Autos mit niedrigen Typklassen kosten in der Kfz-Versicherung am wenigsten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berechnet die Typklassen jährlich neu – auf Basis der Schadenbilanzen der letzten drei Jahre[3]. Das System umfasst 16 Klassen in der Haftpflicht (10–25), 24 in der Teilkasko (10–33) und 25 in der Vollkasko (10–34)[4].
Eine niedrige Typklasse bedeutet: Das Modell verursacht statistisch weniger Schäden und geringere Reparaturkosten. Der Preisunterschied zwischen niedriger und hoher Typklasse beträgt oft über 1.000 € pro Jahr. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das: Ein Dacia Sandero kostet einen 25-jährigen Fahrer mit SF-Klasse 1 rund 650 € jährlich in der Vollkasko – ein BMW 3er dagegen rund 1.250 €[1]. Wer also wissen möchte, welche Autos teuer in der Versicherung sind, sollte Sportwagen und Premiummodelle mit Typklassen über 20 meiden.
Die folgende Tabelle zeigt die zehn günstigsten Fahrzeuge nach ihrer Typklasseneinstufung in Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko[1][2]:
| Rang | Fahrzeug | Typklasse HP | Typklasse TK | Typklasse VK |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Dacia Sandero | 11 | 14 | 12 |
| 2 | VW Up / e-Up | 12 | 13 | 15 |
| 3 | Skoda Citigo | 12 | 13 | 14 |
| 4 | Seat Mii | 12 | 13 | 14 |
| 5 | Fiat Panda | 13 | 14 | 14 |
| 6 | Toyota Aygo | 13 | 15 | 15 |
| 7 | Citroën C1 | 13 | 15 | 16 |
| 8 | Peugeot 108 | 13 | 15 | 16 |
| 9 | Renault Twingo | 14 | 14 | 15 |
| 10 | Smart ForTwo | 14 | 16 | 15 |
HP = Haftpflicht | TK = Teilkasko | VK = Vollkasko | Niedrigere Zahl = günstiger
Auffällig: Die Top 10 bestehen ausschließlich aus Kleinst- und Kleinwagen. Das hat einen einfachen Grund – weniger Leistung, leichtere Bauweise und günstigere Ersatzteile drücken die Schadensummen nach unten[5].
Der GDV hat im September 2025 die neuen Typklassen für 2026 veröffentlicht. Mehr als 12 Millionen Autofahrer sind von Änderungen betroffen – rund 75% behalten aber ihre bisherige Einstufung[3].
Günstiger werden 2026: VW ID.4 Pure (HP 14, VK 20), BMW iX1 xDrive30 (HP 14, VK 21), Fiat 500 Abarth 1.4 T-Jet, Renault Clio 1.3 und Mercedes SLK 200[6].
Teurer werden 2026: Ford Focus 1.0 (+2 Stufen in der Haftpflicht), Renault Austral 1.3 (+3 Stufen) und Toyota Yaris Cross Hybrid[6]. Wer von einer Typklassenänderung betroffen ist, hat ein Sonderkündigungsrecht und sollte die Kfz-Versicherung neu vergleichen.
Fahranfänger zahlen mit Abstand die höchsten Versicherungsbeiträge. Durchschnittlich 1.400 € pro Jahr gibt ein Fahranfänger in Deutschland für die Kfz-Versicherung aus[7]. Der Grund: SF-Klasse 0 oder ½ bedeutet hohe Zuschläge – je nach Versicherer 100 bis 260% auf den Grundbeitrag.
Eine niedrige Typklasse kann diesen Zuschlag teilweise kompensieren. Wer als Fahranfänger einen Dacia Sandero (Typklasse 11) statt eines VW Golf GTI (Typklasse 21) fährt, spart mehrere Hundert Euro jährlich[2]. Auch die Frage, welche Versicherung zwei Autos für Anfänger nimmt, wird in Familien häufig gestellt – die Zweitwagenregelung über die Eltern senkt den Beitrag um 20 bis 50%[7].
| Modell | Typklasse HP | Typklasse VK | Warum geeignet |
|---|---|---|---|
| Hyundai i10 1.2 | 14 | 16 | Niedrigste Kasko-Klassen, ab 16.990 € |
| VW Polo VI 1.0 | 13 | 16 | Zuverlässig, gute Restwerte |
| Skoda Fabia 1.0 TSI | 14 | 17 | VW-Technik, 5,0 L/100 km Verbrauch |
| Fiat 500 1.2 | 13 | 12 | Wendiger Stadtflitzer, ab 16.490 € |
| Toyota Yaris | 16 | 20 | Niedrige Unterhaltskosten |
| Fiat Panda | 13 | 14 | Günstigster Gesamtunterhalt |
Besonders der Hyundai i10 1.2 ist für Fahranfänger eine kluge Wahl. Mit einem 1,2-Liter-Dreizylinder (79 PS) verbraucht er nur 4,9 Liter auf 100 Kilometer und zählt dank Steuerkette zu den wartungsarmen Modellen[4]. Wer ein Auto mit geringen Unterhaltskosten sucht, findet im i10 einen soliden Einstieg.
