Welches Motoröl für Dein Auto richtig ist, steht im Serviceheft oder der Betriebsanleitung – nicht im Fahrzeugschein[1]. Dort findest Du die Herstellerfreigabe wie „VW 504.00", „BMW Longlife-04" oder „MB 229.51". Diese Freigabe ist verbindlich. Willst Du wissen, welches Öl aktuell im Motor ist, schau auf den Service-Aufkleber im Motorraum oder Türrahmen – dort notiert die Werkstatt beim Ölwechsel Marke und Spezifikation[2].
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Herstellerfreigaben und ihre Anwendungsgebiete. Diese Freigaben sind das ausschlaggebende Kriterium bei der Ölwahl – nicht die Marke oder der Preis[3].
| Freigabe | SAE-Klasse | Anwendung |
|---|---|---|
| VW 504.00 / 507.00 | 5W-30 | Longlife-Service Benziner und Diesel mit DPF[4] |
| VW 502.00 / 505.01 | 5W-30, 5W-40 | Festintervall Benziner und TDI-Pumpe-Düse |
| VW 505.00 / 501.01 | 5W-40, 10W-40 | Ältere Diesel und Benziner ohne WIV |
| Freigabe | SAE-Klasse | Anwendung |
|---|---|---|
| BMW Longlife-01 | 5W-30, 5W-40 | Ältere Benziner und Diesel vor 2004 |
| BMW Longlife-04 | 5W-30 | Diesel mit DPF, Benziner ab 2004[5] |
| BMW Longlife-17 FE+ | 0W-20 | Moderne Motoren mit niedrigster Viskosität |
| Freigabe | SAE-Klasse | Anwendung |
|---|---|---|
| MB 229.3 | 5W-30, 5W-40, 10W-40 | Ältere Benziner und Diesel ohne DPF[6] |
| MB 229.51 | 5W-30 | Diesel mit DPF, moderne Benziner |
| MB 229.52 | 5W-30 | Low-SAPS für Abgasnachbehandlung |
| MB 229.71 | 0W-20 | Neueste Motoren, Fuel Economy |
| Freigabe | SAE-Klasse | Anwendung |
|---|---|---|
| GM-LL-A-025 | 0W-30 | Benziner mit WIV (Wartungsintervall-Verlängerung) |
| GM-LL-B-025 | 5W-40 | Diesel mit WIV |
| dexos2 | 5W-30 | Universell für Benziner und Diesel[4] |
| Freigabe | SAE-Klasse | Anwendung |
|---|---|---|
| WSS-M2C913-D | 5W-30 | TDCi Diesel und EcoBoost Benziner |
| WSS-M2C946-B1 | 0W-30 | Neuere Diesel mit strengen Emissionsanforderungen |
Das ist eine Frage, die sich vor allem Gebrauchtwagenkäufer stellen. Und ehrlich gesagt: Eine hundertprozentige Antwort gibt es nicht immer.
Die zuverlässigste Quelle ist der Service-Aufkleber. Diesen klebt die Werkstatt nach jedem Ölwechsel in den Motorraum (oft am Domstreben-Bereich) oder in den Türrahmen[2]. Dort steht Datum, Kilometerstand und – hier wird es interessant – meist auch Ölmarke und Spezifikation. Bei Mercedes-Fahrzeugen sieht das zum Beispiel so aus: „MB 229.51 – 5W-30"[7].
Keine Aufkleber vorhanden? Dann hilft ein Blick ins Serviceheft. Dort dokumentieren seriöse Werkstätten jeden Ölwechsel inklusive der verwendeten Sorte.
Aber hier ist die Sache: Selbst wenn Du weißt, welches Öl drin ist – das heißt nicht automatisch, dass es das richtige war. Manche Vorbesitzer oder Werkstätten nehmen, was gerade verfügbar ist. Deshalb solltest Du immer die Herstellerfreigabe aus der Betriebsanleitung als Maßstab nehmen, nicht das, was der Vorbesitzer eingefüllt hat[1].
