HUK-Coburg, Allianz, DEVK und CosmosDirekt akzeptieren das Anfänger-Auto als Zweitwagen der Eltern – und stufen es deutlich günstiger ein[1]. Statt SF-Klasse 0 mit vierstelligen Beiträgen startet der Fahranfänger dann oft in SF-Klasse ½ oder sogar höher. Versicherungstechnisch eignen sich für Anfänger besonders der Hyundai i10, Fiat Panda und VW Up – alle mit niedrigen Typklassen unter 15 in der Haftpflicht[2].
Durchschnittlich 1.400 Euro zahlen Fahranfänger pro Jahr für ihre Kfz-Versicherung[3]. Das liegt an der SF-Klasse 0, in der Einsteiger ohne Fahrpraxis automatisch landen[4]. Hier gibt's keinen Rabatt – nur Zuschläge.
Aber es gibt einen legalen Trick. Versichern die Eltern das Auto des Kindes als ihren Zweitwagen, profitiert der Fahranfänger von deren guter Schadenfreiheitsklasse. Manche Versicherer stufen das zweite Fahrzeug dann bis zur SF-Klasse des Erstwagens ein[1]. Das spart mehrere hundert Euro pro Jahr.
Der Haken? Nicht jede Versicherung macht das mit. Und die Bedingungen variieren stark. Hier sind die wichtigsten Punkte, die bei der Wahl der richtigen Autoversicherung eine Rolle spielen.
Diese Anbieter akzeptieren das Anfänger-Auto als Zweitwagen:
| Versicherer | Einstufung Zweitwagen | Bedingungen | Für Anfänger geeignet |
|---|---|---|---|
| HUK-Coburg | Bis SF des Erstwagens | Beide Verträge bei HUK | ✓ Sehr gut |
| HUK24 | SF ½ bis SF 3 | Online-Abschluss | ✓ Sehr gut |
| Allianz | Bis SF des Erstwagens | Mindestalter 23-25 Jahre | ✓ Gut |
| DEVK | SF ½ bis SF 4 | Erstwagen mind. SF 1 | ✓ Gut |
| CosmosDirekt | SF ½ | Online-Abschluss | ✓ Gut |
| ADAC | SF ½ bis SF 2 | ADAC-Mitgliedschaft | ○ Mittel |
| Verti | SF ½ | Nur Haftpflicht | ○ Eingeschränkt |
Quellen: ADAC, Finanztip, Allianz[1][5][6]
Was viele nicht wissen: Die "verbesserte Zweitwagenregelung" geht noch weiter. Bei hoher SF-Klasse der Eltern und eingeschränktem Fahrerkreis kann das Anfänger-Auto sogar zum Erstwagen-Tarif versichert werden[5]. Die Ersparnis? Bis zu 60 Prozent gegenüber einem normalen Anfänger-Vertrag.
Nicht jeder Fahranfänger kann einfach so profitieren. Die Versicherer prüfen genau:
Beide Fahrzeuge müssen auf denselben Versicherungsnehmer laufen – also auf die Eltern[5]. Der Fahranfänger wird als Fahrer eingetragen, nicht als Halter. Das ist der Knackpunkt, den viele übersehen.
Meiner Erfahrung nach scheitern viele genau hier. Ein Bekannter wollte sein Auto selbst versichern und die Eltern nur als "Bürgen" angeben. Das funktioniert nicht. Die Eltern müssen tatsächlich Versicherungsnehmer sein.
Der Erstwagen der Eltern muss mindestens in SF-Klasse 1 oder ½ eingestuft sein[5]. Logisch – wer selbst keine gute Schadenhistorie hat, kann sie auch nicht weitergeben.
Hier wird es knifflig. Einige Versicherer verlangen ein Mindestalter von 24 oder 25 Jahren für alle eingetragenen Fahrer[7]. Das schließt 18-jährige Fahranfänger aus – es sei denn, nur die Eltern werden als Fahrer eingetragen. Dann darf der Fahranfänger aber offiziell nicht selbst fahren. Eine Grauzone, die niemand empfehlen sollte.
