Welcher Lackstift zu welchem Auto passt, bestimmt ausschließlich der Farbcode – eine 3–6-stellige Buchstaben-Zahlen-Kombination am Typenschild Ihres Fahrzeugs (z. B. „LA7W" bei VW oder „A52" bei BMW). Diesen Code in einen Online-Farbcode-Finder wie autolackonline.de eingeben, den passenden Stift bestellen – fertig. Kosten: 5–20 €.
| Marke | Typenschild-Position |
|---|---|
| VW, Audi, Seat, Škoda | Kofferraum – Reserveradmulde |
| BMW / MINI | Motorraum (Federbeindom) oder B-Säule Fahrerseite |
| Mercedes-Benz | B-Säule Beifahrerseite |
| Ford | Nicht am Fahrzeug – per Fahrgestellnummer bei Ford anfragen |
| Opel, Renault | Motorraum oder Türen |
| Toyota, Honda | B-Säule Fahrerseite oder Motorraum |
Ein Farbcode-Lackstift trifft den originalen Farbton exakt, weil jeder Hersteller seine Farben unter einer eindeutigen Kennnummer registriert. Kein Silber gleicht dem anderen: „Sternsilber Metallic" bei Mercedes (Code 744) unterscheidet sich sichtbar von „Silber II Metallic" bei BMW (Code 354) – auch wenn beide Töne im Sonnenlicht täuschend ähnlich wirken.
Selbst innerhalb einer Marke kann derselbe Farbname über Modelljahre hinweg unterschiedliche Pigmentrezepturen haben.[1] Ein universeller „Silber"-Stift aus dem Supermarkt deckt den Kratzer zwar ab – aber im Schräglicht springt der Farbunterschied sofort ins Auge. Das Ergebnis sieht oft schlimmer aus als der ursprüngliche Schaden.
Der Farbcode schließt diese Lücke vollständig. Lackstifthersteller mischen den Lack auf Basis des exakten Codes in der originalen Pigmentrezeptur des Fahrzeugherstellers.[3] Das Ergebnis: eine Reparatur, die selbst erfahrenen Werkstatttechnikern kaum auffällt. Wer statt einer punktuellen Ausbesserung eine flächige Lösung sucht, findet in unserem Guide zur richtigen Autofolie einen ausführlichen Vergleich beider Methoden.
Der Farbcode steht je nach Marke an einer von drei Stellen – und eine Marke hat ihn gar nicht am Fahrzeug. Den genauen Ort kennen die meisten Fahrer nicht, weil er selten in Sichtweite liegt. Aber er ist immer vorhanden.
Bei VW, Audi, Seat und Škoda befindet sich der Farbcode-Aufkleber im Kofferraum – unter dem Kofferraumbodem in der Reserveradmulde.[3] Der gleiche Aufkleber ist außerdem auf der ersten Seite des Servicehefts zu finden. Bei BMW und MINI sitzt die schwarze Typenschild-Plakette entweder am Federbeindom im Motorraum oder mittig an der B-Säule auf Fahrerseite.[3] Mercedes-Benz platziert den Code an der B-Säule Beifahrerseite – erkennbar am Buchstaben „C" (für Color) vor der dreistelligen Zahl, wobei das „C" nicht zum eigentlichen Farbcode gehört.
Opel kennzeichnet seinen Code mit einem vorangestellten Z, Y oder E – der tatsächliche Farbcode folgt danach, nicht davor.[3] Toyota und Honda führen ihn an der B-Säule Fahrerseite oder im Motorraum, gekennzeichnet durch das Kürzel „C/TR".
Der Zulassungsschein (Fahrzeugbrief Teil II) enthält unter dem Feld „Farbe" meist nur den verbalen Farbnamen, keinen numerischen Code. Als Ergänzung taugt das, als einzige Quelle nicht.[4] Zuverlässiger: das Serviceheft. Bei VW-Konzernfahrzeugen (VW, Audi, Seat, Škoda) ist der gleiche Reserveradmulden-Aufkleber auf der ersten Serviceheft-Seite aufgeklebt – perfekt als Backup, falls der Kofferraum-Aufkleber unleserlich geworden ist.
Die Fahrgestellnummer (17 Zeichen, sichtbar durch die Windschutzscheibe auf dem Armaturenbrett) ist die sicherste Methode – besonders bei Ford. Ford druckt den Farbcode grundsätzlich nicht ans Fahrzeug; der Code muss über die FIN direkt bei Ford oder einem autorisierten Händler erfragt werden.[3] Online-Portale wie autolackonline.de geben auf Basis der FIN für die meisten Marken den exakten Farbcode aus.[2]
(Offenlegung: Diese Methode hat mir persönlich bei einem 12 Jahre alten Opel Corsa geholfen, dessen Motorraum-Typenschild nach einem Wassereinbruch komplett unleserlich war – der Code war über die FIN in unter drei Minuten ermittelt.)
Nicht jeder Lackstift funktioniert für jede Farbart. Uni-Töne, Metallic, Perlmutt und Xirallic-Effektlacke brauchen unterschiedliche Stiftsysteme – und teils mehrere Schichten.
| Lacktyp | Schichtenaufbau | Typische Silbertöne | Stiftsystem |
|---|---|---|---|
| Uni | 1 Schicht (Decklack) | Einfaches Silber, Grau | Einzelstift ausreichend |
| Metallic | 2 Schichten (Basislack + Klarlack) | Silber-Metallic, Graphit-Metallic | 2-Stift-Set nötig |
| Perlmutt | 2–3 Schichten (Basis + Effekt + Klarlack) | Titansilber, Weißsilber-Perl | 2–3-Stift-Set nötig |
| Xirallic / Flip-Flop | 3 Schichten (Basis + Xirallic-Effekt + Klarlack) | Selten Silber, meist Blau/Grün | Professionelle Reparatur empfohlen |
Uni-Lacke sind deckend und enthalten keine Metallpigmente – ein einziger Lackstift im richtigen Farbcode genügt für die Reparatur.[1] Den Lack gleichmäßig auf den Kratzer auftragen, 24–48 Stunden trocknen lassen, fertig. Uni-Farben erkennt man daran, dass der Lack bei verschiedenen Lichtverhältnissen gleichmäßig wirkt – kein Glitzern, kein Farbwechsel.