Sportliche Modelle wie VW Golf GTI, BMW 1er/3er und Audi A3 S-Line landen regelmäßig in hohen Typklassen. Das liegt nicht nur an den teuren Ersatzteilen – junge Fahrer verursachen mit diesen Modellen statistisch deutlich mehr Unfälle[6].
Aber Vorsicht: Auch typische Fahranfänger-Autos können überraschend teuer sein. Ein älterer Opel Corsa in einer stark belasteten Motorvariante rutscht mitunter in höhere Typklassen. Die exakte HSN/TSN-Nummer aus dem Fahrzeugschein entscheidet – nicht der Modellname allein[6].
Mittelklasse heißt nicht automatisch teuer. Modelle mit solider Sicherheitsausstattung und unauffälliger Schadenbilanz landen durchaus in moderaten Typklassen zwischen 14 und 18[8]. Entscheidend ist die Motorisierung: Ein Skoda Octavia 1.0 TSI fährt in einer deutlich niedrigeren Typklasse als der gleiche Octavia mit 2.0-Liter-Turbomotor.
| Modell | Typklasse HP | Besonderheit |
|---|---|---|
| Skoda Octavia 1.0 TSI | 14 | VW-Technik, großer Kofferraum |
| Hyundai i30 | 15 | Attraktive Typklasse, Vielfahrer-tauglich |
| Toyota Corolla Hybrid | 16 | Niedriger Verbrauch, 4,5 L/100 km |
| Mazda 6 | 16 | Gute Sicherheit, zuverlässig |
| Audi A4 Avant 3.0 TDI | 16 | 2026 günstiger: HP, VK, TK jeweils -1 |
Der Audi A4 Avant profitiert 2026 von einer niedrigeren Einstufung in allen drei Versicherungsarten – ein seltener Fall bei Premium-Modellen[3]. Wer sich zwischen Diesel oder Benziner entscheiden muss, sollte die Typklasse beider Varianten vergleichen: Dieselversionen fallen oft in andere Klassen als Benziner desselben Modells.
Elektroautos bringen einen besonderen Vorteil mit: die Kfz-Steuerbefreiung. Aber wie sieht es bei der Versicherung aus? Die Typklassen für E-Autos variieren stark – von günstig bis überraschend teuer[1].
| E-Auto | Typklasse VK | ca. Jahresbeitrag Versicherung | Kfz-Steuer |
|---|---|---|---|
| Dacia Spring | 12 | ~500 € | 0 € |
| Smart EQ ForTwo | 14 | ~560 € | 0 € |
| Renault Zoe | 14 | ~550 € | 0 € |
| VW e-Up | 15 | ~580 € | 0 € |
| VW ID.4 Pure | 20 | ~750 € | 0 € |
Der Smart ForTwo Coupe Electric Drive (Baujahr 2010–2015) hält einen besonderen Rekord: Typklasse 10 in der Vollkasko – die niedrigste überhaupt[9]. Aber der Haken? Das Modell wird nicht mehr produziert und ist nur noch gebraucht erhältlich.
E-Autos mit Erstzulassung bis 31.12.2025 sind zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit – maximal bis Ende 2030[10]. Die Steuerersparnis gleicht höhere Versicherungsprämien bei E-Autos oft aus. In der Gesamtrechnung fahren Elektrofahrzeuge damit häufig günstiger als vergleichbare Verbrenner. Wer wissen möchte, welche Versicherungen man fürs Auto braucht, sollte bei E-Autos auf spezielle Elektro-Tarife achten – einige Versicherer bieten bis zu 15% Nachlass.
