolperstein in Prüfungsfragen.
Die Regel greift immer dann, wenn keine Verkehrszeichen die Vorfahrt regeln. In Wohngebieten findest du das häufig – keine Ampel, kein Schild, nur rechts vor links. Was viele vergessen: Die Richtung, in die der andere fahren will, spielt keine Rolle. Entscheidend ist nur, woher er kommt[2].
Ein Linksabbieger kann also trotzdem Vorfahrt haben – wenn er rechts von dir steht und selbst niemanden rechts von sich hat. Das irritiert anfangs, macht aber Sinn: Die Regel bezieht sich auf die Herkunftsrichtung, nicht auf die Fahrabsicht.
| Situation | Wer hat Vorfahrt? |
|---|---|
| Zwei Autos, keines von rechts | Gleichzeitig einfahren oder Verständigung |
| Auto von rechts, Auto von links | Auto von rechts |
| Drei Autos (Kreuzung) | Der ohne Fahrzeug rechts von sich |
| Vier Autos (alle Richtungen) | Verständigung erforderlich |
Das gelbe Raute-Schild zeigt an: Du bist auf der Vorfahrtstraße[3]. Alle anderen müssen warten. Die Regel gilt, bis das Schild endet (Zeichen 307) oder ein anderes Schild die Vorfahrt ändert.
Was viele nicht wissen: Bei einer abknickenden Vorfahrt (Zeichen 306 plus Zusatzzeichen 1002) folgt die Vorfahrt dem Straßenverlauf, nicht der geraden Linie[3]. Wer geradeaus will, biegt quasi ab und muss blinken.
Bei Zeichen 205 (weißes Dreieck mit rotem Rand) musst du anderen die Vorfahrt gewähren – aber nicht zwingend anhalten[1]. Beim Stoppschild (Zeichen 206) ist das anders: Hier gilt absolutes Anhalten an der Haltelinie.
Die Faustregel: 21, 22, 23 – also drei Sekunden Stillstand[1]. Wichtig ist, dass die Räder komplett zum Stillstand kommen. Langsames Rollen reicht nicht und kostet in der Prüfung Punkte.
Dieses Schild gewährt dir Vorfahrt nur an der nächsten Kreuzung – danach gilt wieder rechts vor links[3].
Hier ist die Sache: Straßenbahnen haben grundsätzlich Vorrang, sofern keine Ampel oder Verkehrszeichen etwas anderes sagen[4]. Das bedeutet: Auch wenn du auf einer Vorfahrtstraße bist, musst du die Straßenbahn durchlassen, wenn sie von einer gleichrangigen Straße kommt.
Bei Führerscheinfragen mit „grünes Auto" oder „rotes Auto" versus Straßenbahn liegt die Straßenbahn also fast immer vorn – es sei denn, sie hat ein Stoppschild oder Ampelrot.
Hält ein Bus an einer Haltestelle, gelten besondere Regeln. Du darfst nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren – und wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen, musst du anhalten[5]. Gefährden oder behindern ist tabu.
Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn haben immer Vorrang – egal welche Schilder stehen[4]. Sie dürfen sogar gegen Einbahnstraßen fahren, wenn es die Einsatzlage erfordert.
Die meisten „Welches Verhalten ist richtig?"-Fragen folgen einem Schema. Hier die häufigsten Konstellationen.
Schau zuerst nach Schildern. Kein Schild? Dann rechts vor links. Kommt das andere Auto von rechts, wartest du. Kommt es von links, fährst du zuerst[1].
Der Kniff: Wer hat niemanden rechts von sich? Das Auto, das keinen Verkehrsteilnehmer rechts hat, fährt zuerst. Danach folgt der nächste, der dann frei ist.
Fahrräder sind laut StVO gleichgestellt[1]. Das heißt: Auch für Radfahrer gilt rechts vor links. Ein Radfahrer von rechts hat Vorfahrt vor einem Auto von links.
Keine Sonderregel. Rechts vor links gilt, Schilder haben Priorität. Ein Motorrad von rechts fährt vor einem Auto von links – und umgekehrt.
§ 10 StVO regelt Sonderfälle, die gern übersehen werden. Wer aus einem Grundstück, Parkplatz oder über einen abgesenkten Bordstein auf die Straße einfahren will, muss immer warten[6]. Hier gibt es kein rechts vor links – der fließende Verkehr hat Vorfahrt.
Das gilt auch für das Anfahren vom Fahrbahnrand. Sobald du dich einfädeln willst, musst du allen anderen die Vorfahrt gewähren. Ein Blinker zeigt deine Absicht an, gibt dir aber kein Vorrecht.
Wer sich in der Fahrschule unsicher fühlt, sollte diese Papiere für Autofahrer kennen und regelmäßig Prüfungsfragen üben.
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