Diesel-Hybrid-Autos sind selten geworden. Mercedes ist aktuell der einzige Hersteller, der noch aktiv Diesel-Plug-in-Hybride verkauft – konkret die C-Klasse, E-Klasse, GLC und GLE mit dem Kürzel „de"[1]. Wer andere Marken sucht, muss auf den Gebrauchtmarkt ausweichen: Dort finden sich der Audi Q7 e-tron, Volvo V60 D6 und Peugeot 3008 HYbrid4[2].
Die Kombination aus Dieselmotor und Elektromotor klingt auf dem Papier perfekt für Vielfahrer. In der Realität sieht die Rechnung anders aus. Diesel-Hybride sind die teuerste und aufwändigste Antriebskombination überhaupt[2]. Die Abgasnachbehandlung beim Selbstzünder – Partikelfilter, SCR-Katalysator, AdBlue-System – treibt die Produktionskosten in die Höhe.
Obendrauf kommt ein Imageproblem. Nach dem Abgasskandal 2015 haben viele Käufer dem Diesel den Rücken gekehrt. Und außerhalb Europas? Kaum jemand will einen Diesel-Hybrid kaufen. Das macht die Entwicklung für Hersteller unrentabel. BMW hat nie einen gebaut, Audi und Volvo haben ihre Modelle eingestellt[2].
Die neue C-Klasse markiert Mercedes' Bekenntnis zur Diesel-Hybrid-Technologie. Mit 200 PS Diesel plus 129 PS E-Motor und einem 25,4 kWh großen Akku kommt der C 300 de über 100 Kilometer rein elektrisch[2]. Das ist mehr als viele reine Elektro-Stadtflitzer. Elektrisch fährt er bis 140 km/h – auf der Autobahn schaltet sich der Diesel erst zu, wenn du wirklich Tempo machst. Preislich startet die Limousine bei rund 56.000 Euro[2].
In der gehobenen Mittelklasse steht der E 300 de allein auf weiter Flur. Weder Audi A6 noch BMW 5er liefern hier einen Diesel-Hybrid[2]. Die Systemleistung: 306 PS. Der Akku fasst 13,5 kWh für bis zu 51 Kilometer elektrische Reichweite. Das klingt weniger als beim C 300 de, reicht aber für den typischen Pendelalltag. Die „Routen-Eco"-Funktion im MBUX optimiert automatisch Lade- und Dieselstopps[1]. Neupreis ab 59.363 Euro, gebraucht ab etwa 20.000 Euro[2].
Hier wird es interessant für SUV-Fans. Der GLE 350 de packt einen 31,2 kWh großen Akku ein – der größte im Segment[2]. Ergebnis: bis zu 100 Kilometer elektrische Reichweite und elektrisches Fahren bis 160 km/h[1]. Nach 25 Minuten am Schnelllader sind 80 Prozent wieder drin. Mit 320 PS Systemleistung und 3,5 Tonnen Anhängelast ist der GLE 350 de auch für Wohnwagenfahrer eine echte Option[1]. Ab 77.326 Euro neu, gebraucht ab circa 60.000 Euro[2].
Das SUV-Pendant zur C-Klasse. Die aktuelle Generation bringt dieselbe Technik wie der große C 300 de: starker E-Motor, großer Akku, über 100 Kilometer elektrische Reichweite[2]. Im Vorgänger waren es 51 Kilometer mit dem bekannten 13,5-kWh-Akku. Wer sich für den passenden Hybrid entscheiden möchte, sollte den GLC gegen den GLE abwägen – der GLC ist kompakter, günstiger, aber mit weniger Kofferraum.
| Modell | Elektr. Reichweite | Systemleistung | Gebrauchtpreis ab |
|---|---|---|---|
| Mercedes E 300 de | ca. 51 km | 306 PS | ca. 20.000 € |
| Mercedes GLE 350 de | ca. 100 km | 320 PS | ca. 60.000 € |
| Audi Q7 e-tron | ca. 56 km | 373 PS | ca. 34.000 €[2] |
| Volvo V60 D6 | ca. 50 km | 288 PS | ca. 14.000 €[2] |
| Peugeot 3008 HYbrid4 | ca. 20 km | 200 PS | unter 10.000 €[2] |
Der Audi Q7 e-tron war bis 2018 das einzige Oberklasse-SUV mit Diesel-Plug-in-Hybrid. Sein V6-Diesel mit 373 PS und 650 Nm Drehmoment zieht bis zu 2,7 Tonnen Anhängelast[1]. Die Gebrauchtpreise bleiben stabil – Quattro-Allrad und Verarbeitungsqualität zahlen sich aus.
Volvo hat den V60 D6 bereits 2013 auf den Markt gebracht – als einer der ersten Diesel-Plug-in-Hybride überhaupt[2]. Das Konzept: Fünfzylinder-Diesel vorn, E-Motor hinten, echtes Allradgefühl. Heute nicht mehr neu erhältlich, aber auf dem Gebrauchtmarkt ein solider Fund für Familien.
Und der Peugeot 3008 HYbrid4? Der Pionier. Frankreich war damit schneller als Deutschland[2]. Zwischen 2011 und 2015 gebaut, damals mit sensationellen 99 g/km CO₂. Heute für unter 10.000 Euro zu haben – ein Schnäppchen für Bastler mit Geduld. Mehr zu den verschiedenen Hybrid-Arten findest du in unserem separaten Ratgeber.
Das Fahrprofil entscheidet. Diesel-Hybride spielen ihre Stärken aus, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: regelmäßiges Laden und viel Langstrecke[1]. Der ADAC empfiehlt Diesel generell erst ab 15.000 bis 20.000 Kilometern jährlich – beim Diesel-Hybrid gilt das genauso[3].
Wer täglich 30 Kilometer zur Arbeit pendelt und eine Wallbox zu Hause oder am Arbeitsplatz hat, fährt den Alltag rein elektrisch. Auf der Autobahnfahrt ins Wochenende übernimmt der Diesel – sparsamer als jeder Benzin-Hybrid bei konstant hohem Tempo[1].
Der Haken? Wer nicht regelmäßig lädt, schleppt nur tote Batterie-Kilos mit. Dann verliert der Diesel-Hybrid seinen Sinn. Und für reine Kurzstreckenfahrer gibt es bessere Optionen – ein Benziner oder Benzin-Hybrid etwa.
Nicht jeder „Diesel-Hybrid" kann elektrisch fahren. Die meisten neuen Diesel mit Hybrid-Label sind Mild-Hybride – ein 48-Volt-Starter-Generator, der beim Anfahren unterstützt und beim Bremsen Energie zurückgewinnt[1]. Rein elektrisches Fahren? Fehlanzeige. Der Verbrauchsvorteil liegt bei vielleicht 0,3 bis 0,5 Litern pro 100 Kilometer.
Plug-in-Hybride dagegen haben einen richtigen E-Motor und einen externen Ladeanschluss. 50 bis 100 Kilometer elektrische Reichweite sind Standard. Der Unterschied in der Praxis: Während der Mild-Hybrid nur den Verbrauch glättet, ersetzt der Plug-in auf Kurzstrecken den Verbrenner komplett[1].
Bei der Entscheidung hilft auch ein Blick auf die Zukunft der Antriebsarten.
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