Die niedrigsten Gesamtkosten entstehen, wenn Versicherung und Kfz-Steuer zusammen gering ausfallen. Die Kfz-Steuer hängt bei Verbrennern vom Hubraum und CO₂-Ausstoß ab, bei E-Autos entfällt sie komplett[10].
| Modell | ca. Versicherung/Jahr | ca. Steuer/Jahr | Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| VW e-Up | ~220 € | 0 € | ~220 € |
| Dacia Sandero 1.0 | ~200 € | ~30 € | ~230 € |
| Skoda Citigo 1.0 | ~230 € | ~30 € | ~260 € |
| Fiat Panda 1.0 | ~240 € | ~28 € | ~268 € |
| Dacia Spring (E-Auto) | ~500 € | 0 € | ~500 € |
Der VW e-Up führt diese Rangliste an – kein anderes Modell erreicht derart niedrige Gesamtkosten für Versicherung und Steuer zusammen[2]. Allerdings: Der e-Up wird seit 2024 nicht mehr produziert, gebrauchte Exemplare sind aber noch breit verfügbar. Wer ein Auto mit günstigem Unterhalt sucht, sollte neben Versicherung und Steuer auch Verbrauch und Wartung einrechnen.
Ältere Modelle landen oft in niedrigeren Typklassen als ihre aktuellen Nachfolger. Der Grund: Neuere Generationen verbauen teurere Technik – LED-Matrix-Scheinwerfer, großflächige Sensoren, Kameras – was die durchschnittlichen Reparaturkosten nach oben treibt[5].
Aber Vorsicht bei Gebrauchten: Die Typklasse variiert stark nach Motorisierung und Baujahr. Beim gleichen Modell können bis zu vier Typklassen-Stufen Unterschied liegen[6]. Ein Opel Corsa D mit 1,2-Liter-Motor fährt günstiger als der gleiche Corsa D mit 1,4-Liter-Turbo.
| Kategorie | Empfohlenes Modell | Baujahr | Typklasse HP |
|---|---|---|---|
| Citycar | Smart ForTwo Electric Drive | 2010–2015 | 11 |
| Kleinwagen | Opel Corsa C / D | 2000–2010 | 13–17 |
| Kompaktklasse | Skoda Fabia 1.4 | 2014–2019 | 14 |
| Kompakt-SUV | VW T-Roc 1.0 TSI | ab 2017 | 12 (VK: 16) |
| Kombi | Skoda Octavia Combi 1.0 TSI | ab 2017 | 14 |
Der Smart ForTwo Electric Drive bleibt sowohl in der Haftpflicht als auch in der Kasko das günstigste Citycar – kein anderer Kleinstwagen liegt typklassenbasiert so niedrig[9].
Die Typklasse ist der zentrale fahrzeugbezogene Faktor für den Versicherungsbeitrag. Sie basiert auf den Schadenbilanzen der letzten drei Jahre – für die Typklassen 2026 sind das die Daten von 2022 bis 2024[3].
Je besser die Unfall- und Schadensstatistik eines Modells, desto niedriger stuft der GDV es ein[11]. Der Preisunterschied ist enorm: Ein Fiat 500 kostet etwa 490 € pro Jahr in der Versicherung, ein Audi Q7 dagegen rund 1.616 €[1]. Die Typklassenabfrage ist kostenlos über die GDV-Website möglich – Sie benötigen nur die HSN/TSN aus Ihrem Fahrzeugschein[12].
Die Typklasse allein bestimmt nicht den endgültigen Beitrag. Diese Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle:
Wer die beste Autoversicherung sucht, sollte diese Faktoren beim Vergleich gezielt optimieren.
Manche Marken landen mit fast allen Modellen in niedrigen Typklassen. Das liegt an günstigeren Ersatzteilen, geringerer Motorleistung und einer unauffälligen Fahrerklientel[8].
| Marke | Typische Typklassen HP | Warum günstig |
|---|---|---|
| Dacia | 11–14 | Niedrigste Ersatzteilkosten am Markt |
| Hyundai | 14–16 | i10 und i30 in niedrigen Klassen |
| Skoda | 13–16 | VW-Technik, aber günstiger eingestuft |
| Toyota | 13–16 | Hohe Zuverlässigkeit, wenige Reparaturen |
| Fiat | 13–15 | 500 und Panda in sehr niedrigen Klassen |
| Smart | 11–14 | ForTwo Spitzenreiter in der Vollkasko |
Premium-Marken wie BMW, Mercedes und Audi fallen dagegen fast durchgehend in höhere Typklassen[8]. Das Porsche 911 (TK 30), der BMW M3/M4 (TK 28) und der Audi RS6 (TK 29) gehören zu den teuersten Autos in der Versicherung – mit Jahresbeiträgen zwischen 2.000 und 4.000 €[1].
Die Typklasse Ihres Fahrzeugs ermitteln Sie in drei Schritten:
Bei einer Typklassenänderung durch den GDV steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Nutzen Sie dieses, um die Versicherung neu zu vergleichen – besonders wenn Ihr Modell hochgestuft wurde[6]. Wer wissen möchte, welche Versicherung bei Schäden am Auto zahlt, sollte die Unterschiede zwischen Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko kennen.
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