Antriebsarten beim Auto: Welcher Antrieb hat Zukunft?

Beim Auto unterscheiden wir sechs Hauptantriebsarten: Benziner, Diesel, Elektro, Hybrid, Plug-in-Hybrid und Wasserstoff-Brennstoffzelle. Der umweltfreundlichste Antrieb? Das Elektroauto mit regenerativem Strom schlägt alle anderen in der Lebenszyklusanalyse[1]. Was die Zukunft betrifft: Bis 2030 soll der Anteil reiner Elektroautos weltweit auf rund 40 Prozent steigen, bis 2035 auf 60 Prozent[2]. Der klassische Verbrenner wird ab 2035 in der EU nicht mehr neu zugelassen – mit Ausnahme von E-Fuels[3].

Read more

Alle Antriebsarten im Überblick

Die Auswahl an Antriebskonzepten war noch nie so groß wie heute. Wer ein neues Auto kauft, steht vor einer echten Entscheidung – und jede Variante hat ihre Berechtigung. Hier die wichtigsten Antriebsarten mit ihren Stärken und Schwächen:

Read more
AntriebsartFunktionsprinzipReichweiteUmweltbilanzZukunftsaussichten
Benziner (E10)Verbrennung von Ottokraftstoff600–900 kmMäßigAuslaufend ab 2035
Diesel (B7)Verbrennung von Dieselkraftstoff800–1.100 kmMäßigAuslaufend ab 2035
Elektro (BEV)Batterieelektrisch300–600 kmSehr gutDominant
Voll-Hybrid (FHEV)Verbrenner + E-Motor700–1.000 kmGutÜbergangslösung
Plug-in-Hybrid (PHEV)Verbrenner + extern ladbarer E-Motor40–100 km elektrischGut bis mäßigÜbergangslösung
Wasserstoff (FCEV)Brennstoffzelle erzeugt Strom500–700 kmPotenziell sehr gutNische (Lkw, Langstrecke)
Read more

Benziner und Diesel – die Klassiker

2023 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt rund 979.000 Benziner und 487.000 Diesel als Neuzulassungen[3]. Damit rollt noch immer jeder zweite Neuwagen mit reinem Verbrennungsmotor vom Band. Der Vorteil liegt auf der Hand: Tankstellen überall, bewährte Technik, große Modellauswahl. Der Haken? Moderne Diesel schneiden zwar etwas besser ab als Benziner, aber beide produzieren klimaschädliche Gase und sind ab 2035 für Neuzulassungen Geschichte[3].

Read more

Was das Datenblatt nicht verrät: Bei größeren Fahrzeugen (obere Mittelklasse, SUVs) zeigt der Diesel mit 219 g CO₂/km nach 150.000 km tatsächlich eine bessere CO₂-Bilanz als das Elektroauto mit großer Batterie[4]. Erst bei Nutzung von 100 Prozent regenerativem Strom wäre die E-Auto-Bilanz hier besser.

Read more

Elektroantrieb – der Aufsteiger

2023 wurden gut 524.000 E-Autos neu zugelassen – ein Anteil von fast 18 Prozent[3]. Lokal emissionsfrei, volles Drehmoment vom Start weg, und die Unterhaltskosten fallen niedrig aus. Nach 45.000 bis 60.000 Kilometern hat ein E-Auto seinen „Treibhausgas-Rucksack" aus der Batterieproduktion gegenüber Benzinern und Diesel wieder reingefahren[1].

Read more

Hier ist die Sache: Bei Nutzung von regenerativem Strom verkürzt sich diese Amortisation auf nur 25.000 bis 30.000 Kilometer[1]. Wer eine eigene Photovoltaik-Anlage hat, fährt praktisch CO₂-neutral. Aber – die Ladeinfrastruktur bleibt vielerorts ausbaufähig, und die Anschaffungspreise liegen noch über denen vergleichbarer Verbrenner.

Read more

Hybrid und Plug-in-Hybrid – die Brückentechnologie

Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte 2023 rund 840.000 Hybrid-Neuzulassungen, davon etwa 176.000 Plug-in-Hybride[3]. Drei Varianten existieren:

Read more
  • Mild-Hybrid (MHEV): Der kleine E-Motor unterstützt den Verbrenner beim Anfahren und Beschleunigen, kann aber nicht rein elektrisch fahren. Die Kraftstoffersparnis liegt bei etwa 10–15 Prozent[5].
  • Voll-Hybrid (FHEV): Diese Fahrzeuge schaffen kürzere Strecken rein elektrisch. Der Toyota Yaris Hybrid kommt im Schnitt auf 3,8 Liter – da kann selbst manches E-Auto beim öffentlichen Laden kostenmäßig kaum mithalten[6].
  • Plug-in-Hybrid (PHEV): Extern aufladbar, 40–100 Kilometer rein elektrische Reichweite. Perfekt für Pendler mit Lademöglichkeit zu Hause und am Arbeitsplatz. Der Haken? Wer hauptsächlich Langstrecke fährt, schleppt den schweren Akku nur als Ballast mit[3].
Read more

Wasserstoff – die Nischenlösung

Weniger als 400 Wasserstofffahrzeuge waren 2019 in Deutschland zugelassen[3]. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Wasserstoff, am Auspuff kommt nur Wasserdampf raus. Klingt perfekt? Die Realität sieht anders aus.

