SUVs, Oberklasse-Limousinen und Sportwagen kosten in der Kfz-Versicherung am meisten. Der Range Rover Sport SV P635 führt die Liste mit Vollkasko-Typklasse 34 an – das 19-Fache eines Daihatsu Copen[1]. Am günstigsten fahren Kleinwagen wie der Smart Fortwo Electric Drive mit Typklasse 10 in der Vollkasko[2].
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wertet jährlich die Schadenbilanzen von rund 33.000 Automodellen aus[3]. Diese Daten fließen in die Typklasseneinstufung ein – und die entscheidet maßgeblich über die Versicherungsprämie.
Die Skala reicht in der Haftpflicht von Klasse 10 bis 25, in der Vollkasko von 10 bis 34, in der Teilkasko von 10 bis 33[4]. Je höher die Klasse, desto teurer die Police. Ein Unterschied von 23 Klassen kann den Beitrag auf das 19-Fache treiben[1].
Hier ist die Sache: Die Typklasse allein bestimmt nicht alles. Regionalklasse, Schadenfreiheitsrabatt, Jahresfahrleistung und Fahreralter spielen ebenfalls rein. Aber wer ein Auto mit hoher Typklasse kauft, zahlt garantiert mehr – unabhängig vom Versicherer.
In der höchsten Vollkasko-Typklasse 34 landen ausschließlich Oberklasse-Fahrzeuge[1]:
| Modell | Vollkasko-Klasse | Haftpflicht-Klasse | Jahresbeitrag ca.* |
|---|---|---|---|
| Range Rover Sport SV P635 AWD | 34 | 25 | ~4.500 € |
| Lotus Eletre S AWD | 34 | 24 | ~4.200 € |
| BMW X5/X6 3.0 D | 26 | 22 | ~540 € (nur Haftpflicht) |
| Mercedes E 220 CDI | 23 | 19 | ~459 € (nur Haftpflicht) |
*Richtwerte basierend auf Check24-Vergleich, SF-Klasse 10, Berlin[5]
Was das Datenblatt nicht verrät: Auch ältere Sportwagen können extrem teuer sein. Der Honda NSX aus den 1990ern liegt trotz seines Alters in der höchsten Typklasse – Ersatzteile sind rar, Spezialwerkstätten gefragt[1].
Für rund 5,9 Millionen Autofahrer wird die Haftpflicht teurer[3]. Diese Modelle rutschen nach oben:
| Modell | Änderung Haftpflicht | Neue Klasse |
|---|---|---|
| Renault Austral 1.3 | +3 Klassen | 21 |
| Ford Focus 1.0 | +2 Klassen | 16 |
| Toyota Yaris Cross Hybrid 1.5 | +1 Klasse | 16 |
| VW Touareg 3.0 TDI | +1 Klasse | 22 |
Wer einen Diesel oder Benziner kaufen will, sollte die Typklasse vorher prüfen. Der kostenlose Check beim GDV dauert zwei Minuten[6].
Wer bei Versicherung und Steuern sparen will, greift zu Kleinwagen oder Elektroautos. Der Smart Fortwo Electric Drive (Baujahr 2010-2015) erreicht in allen drei Kategorien Spitzenwerte[2]:
| Modell | Haftpflicht | Vollkasko | Teilkasko | Kfz-Steuer/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Smart Fortwo Electric Drive | 11 | 10 | 12 | 0 € (bis 2030) |
| Seat Arona 1.5 | 11-12 | 14 | 17 | ~80-120 € |
| VW Polo VI 1.0 TSI | 12 | 15 | 18 | ~100 € |
| VW E-Golf VII | 12 | 17 | 20 | 0 € (bis 2030) |
Elektroautos profitieren doppelt: Niedrige Typklassen plus Kfz-Steuerbefreiung für zehn Jahre ab Erstzulassung[7]. Ein 45-jähriger Fahrer mit 15.000 km Jahresleistung zahlt für den Smart EQ Fortwo etwa 350-400 € im Jahr – Vollkasko inklusive[2].
Nicht jeder will einen Kleinwagen. Die gute Nachricht: Auch in höheren Segmenten gibt es Schnäppchen[2].
| Segment | Günstigstes Modell | Typklasse Haftpflicht |
|---|---|---|
| Klein-SUV | Seat Arona 1.5 / Lada Niva 1.7 | 11 |
| Kompakt-SUV | Skoda Kodiaq 2.0 TDI | 12 |
| Kompaktklasse | VW E-Golf VII | 12 |
| Kombi | VW Golf VIII Variant GTD | 11 |
| Business | Audi A6 Avant 45 TDI Quattro | 15 |
Wer wissen will, welches Auto günstig im Unterhalt ist, sollte neben der Versicherung auch Wartung und Verbrauch einkalkulieren.
Die Typklasse basiert auf der Schadenbilanz eines Modells – nicht auf dem Neupreis[3]. In die Berechnung fließen ein:
Deshalb kann ein VW Golf IV 1.9 TDI (Haftpflicht-Jahresbeitrag ~397 €) teurer sein als mancher Neuwagen[5]. Das Modell ist bei Fahranfängern beliebt – und die verursachen statistisch mehr Schäden.
Für Details zu den technischen Komponenten eines Autos hilft unser Überblick zu Sensoren im Fahrzeug und Steuergeräten.
Ein häufiger Fehler: Nur die Versicherung vergleichen. Die Kfz-Steuer variiert je nach Antrieb erheblich[7].
| Antriebsart | Kfz-Steuer/Jahr (Durchschnitt) | Versicherung (Durchschnitt) |
|---|---|---|
| Elektro | 0 € (erste 10 Jahre) | 400-600 € |
| Benzin (Kleinwagen) | 80-150 € | 300-500 € |
| Diesel (Mittelklasse) | 150-300 € | 400-700 € |
| SUV Diesel | 200-400 € | 500-900 € |
Was das für Sie bedeutet: Ein Elektroauto spart über zehn Jahre bis zu 3.000 € allein bei der Steuer. Kombiniert mit niedrigen Typklassen – wie beim Smart EQ oder VW E-Golf – ergibt sich ein echtes Sparpotenzial.
Wer die geringsten Unterhaltskosten sucht, sollte alle Faktoren zusammenrechnen. Ein günstiger Neupreis allein reicht nicht.
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