Im Auto befinden sich sieben bis neun verschiedene Flüssigkeiten, je nach Ausstattung. Die vier wichtigsten, die Sie regelmäßig kontrollieren sollten: Motoröl, Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit und Wischwasser[1]. Diese Betriebsflüssigkeiten halten Motor, Bremsen und Sicht am Laufen – fehlt eine davon, drohen teure Schäden oder sogar Unfälle.
| Flüssigkeit | Typische Farbe | Selbst nachfüllen? | Wechselintervall |
|---|---|---|---|
| Motoröl | Goldbraun bis schwarz | Ja | 15.000–30.000 km |
| Kühlflüssigkeit | Blau, rot, rosa, gelb | Ja (nur gleiche Sorte) | 3–5 Jahre |
| Bremsflüssigkeit | Hellgelb bis bernsteinfarben | Nein – Werkstatt | Alle 2 Jahre |
| Wischwasser | Blau (mit Zusatz) | Ja | Nach Bedarf |
| Servoöl | Rot oder grün | Kontrollieren, nicht selbst wechseln | Nach Herstellervorgabe |
| Getriebeöl (Automatik) | Rot | Werkstatt | 60.000–100.000 km |
| AdBlue (Diesel) | Farblos/bläulich | Ja | Nach Verbrauch |
Was das Datenblatt Ihnen nicht verrät: Die Farbe allein reicht nicht zur Identifikation. Ein rosafarbener Fleck unter dem Auto kann Kühlmittel sein – oder Getriebeöl bei manchen Automatikfahrzeugen[2]. Hier hilft die Konsistenz: Kühlmittel fühlt sich wässrig an, Getriebeöl ölig.
Die Kühlflüssigkeit schützt den Motor vor Überhitzung im Sommer und vor Frost im Winter. Sie zirkuliert durch den Motorblock und transportiert Wärme zum Kühler ab[3]. Der Haken? Es gibt drei verschiedene Technologien, und die dürfen Sie nicht mischen.
OAT steht für „Organic Acid Technology" – silikatfreie Kühlmittel auf Basis organischer Säuren[4]. Sie kommen vor allem bei Fahrzeugen mit Aluminiumkühlern zum Einsatz. Die rote oder orangefarbene Farbe ist das Erkennungszeichen, wobei manche Hersteller auch Pink verwenden.
Silikathaltige Kühlmittel auf anorganischer Säurebasis. Die klassische blaue oder grüne Farbe kennen die meisten noch von älteren Fahrzeugen[4]. Diese Variante muss häufiger gewechselt werden als moderne OAT-Mittel.
Die Hybrid-Variante kombiniert organische und anorganische Technologie[4]. Gelbe Kühlmittel sind heute bei vielen europäischen Herstellern Standard. VW nutzt beispielsweise die bekannten G12- und G13-Spezifikationen in rosa bis violetten Tönen[5].
Schauen Sie zuerst ins Handbuch – dort steht die exakte Spezifikation. Alternativ hilft ein Blick auf den Ausgleichsbehälter: Bei VW-Konzernfahrzeugen steht dort oft „G12" oder „G13"[6]. Im Notfall gilt: Dieselbe Farbe nachfüllen wie bereits im Behälter. Oder Sie greifen zu destilliertem Wasser – das funktioniert kurzfristig, sollte aber in der Werkstatt korrigiert werden[4].
Bremsflüssigkeit überträgt den Druck vom Pedal auf die Bremskolben. Sie muss hohen Temperaturen standhalten, weil Bremsen bei starker Belastung sehr heiß werden[7]. Und hier wird es interessant: DOT 4 und DOT 5.1 klingen ähnlich, verhalten sich aber unterschiedlich.
| Eigenschaft | DOT 4 | DOT 5.1 |
|---|---|---|
| Trocken-Siedepunkt | ca. 230 °C | ca. 260 °C |
| Nass-Siedepunkt | ca. 155 °C | ca. 180 °C |
| Viskosität | Höher (zähflüssiger) | Niedriger (dünnflüssiger) |
| ABS-Regelverhalten | Standard | Besser |
DOT 5.1 punktet bei Fahrzeugen mit moderner Fahrdynamikregelung – das ABS arbeitet präziser, weil die Flüssigkeit schneller durch die feinen Kanäle fließt[7]. Aber hier ist die Sache: DOT 5 (ohne „.1") ist komplett anders. Das ist Silikonöl, nicht mischbar mit DOT 4 oder DOT 5.1, und nur für Spezialanwendungen gedacht[8].
Immer die vom Hersteller vorgeschriebene. Sie finden die Angabe auf dem Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters oder im Handbuch. Ein Upgrade von DOT 4 auf DOT 5.1 ist technisch möglich (gleiche Glykolbasis), aber fragen Sie vorher in der Werkstatt nach[8].
Nach zehn Jahren Schrauberei an eigenen Autos habe ich eine einfache Faustregel entwickelt: Alles, was einen leicht zugänglichen Behälter mit MIN/MAX-Markierung hat, ist fair game. Alles andere? Finger weg.
Eine Pfütze unter dem geparkten Auto löst bei den meisten Fahrern erstmal Panik aus. Muss aber nicht sein – oft ist die Ursache harmlos.
In 90% der Fälle: Kondenswasser von der Klimaanlage[11]. Warme Luft enthält Feuchtigkeit, die Klimaanlage kühlt sie herunter, dabei fällt Wasser aus. Völlig normal, besonders nach längeren Fahrten im Sommer. Das Wasser verdunstet bei hohen Außentemperaturen schnell wieder[11].
Kühlmittel. Die Farbe entspricht dem Typ (siehe oben). Hier sollten Sie handeln: Füllstand prüfen, nicht weiterfahren wenn die Temperaturanzeige steigt. Mögliche Ursachen: defekte Schläuche, poröse Dichtungen oder ein undichter Kühler[12].
Motoröl. Tropft es direkt unter dem Motor, kann die Ölwannendichtung oder der Ölfilter undicht sein. Kleine Tropfen über längere Zeit sind bei älteren Autos nicht ungewöhnlich – ein größerer Verlust deutet auf einen Defekt hin[2].
Bremsflüssigkeit. Das ist der kritischste Fall. Sofort stehenbleiben und abschleppen lassen. Ohne ausreichend Bremsflüssigkeit versagt die Bremse[2].
Entweder Getriebeöl (bei Automatik) oder Servoöl. Beide Fälle erfordern einen Werkstattbesuch, aber Sie können noch vorsichtig dorthin fahren – solange der Pegelstand nicht kritisch niedrig ist[2].
Wer die praktische Fahrprüfung macht, wird oft nach den Betriebsflüssigkeiten gefragt. Die vier wichtigsten sollten Sie im Schlaf aufsagen können:
Der Prüfer könnte Sie auch bitten, den Ölstand zu kontrollieren oder den Kühlmittelbehälter zu zeigen. Mein Tipp: Machen Sie sich vor der Prüfung mit dem Motorraum Ihres Fahrschulautos vertraut. Welche Papiere Sie im Auto mitführen müssen, ist übrigens auch ein beliebtes Prüfungsthema.
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