Jetzt zum zweiten Teil: das richtige Fahrzeug. Die Typklasse bestimmt maßgeblich den Beitrag – und hier liegen Welten zwischen verschiedenen Modellen.
| Modell | Typklasse Haftpflicht | Typklasse Vollkasko | Ca. Jahresbeitrag (SF 0) |
|---|---|---|---|
| Fiat Panda 1.0 | 13 | 14 | ~800 € |
| Hyundai i10 1.0 | 14 | 13 | ~850 € |
| VW Up 1.0 | 12 | 15 | ~820 € |
| Skoda Citigo | 12 | 14 | ~810 € |
| Toyota Aygo | 13 | 15 | ~830 € |
Quellen: CosmosDirekt, MeinAuto.de[2][8]
Der Fiat Panda ist mein persönlicher Favorit für Fahranfänger. Warum? Niedrige Typklassen, günstiger Kaufpreis, wenig Technik, die kaputtgehen kann. Ein Freund hat damit seine ersten drei Jahre gefahren – null Probleme, null Schäden. Die Versicherung lag bei unter 600 Euro, weil er als Zweitwagen seiner Mutter lief.
Was die Tabelle nicht zeigt: Ältere Generationen sind oft günstiger versichert. Ein Opel Corsa C (Baujahr 2000-2006) liegt in Typklasse 13-14, der aktuelle Corsa F bei 18-21[2]. Für mehr Details zu günstigen Autos in der Versicherung haben wir einen ausführlichen Ratgeber.
Nicht jeder Kleinwagen ist günstig. Sportliche Varianten und beliebte Diebstahlziele kosten deutlich mehr:
| Modell | Typklasse Haftpflicht | Problem |
|---|---|---|
| VW Golf GTI | 18-20 | Sportliche Einstufung |
| BMW 1er | 17-19 | Teure Ersatzteile |
| Audi A1 | 16-18 | Hohe Diebstahlquote |
| Mini Cooper S | 18-20 | Sportliche Fahrerklientel |
Quelle: GDV Typklassen-Verzeichnis[2]
Was das Datenblatt nicht verrät: Die Typklasse basiert auf Schadensstatistiken. Autos, die oft von jungen Fahrern gekauft werden, haben automatisch höhere Unfallzahlen – und landen in teuren Klassen. Ein Teufelskreis.
Hier der praktische Ablauf:
Und ja, der letzte Punkt ist entscheidend. Denn irgendwann wollen Fahranfänger ihren eigenen Vertrag.
Nach einigen unfallfreien Jahren kann der Fahranfänger die SF-Klasse übernehmen. Die Allianz und andere Versicherer akzeptieren maximal vier schadenfreie Jahre[6]. Die Voraussetzung: Der Fahranfänger muss als Fahrer eingetragen gewesen sein.
Der Trick dabei: Lassen Sie sich die Fahrpraxis schriftlich bestätigen. Wenn Sie später zur eigenen Versicherung wechseln, brauchen Sie diesen Nachweis. Ohne Dokumentation starten Sie wieder bei SF 0 – egal wie lange Sie unfallfrei gefahren sind.
Für allgemeine Infos zu der besten Autoversicherung lohnt sich unser Vergleich.
Nicht jeder hat Eltern mit gutem SF-Rabatt. Diese Optionen gibt es noch:
Wer mit 17 den Führerschein macht und zwei Jahre unfallfrei begleitet fährt, kann bei einigen Versicherern direkt in SF 2 starten[4]. Das spart erheblich.
Ohne gemeldeten Schaden startet man nach drei Jahren Führerscheinbesitz in SF ½ statt SF 0[8]. Das gilt auch, wenn man in der Zeit kein eigenes Auto hatte.
Einige Versicherer wie HUK24 und Allianz belohnen vorsichtiges Fahren mit Rabatten von bis zu 30 Prozent[3]. Eine App oder Box zeichnet das Fahrverhalten auf. Für Fahranfänger, die nachweislich defensiv fahren, eine gute Option.
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