Moderne Fahrzeuge packen zwischen 50 und 100 Sensoren ein[1]. Diese elektronischen Sinnesorgane messen Temperaturen, Drücke, Drehzahlen, Positionen und vieles mehr – und übermitteln die Daten an die Steuergeräte. Ohne sie würde kein Motor starten, kein ABS greifen und kein Airbag auslösen.
Sensoren sind die Augen und Ohren der Bordelektronik. Sie erfassen physikalische Größen und wandeln diese in elektrische Signale um[1]. Ein aktuelles Fahrzeug bringt es locker auf 50 bis 60 Sensoren allein im Motor- und Abgasbereich[2]. Mit Komfort- und Sicherheitssystemen steigt die Zahl auf über 100.
| Sensor-Kategorie | Typische Anzahl | Haupteinsatzgebiet |
|---|---|---|
| Drucksensoren | ca. 22 | Motor, RDKS, Klima |
| Temperatursensoren | viele | Motor, Abgas, Innenraum |
| Positions-/Winkelsensoren | ca. 11 | Kurbelwelle, Nockenwelle, Lenkung |
| Drehzahlsensoren | ca. 5 | ABS, Motor |
| Beschleunigungssensoren | ca. 7 | Airbag, ESP, Crash-Erkennung |
| Konzentrationssensoren | ca. 2 | Abgas (Lambda, NOx) |
Die Klassifizierung stammt aus Praxistests mit Fahrzeugen von 1971 bis 2024[2]. Während ein Fahrzeug aus den frühen 2000er-Jahren nur einen einzigen kritischen Sensor (Kurbelwellensensor) besitzt, der den Motor lahmlegen kann, hat ein aktuelles Modell dutzende.
Einer der wichtigsten Sensoren überhaupt. Er teilt dem Steuergerät mit, wie die Kurbelwelle steht und welche Drehzahl sie hat[2]. Ein defekter Kurbelwellensensor bedeutet: Motor startet nicht. Er sitzt entweder am Schwungrad, an der Riemenscheibe oder am Steuerketten-/Riemenrad.
Typische Fehler-Symptome:
Der typische Fehlercode lautet P0335[2].
Da die Nockenwelle mit halber Geschwindigkeit der Kurbelwelle dreht, weiß dieser Sensor genau, welcher Kolben gerade in welchem Takt ist[2]. Ohne ihn kann das Steuergerät den richtigen Zünd- oder Einspritzzeitpunkt nicht ermitteln. Bei verstellbaren Nockenwellen sind oft mehrere Sensoren verbaut.
Fehlercode: P0340[2].
Während die Winkelsensoren sagen, wann zu zünden ist, verrät der MAF, wie viel Kraftstoff nötig ist[2]. Das Steuergerät braucht die exakte Luftmasse, um das optimale Luft-Kraftstoff-Verhältnis zu berechnen (Lambda λ = 1 entspricht 14,7:1 bei Benzin, 14,5:1 bei Diesel)[2].
Der Sensor sitzt direkt nach dem Luftfiltergehäuse. Was viele nicht wissen: Das Gitter davor glättet den Luftstrom für genauere Messungen. Und Finger weg von geölten Nachrüst-Luftfiltern – schon kleinste Öltröpfchen verfälschen die Messung erheblich[2].
Der MAP-Sensor (Manifold Absolute Pressure) misst den Druck im Ansaugkrümmer[3]. Er liefert Daten, die das Motorsteuergerät für die Berechnung der Kraftstoffeinspritzung und des Zündzeitpunkts nutzt. Ohne diesen Sensor arbeitet der Motor mit Notlaufwerten – weniger Leistung, höherer Verbrauch.
| Funktion | MAP-Sensor |
|---|---|
| Hauptaufgabe | Druck im Ansaugkrümmer messen |
| Sekundär | Ladedruck bei Turbomotoren überwachen |
| Technologie | Piezoelektrischer Widerstandseffekt[3] |
| Fehlercode | P0106[2] |
Bei aufgeladenen Motoren (Turbo) arbeiten MAF und MAP zusammen. Eine Differenz zwischen eingehender und ankommender Luft deutet auf ein Leck hin[2]. Wer seinen Motor in der Leistung steigert und den Ladedruck erhöht, braucht oft einen anderen MAP-Sensor mit größerem Messbereich.
Seit November 2014 ist das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) für alle Neuwagen in der EU Pflicht[4]. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Systeme.
Beim direkten System stecken Sensoren in jedem Reifen – am Ventil oder im Reifeninneren[4]. Sie messen Luftdruck und Temperatur und funken die Daten ans Steuergerät. Genauigkeit: etwa 0,1 bar[5].
Vorteile:
Nachteile:
Das indirekte System nutzt die vorhandenen ABS/ESP-Sensoren[5]. Bei Druckverlust ändert sich der Abrollumfang des Reifens – er dreht schneller als die anderen. Das System erkennt die Differenz und warnt.
Vorteile:
Nachteile:
Wie findest du heraus, welches RDKS dein Auto hat? Bei direktem RDKS siehst du im Cockpit die aktuellen Druckwerte jedes Reifens. Beim indirekten System erscheint nur eine Warnleuchte ohne konkrete Werte[4].
Radarsensoren messen Abstand und Geschwindigkeit von Objekten – bei jeder Witterung[6]. Sie stecken in Notbremsassistenten, adaptivem Tempomat und Totwinkelwarner. Reichweite: bis zu 200 Meter.
Die kleinen Sender im Stoßfänger kennt jeder vom Einparken. Reichweite: maximal 15 Meter[6]. Kurze Distanzen, dafür extrem zuverlässig bei allen Oberflächen.
Kameras erkennen Fahrbahnmarkierungen, Verkehrsschilder und Fußgänger[6]. BMW, Mercedes und andere nutzen sie für Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und Nachtsicht. Einschränkung: Bei starkem Regen oder Schnee leidet die Erkennungsrate.
Lidar-Sensoren senden Laserimpulse aus und erstellen ein präzises 3D-Bild der Umgebung[6]. Sie sind teurer als Radar, liefern aber deutlich detailliertere Daten. Wichtig für hochautomatisiertes Fahren.
Sie misst den Sauerstoffgehalt im Abgas und sagt dem Steuergerät, ob das Gemisch zu fett oder zu mager ist[2]. Moderne Motoren haben mindestens zwei: eine vor und eine nach dem Katalysator.
Bei Dieseln mit SCR-Katalysator (AdBlue) überwacht der NOx-Sensor die Stickoxid-Konzentration[1]. Er steuert, wie viel AdBlue eingespritzt wird.
Dieser Sensor vergleicht den Druck vor und nach dem Dieselpartikelfilter[2]. Wird die Differenz zu groß, startet die Regeneration – der angesammelte Ruß verbrennt bei über 600°C.
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