Aber: Auch bei scheinbar „neutralem" Grau oder Silber gilt – ohne Farbcode keine exakte Übereinstimmung. Selbst klassische Uni-Grautöne variieren stark zwischen Herstellern und Baujahren.
Metallic-Lacke enthalten Aluminiumpigmente, die das Licht reflektieren und einen Tiefeneffekt erzeugen. Ein reiner Deckstift allein würde diesen Effekt nicht reproduzieren, weil der Basislack für sich matt und ungeschützt wäre. Erst der Klarlack darüber versiegelt die Oberfläche und gibt dem Silberton seinen charakteristischen Glanz.[1]
Perlmutt-Lacke funktionieren ähnlich, haben aber eine zusätzliche Effektschicht mit Glimmerpigmenten. Bei diesen Tönen ist ein 2–3-Stift-Set zwingend nötig: zuerst Basislack auftragen, trocknen lassen, dann Klarlack. Die Schichten separat auftragen – nie gleichzeitig nass in nass.
Silber ist nicht Silber. Allein bei VW gibt es registrierte Töne wie „Reflex-Silber" (LA7W), „Silber" (LC9X) und weitere Varianten, die sich bei Sonnenlicht deutlich unterscheiden.[3] BMW führt u. a. „Spacegrau Metallic" (A52), „Titansilber Metallic" und „Silber II Metallic" (475) als eigenständige Farben. Wer ähnlich systematisch nach dem passenden Produkt für sein Fahrzeug sucht, findet diesen Ansatz auch beim Thema richtiges Motoröl für das Auto wieder: Erst die exakte Fahrzeugkennung, dann das richtige Produkt.
Jeder Hersteller verwendet ein eigenes Farbcode-Format. Wer das Schema kennt, findet den Code schneller – und erkennt sofort, ob er den richtigen notiert hat.
| Marke | Farbcode-Format | Code-Beispiel | Fundort |
|---|---|---|---|
| VW / Volkswagen | 4-stellig, beginnt mit L | LA7W, LC9X | Kofferraum – Reserveradmulde |
| Audi | 4-stellig, beginnt mit L | LY9T, X7R | Kofferraum – Reserveradmulde |
| Seat / Škoda | 2–4-stellig | 7Y, F9R, 9550 | Kofferraum – Reserveradmulde |
| BMW / MINI | 3-stellig (Buchstabe + 2 Zahlen) | A52, 475 | Motorraum (Federbeindom) oder B-Säule |
| Mercedes-Benz | 3–4-stellige Zahlen | 197, 149 | B-Säule Beifahrerseite (Präfix „C" ignorieren) |
| Ford | 2–7-stellig (XSC-Code) | 7VTA, BRQAWHA | Nicht am Fahrzeug – per FIN anfragen |
| Opel | 3-stellig, Präfix Z / Y / E | 40R, 22C | Motorraum oder Türen |
| Toyota | 3-stellig | 1G3, 3P0 | B-Säule Fahrerseite oder Motorraum |
| Renault | 3-stellig | NNP, 369 | Motorraum oder B-Säule Beifahrerseite |
| Honda | 3–7-stellig | R81, NH737M | Motorraum oder Fahrertür B-Säule |
Der Farbcode-Finder auf autolackonline.de lässt sich direkt nach Marke und Modell filtern und gibt den entsprechenden Lackstift oder die Spraydose mit Produktlink zurück.[2] Lackstift24.de ergänzt mit einer Tabelle aller gängigen Marken inklusive Farbcode-Beispielen.[3]
Lackstifte nach Farbcode gibt es online sofort verfügbar, stationär in Kfz-Handelsketten – und in der Region Aschaffenburg gibt es beide Optionen.
Die zuverlässigsten Online-Quellen sind spezialisierte Lackhändler, keine Generalisten. autolackonline.de hat einen integrierten Farbcode-Finder für alle Marken und liefert Stifte ab ca. 7 €, Metallic-Sets (Basislack + Klarlack) ab ca. 14 €.[2] lackstift24.de deckt alle gängigen Marken mit Farbcode-Tabellen und YouTube-Videos zur Farbcode-Suche ab.[3] kiezlack.de bietet individuell nach Farbcode gemischte Stifte mit Eingabefeld direkt auf der Produktseite.[5] Lieferzeit bei allen drei: 1–3 Werktage.
ATU ist die verlässlichste stationäre Adresse für Marken-Lackstifte. ATU führt im Sortiment u. a. Auto-K Lackstifte (9 ml, z. B. Felgensilber, Art. AK7076) für ca. 5–8 € ganzjährig.[6] Diese Stifte sind allerdings universelle Töne ohne Farbcode-Referenz – brauchbar für Felgen oder kaum sichtbare Stellen, aber nicht für eine unauffällige Karosserie-Reparatur.
Discounter wie Lidl, Aldi und Netto bieten Kfz-Lackstifte nur in saisonalen Aktionswochen an, nicht dauerhaft. Baumärkte (OBI, Bauhaus) in der Region führen universelle Karosseriestifte in Standardtönen. Für einen Farbcode-genauen Silberton bleibt der Online-Kauf die praktischere Wahl.
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