Read more

Der Wirkungsgrad ist deutlich schlechter als bei batterieelektrischen Fahrzeugen – bei Herstellung, Transport und Umwandlung geht viel Energie verloren[3]. Dazu kommt: 2023 gab es deutschlandweit nur 91 Wasserstofftankstellen[3]. Für Pkw ist Wasserstoff eher Randnotiz, bei Lkw, Schiffen und Flugzeugen auf der Langstrecke sieht das anders aus.

Read more

Welcher Antrieb ist am umweltfreundlichsten?

Die ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. Der ADAC hat gemeinsam mit dem Joanneum Research eine Lebenszyklusanalyse (LCA) durchgeführt, die alle Emissionen von der Produktion bis zum Recycling berücksichtigt[1].

Read more

In der Kompaktklasse (Golf-Segment) liegen die Ergebnisse klar:

Read more
AntriebsartCO₂-Bilanz über 150.000 kmBewertung
Elektro mit Strommix150 g CO₂/kmBeste Bilanz
Plug-in-HybridKnapp dahinterGut
Voll-HybridKnapp dahinterGut
Erdgas (CNG)174 g/kmSolide
Diesel (B7)186 g/kmMittelfeld
Autogas (LPG)188 g/kmMittelfeld
Benziner (E10)201 g/kmSchlechteste Bilanz
Read more

Diese Zahlen stammen vom ADAC in Zusammenarbeit mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg[4].

Read more

Was mich überrascht hat: Bei größeren Fahrzeugen dreht sich das Bild. Der Diesel zeigt dort mit 33.000 kg CO₂ nach 150.000 km (219 g/km) die beste CO₂-Bilanz, während das Elektroauto wegen der großen Batterie auf 277 g/km kommt[4]. Erst bei 100 Prozent regenerativem Strom gewinnt auch hier das E-Auto.

Read more

Der Game-Changer bleibt der Strommix. Laut ADAC-Prognose wird die Treibhausgas-Bilanz von E-Autos mit jedem Jahr besser, weil der Anteil erneuerbarer Energien stetig steigt[1].

Read more

Welcher Antrieb ist am wirtschaftlichsten?

Kurzer Realitätscheck: Die ADAC-Vollkostenrechnung vom April 2025 zeigt, dass bei Berücksichtigung aller Kosten – Kaufpreis, Betrieb, Wartung, Wertverlust – je nach Modell meist Benziner oder Diesel vorn liegen[7].

Read more

Das klingt erst mal ernüchternd für E-Auto-Fans. Aber die Lage verändert sich schnell. Laut Strategy&-Studie sollen batterieelektrische Fahrzeuge spätestens 2030 in allen Segmenten kostenseitig mit Verbrennern gleichziehen[2]. Sinkende Zellpreise, mehr Wettbewerb und Skaleneffekte treiben diese Entwicklung.

Read more

Für Vielfahrer lohnt sich schon heute die Rechnung: Niedrigere Energiekosten pro Kilometer (besonders mit eigener PV-Anlage), günstigere Wartung ohne Ölwechsel und Auspuffanlage, plus Steuervorteile für Dienstwagen. Der Sweetspot für E-Autos liegt bei Pendlern mit 15.000+ Kilometern pro Jahr und Lademöglichkeit zu Hause.

Read more

Woher weiß ich, welchen Antrieb mein Auto hat?

Die Antwort steht im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1). Im Feld P.3 finden Sie die Kraftstoffart oder Energiequelle:

Read more
  • P = Benzin
  • D = Diesel
  • E = Elektro
  • H = Wasserstoff
  • Kombination (z.B. P/E) = Hybrid
Read more

Im Feld 10 steht die Schlüsselnummer für die Emissionsklasse. Bei einem gebrauchten Fahrzeug können Sie die Ausstattung auch über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) abfragen. Das Getriebe und weitere technische Details lassen sich ebenfalls so ermitteln.

Read more

Alternativ verrät der Tankdeckel viel: E10/E5 = Benziner, B7/Diesel = Diesel, Ladeanschluss = Elektro oder Plug-in-Hybrid. Und wenn Sie bei einem Hybrid unsicher sind, ob es ein Mild-, Voll- oder Plug-in-Hybrid ist – schauen Sie nach einem externen Ladeanschluss. Nur Plug-in-Hybride haben einen.

Read more

Welcher Antrieb hat Zukunft?

Die EU hat die Weichen gestellt: Ab 2035 dürfen nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden[3]. Das bedeutet faktisch: Elektroantrieb wird dominant. Eine Ausnahme soll es für E-Fuels geben – synthetische Kraftstoffe, die mit regenerativem Strom hergestellt werden und in klassischen Verbrennern funktionieren[3].

