Für ein 45 km/h Auto brauchen Sie mindestens den Führerschein der Klasse AM[1]. Diesen können Sie seit Juli 2021 bereits ab 15 Jahren in ganz Deutschland erwerben[2]. Wer bereits einen Pkw-Führerschein (Klasse B), Motorradführerschein (A, A1, A2) oder Traktorführerschein (T) besitzt, darf automatisch ein Microcar fahren – die Klasse AM ist darin enthalten[3].
Ein 45 km/h Auto – auch Leichtkraftfahrzeug, Microcar oder Mopedauto genannt – fällt in die EU-Fahrzeugklasse L6e[4]. Diese vierrädrigen Fahrzeuge dürfen maximal 45 km/h schnell fahren und haben einen Hubraum von höchstens 50 cm³ (bei Verbrennern) oder maximal 4 kW Motorleistung (bei Elektroantrieb).
Das Leergewicht ohne Batterien liegt bei maximal 425 kg[4]. Bekannte Hersteller sind Ligier, Microcar, Aixam und Chatenet. Und obwohl sie wie kleine Autos aussehen, gelten rechtlich andere Regeln als für einen normalen Pkw.
Der Unterschied zum echten Auto? Ein 45 km/h Fahrzeug braucht keine reguläre Kfz-Zulassung, sondern nur ein Versicherungskennzeichen ähnlich wie bei Mopeds[5]. Die Versicherungen für Autos sind entsprechend günstiger.
Hier ist die Übersicht aller Führerscheine, mit denen Sie ein 45 km/h Auto fahren dürfen:
| Führerscheinklasse | Berechtigt für 45 km/h Auto? | Mindestalter | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| AM | ✅ Ja | 15 Jahre | Die Standardklasse für Microcars |
| A1 | ✅ Ja | 16 Jahre | Inkludiert AM automatisch |
| A2 | ✅ Ja | 18 Jahre | Inkludiert AM automatisch |
| A | ✅ Ja | 24 Jahre (direkt) | Inkludiert AM automatisch |
| B | ✅ Ja | 18 Jahre (17 mit BF17) | Inkludiert AM automatisch |
| T | ✅ Ja | 16 Jahre | Inkludiert AM automatisch |
Quelle: §6 Fahrerlaubnisverordnung (FeV)[3][6]
Die kurze Antwort? Wer irgendeinen Führerschein für motorisierte Fahrzeuge besitzt, darf in der Regel auch ein Microcar fahren. Eine Ausnahme bildet nur die reine Mofa-Prüfbescheinigung – die reicht nicht aus[1].
Für den AM-Führerschein gelten folgende Bedingungen[2][7]:
Die theoretische Prüfung darf drei Monate vor dem 15. Geburtstag abgelegt werden, die praktische Prüfung frühestens einen Monat vorher[7]. Der Führerschein wird dann am 15. Geburtstag gültig.
Die Kosten liegen deutlich unter dem Pkw-Führerschein:
| Posten | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Grundgebühr Fahrschule | 100–200 € |
| Theorie-Lehrmaterial | 20–50 € |
| Fahrstunden (6-10 × 45 Min.) | 200–400 € |
| Theorieprüfung | 22,49 € |
| Praktische Prüfung | 60–80 € |
| Sehtest | 6–8 € |
| Erste-Hilfe-Kurs | 30–50 € |
| Führerscheinausstellung | 35–45 € |
| Gesamt | 450–850 € |
Preise variieren je nach Region und Fahrschule[7]
Vergleich: Ein Klasse-B-Führerschein kostet zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Der AM ist also erheblich günstiger – und schneller gemacht, weil keine Sonderfahrten (Autobahn, Nachtfahrt) vorgeschrieben sind[7].
Hier wird es knifflig. Nicht alle 45 km/h Fahrzeuge fallen in die gleiche Kategorie. Bei dreirädrigen Fahrzeugen mit mehr als 50 cm³ Hubraum brauchen Sie einen Motorradführerschein der Klasse A oder A1[1].
Der Grund: Diese Fahrzeuge werden trotz niedriger Höchstgeschwindigkeit als Krafträder eingestuft, nicht als Leichtkraftfahrzeuge. Vor dem Kauf also unbedingt prüfen, in welche Fahrzeugklasse das gewünschte Modell fällt.
Und bei der Fahrzeugklasse L7e (schwere vierrädrige Kraftfahrzeuge bis 15 kW) reicht der AM-Führerschein ebenfalls nicht – hier ist mindestens Klasse B erforderlich[4].
Wer den AM-Führerschein mit 15 macht, bekommt ihn zunächst mit einer Auflage: Bis zum 16. Geburtstag gilt die Fahrerlaubnis nur in Deutschland[2]. Im Ausland darf damit nicht gefahren werden.
Der ADAC weist darauf hin, dass die meisten EU-Länder ein Mindestalter von 16 Jahren für die AM-Klasse vorschreiben[2]. Wer mit 15 Jahren in Österreich oder Frankreich ein Microcar fährt, macht sich strafbar – auch wenn der deutsche Führerschein gültig ist. Ab 16 entfällt diese Einschränkung.
Diese Fahrzeuge treffen einen Nerv bei verschiedenen Zielgruppen:
Jugendliche ab 15 Jahren bekommen mit dem Microcar echte Mobilität – wettergeschützt und mit Kofferraum. Das macht es zur beliebten Alternative zum Roller, besonders auf dem Land mit längeren Schulwegen. Welche Schuhe Sie beim Autofahren tragen, ist übrigens auch bei Microcars relevant.
Senioren, die ihren Klasse-B-Führerschein abgegeben haben, können mit einem Microcar mobil bleiben. Die niedrige Geschwindigkeit und die kompakten Maße machen das Fahren übersichtlicher.
Berufspendler in städtischen Gebieten nutzen die kleinen Flitzer für kurze Strecken. Parkplatzsuche wird einfacher, die Unterhaltskosten sind minimal.
Der Haken? 45 km/h auf der Landstraße fühlen sich langsam an. Autobahnfahrten sind verboten. Für tägliche Pendlerstrecken über 20 Kilometer wird das Microcar schnell unpraktisch.
Falls Sie mehr Geschwindigkeit brauchen, gibt es Zwischenstufen:
Mit dem A1-Führerschein (ab 16 Jahren) dürfen Sie Leichtkrafträder bis 125 cm³ und 11 kW fahren – das ermöglicht höhere Geschwindigkeiten[6]. Die Ausbildung ist aufwändiger als beim AM, aber Sie bekommen mehr Flexibilität.
Der B196-Schlüsselzahl erlaubt Pkw-Führerschein-Inhabern das Fahren von 125er-Motorrädern nach einer kurzen Zusatzausbildung[6]. Für ein echtes Auto brauchen Sie dann den regulären Führerschein Klasse B.
Was viele nicht wissen: In einigen Bundesländern existieren Förderprogramme für elektrische Leichtfahrzeuge. Die Zulassungspapiere unterscheiden sich dabei von normalen Pkw.
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