Die verbindliche Information findest Du an genau drei Stellen:
Das kleine Handbuch im Handschuhfach. Im Kapitel „Technische Daten" oder „Betriebsstoffe" steht die exakte Herstellerfreigabe[7]. Bei einem VW Golf 7 TDI liest Du dort zum Beispiel „VW 507.00", bei einem BMW 320d „BMW Longlife-04".
Oft ist die Öl-Spezifikation auch im Serviceheft vermerkt – direkt auf den ersten Seiten mit den technischen Daten.
Schneller geht es mit den Ölfinder-Tools der großen Hersteller. Du brauchst nur HSN (Feld 2.1) und TSN (Feld 2.2) aus Deinem Fahrzeugschein[8]. LIQUI MOLY, Castrol, ADDINOL und Shell haben alle solche Datenbanken. Was die meisten nicht wissen: Du kannst dort auch die Füllmenge für Deinen spezifischen Motor nachschlagen – das steht nämlich nicht immer in der Betriebsanleitung.
Mehr dazu findest Du in unserem Ratgeber Welches Öl braucht mein Auto?
Diese drei Kürzel tauchen auf jeder Ölflasche auf. Sie sagen unterschiedliche Dinge aus:
SAE (Society of Automotive Engineers) beschreibt nur die Viskosität – also wie dünn- oder dickflüssig das Öl bei bestimmten Temperaturen ist[5]. Ein 5W-30 ist bei Kälte (W = Winter) dünnflüssiger als ein 10W-30, aber bei Betriebstemperatur verhalten sich beide gleich.
ACEA (Association des Constructeurs Européens d'Automobiles) definiert die europäischen Qualitätsanforderungen[9]. Die wichtigsten Klassen:
| ACEA-Klasse | Bedeutung |
|---|---|
| A3/B4 | Hochleistungsöl für Benziner und Diesel ohne DPF, hoher SAPS-Gehalt |
| C3 | Mid-SAPS für Motoren mit DPF und Katalysator |
| C5 | Low-SAPS mit niedriger HTHS-Viskosität für maximale Effizienz |
API (American Petroleum Institute) ist der amerikanische Standard[9]. API SP ist aktuell die höchste Klasse für Benziner. Für europäische Autos sind die ACEA-Normen aber relevanter – sie berücksichtigen die strengeren Abgasanforderungen und längeren Wechselintervalle.
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Und hier machen viele einen teuren Fehler.
Ein Öl kann die Spezifikation VW 504.00 „erfüllen" – das heißt, es entspricht auf dem Papier den technischen Anforderungen[3]. Aber nur wenn VW das Öl tatsächlich getestet und offiziell genehmigt hat, darf es als „freigegeben" bezeichnet werden.
Der Unterschied? Bei einem Garantiefall. Verwendest Du ein Öl, das die Spezifikation nur „erfüllt" aber keine offizielle Freigabe hat, kann der Hersteller die Garantie ablehnen[3]. Die 20 Euro Ersparnis bei einem No-Name-Öl können sich dann bitter rächen.
Achte beim Kauf auf den genauen Wortlaut auf der Flasche: „MB-Freigabe 229.51" ist verbindlich. „Erfüllt die Anforderungen von MB 229.51" ist es nicht[3].
Manchmal fehlen alle Aufkleber, das Serviceheft ist verschwunden, und der Vorbesitzer weiß auch nichts mehr. Was dann?
Die pragmatische Lösung: Beim nächsten Ölwechsel einfach das richtige Öl einfüllen. Motoröle für das gleiche Motorkonzept (beide für Benziner oder beide für Diesel) lassen sich grundsätzlich mischen[10]. Die Qualität sinkt zwar auf das Niveau des schwächeren Produkts, aber Schaden entsteht dadurch nicht.
Bei Hybridfahrzeugen oder Autos mit Partikelfilter würde ich allerdings nicht lange experimentieren. Hier ist das richtige Öl wirklich kritisch für die Lebensdauer der Abgasanlage.
Und ein Tipp aus meiner Werkstatt-Erfahrung: Wenn Du einen Gebrauchtwagen kaufst, frag beim ersten Service direkt nach einem Ölwechsel mit korrekter Spezifikation. Das kostet vielleicht 50 Euro extra, gibt Dir aber Sicherheit – und Du weißt ab dann genau, was drin ist.
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