Read more

Die Strategy&-Studie prognostiziert bis 2030 folgende Entwicklungen[2]:

Read more
  • Laden in zehn Minuten für 400 Kilometer Reichweite
  • Durchschnittlicher Verbrauch von 14 kWh pro 100 km
  • 40 Prozent BEV-Anteil an weltweiten Pkw-Verkäufen
Read more

VW setzt massiv auf Elektro und hat die Hybrid-Strategie als Brückentechnologie etabliert. Der ID.3, ID.4 und ID.Buzz zeigen die Richtung. Aber auch die Plug-in-Hybride bleiben für VW wichtig – sie bedienen Kunden, die noch nicht vollelektrisch fahren wollen oder können.

Read more

Was den Wasserstoff betrifft: Für Pkw sehe ich keine große Zukunft. Die Infrastruktur fehlt, der Wirkungsgrad ist zu schlecht, und die Batterietechnik macht zu schnelle Fortschritte. Bei Lkw, Bussen und in der Schifffahrt könnte Wasserstoff dagegen eine echte Rolle spielen.

Read more

Antriebskraft berechnen: Beispiel 1.300 kg Auto

Ein Leser fragte: „Welche Antriebskraft ist erforderlich, um ein Auto mit 1.300 kg zu bewegen?" Die Physik dahinter ist simpel.

Read more

Um ein 1.300-kg-Fahrzeug auf ebener Strecke bei konstanter Geschwindigkeit zu halten, müssen Sie den Rollwiderstand und den Luftwiderstand überwinden. Beim Anfahren kommt die Beschleunigungskraft dazu.

Read more

Für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10 Sekunden benötigen Sie:

Read more
  • Beschleunigungskraft: F = m × a = 1.300 kg × 2,78 m/s² ≈ 3.614 Newton
  • Plus Rollwiderstand (ca. 130–200 N bei 50 km/h)
  • Plus Luftwiderstand (ca. 250–400 N bei 100 km/h, je nach cw-Wert)
Read more

In der Praxis bedeutet das: Ein Motor mit etwa 50–70 kW Dauerleistung reicht für flotte Fortbewegung. Elektromotoren haben hier einen Vorteil – das volle Drehmoment steht sofort bereit, während Verbrenner erst in den optimalen Drehzahlbereich kommen müssen.

Read more

Wichtigste Erkenntnisse

  • Elektroautos zeigen in der Kompaktklasse die beste Treibhausgas-Bilanz – nach 45.000–60.000 km ist der „CO₂-Rucksack" aus der Produktion amortisiert[1]
  • Ab 2035 dürfen in der EU nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden, mit Ausnahme von E-Fuels[3]
  • Größere Fahrzeuge: Hier schneidet der Diesel bei der CO₂-Bilanz aktuell noch besser ab als E-Autos mit großer Batterie[4]
  • Hybride sind eine solide Brückentechnologie – der Toyota Yaris Hybrid kommt auf nur 3,8 Liter Verbrauch[6]
  • Wasserstoff bleibt für Pkw eine Nische – nur 91 Tankstellen in ganz Deutschland[3]
  • BEV-Anteil soll bis 2030 auf 40 Prozent, bis 2035 auf 60 Prozent der weltweiten Neuzulassungen steigen[2]
Read more

Häufige Fragen (FAQs)

Hat der Hybrid bei VW Zukunft?

Read more

Kann ich Assistenzsysteme auch bei älteren Antriebsarten nachrüsten?

Lohnt sich ein Diesel noch?

Read more

Sind E-Fuels eine echte Alternative zum Elektroauto?

Welches Auto hat den sparsamsten Antrieb?

Read more

Quellen

  1. ADAC/Joanneum Research. (2024). Treibhausgas-Bilanz: Welcher Antrieb kann das Klima retten? https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/alternative-antriebe/klimabilanz/
  2. Strategy&. (2025). Coming of Age: The Next Phase in the eMobility Transformation. Via Autogazette. https://autogazette.de/preise/verbrenner/elektro/studie-e-autos-koennen-bis-2030-mit-verbrennern-gleichziehen-989429860.html
  3. ADAC. (2024). Benzin, Diesel, Elektro & Co.: Antriebsarten im Überblick. https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/alternative-antriebe/alternative-antriebe-uebersicht/
  4. ADAC / Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. (2024). Ökobilanz verschiedener Antriebsarten. Via Maier Korduletsch. https://www.maierkorduletsch.de/news/artikel/oekobilanz-elektro-gas-benzin-diesel-hybrid-vergleich.html
  5. Carify. (2025). Hybrid vs. Verbrenner vs. E-Auto: der große Vergleich 2025. https://www.carify.com/de/blog/hybrid-vs-verbrenner-vs-e-auto
  6. Focus. (2025). Diesel, Hybrid, Elektro – die klimafreundlichsten Autos. https://www.focus.de/auto/diesel-hybrid-elektro-die-klimafreundlichsten-autos-die-sie-jetzt-kaufen-koennen
  7. ADAC. (2025). Kosten: Elektroauto, Plug-in-Hybrid, Benziner, Diesel. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/auto-kaufen-verkaufen/autokosten/elektroauto-kostenvergleich/
Read more

Did you like this story?

Please share by clicking this button!

Visit our site and see all other available articles!

KFZPick.de