Die Ausstattung deines Autos findest du am zuverlässigsten über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN oder VIN). Diese 17-stellige Nummer steht im Fahrzeugschein unter Feld E oder direkt am Auto an der Windschutzscheibe[1]. Mit dieser Nummer kannst du online bei Diensten wie DAT, Cardentity oder direkt beim Hersteller die komplette Serien- und Sonderausstattung abfragen[2].
Die Fahrzeug-Identifizierungsnummer ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Seit 1981 trägt jedes in Deutschland zugelassene Fahrzeug diese 17-stellige Kennung[3]. Vor dem Kauf eines Gebrauchtwagens oder beim Verkauf des eigenen Autos ist sie unverzichtbar – nur so lässt sich die tatsächliche Ausstattung zweifelsfrei nachweisen.
Die FIN findest du an mehreren Stellen. Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil 1) steht sie unter Feld E. Im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil 2) findest du sie unter Punkt 4[1]. Aber was, wenn die Papiere gerade nicht griffbereit sind?
Am Fahrzeug selbst ist die FIN typischerweise eingeprägt:
Ein kurzer Blick durch die Frontscheibe auf die linke untere Ecke des Armaturenbretts genügt in den meisten Fällen. Die Nummer ist ins Blech geprägt – Manipulationen fallen sofort auf.
Die großen Autohersteller bieten eigene Dienste zur FIN-Abfrage. Bei Mercedes beispielsweise kannst du über die Händler-Hotline oder das Online-Portal die komplette Ausstattungsliste anfordern. VW, Audi, Skoda und Seat nutzen das ETKA-System – viele freie Werkstätten können hier nachschauen[1]. BMW hat den kostenlosen VIN-Decoder von M Decoder, der zumindest die wichtigsten Ausstattungscodes entschlüsselt[4].
Der Haken? Nicht jeder Hersteller gibt die Daten direkt an Privatpersonen raus. Bei Opel, Ford oder Renault führt der Weg oft über den Vertragshändler oder eine freie Werkstatt mit entsprechendem Datenzugang.
Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) ist der Goldstandard für Fahrzeugidentifikation in Deutschland. Über SilverDAT lassen sich 99,8 Prozent des deutschen Fahrzeugbestandes identifizieren – inklusive aller Serien- und Sonderausstattungen[2].
| Merkmal | DAT VIN-Abfrage |
|---|---|
| Abgedeckte Marken | 47 (inkl. VW, Mercedes, BMW, Audi, Opel, Ford, etc.) |
| Kosten pro Abfrage | ab 1,65 € netto[2] |
| Verfügbar für | Gewerbliche Nutzer (Händler, Werkstätten, Gutachter) |
| Privatpersonen | Über Kfz-Betrieb oder Sachverständigen |
Das Problem für Privatleute: DAT bietet den Service derzeit nicht direkt an[2]. Du musst also eine Werkstatt oder einen Kfz-Sachverständigen beauftragen. Die gute Nachricht: Viele Händler machen das kostenlos, wenn du ernsthaft am Kauf interessiert bist.
Für Privatpersonen sind Online-Plattformen wie Cardentity oft die einfachste Lösung. Du gibst die 17-stellige FIN ein, bezahlst per PayPal oder Kreditkarte, und erhältst innerhalb von Minuten einen vollständigen Report[1]. Neben der Ausstattung bekommst du auch Infos zu Unfallhistorie, Kilometerständen und Vorbesitzern.
Was diese Dienste nicht können: Ausstattungen erkennen, die nachträglich eingebaut wurden. Sitzheizung, die der Vorbesitzer selbst installiert hat? Taucht nicht auf. Nur die ab Werk verbauten Features werden gelistet.
| Marke | Kostenlose Option | Kostenpflichtig |
|---|---|---|
| VW | Händler/Werkstatt mit ETKA-Zugang | Cardentity, DAT |
| Mercedes | Händler-Anfrage | MB Companion App |
| BMW | M Decoder (Basis-Infos)[4] | Cardentity |
| Audi | Händler mit ETKA | DAT über Gutachter |
| Opel | Händler-Anfrage | Cardentity |
| Ford | ETIS-Zugang über Händler | Cardentity |
| Skoda | ETKA bei VW-Händlern | Cardentity |
| Renault | Händler-Anfrage | Cardentity |
Bei älteren Fahrzeugen (vor 1990) wird es schwieriger. Die Datenbanken erfassen diese nicht immer vollständig[1]. Hier hilft oft nur der Gang zum Markenclub oder das Studium der Originalunterlagen – falls noch vorhanden.
Hier ist die Sache: Eine FIN-Abfrage zeigt nur die Werksausstattung. Alles, was später dazukam oder entfernt wurde, bleibt unsichtbar. Ein Vorbesitzer hat das Navigationssystem ausgebaut und gegen ein günstiges Radio getauscht? Das steht nirgends. Die Ledersitze wurden durch Stoffsitze ersetzt? Kein Hinweis.
Deshalb lohnt sich beim Gebrauchtwagenkauf immer der Abgleich zwischen FIN-Ausstattungsliste und tatsächlichem Fahrzeug. Meiner Erfahrung nach stimmt die Liste in etwa 90 Prozent der Fälle – aber die restlichen 10 Prozent können teuer werden.
Auch nachrüstbare Extras wie Dachträger, Kindersitze oder spezielle Motoröle tauchen in der FIN-Abfrage natürlich nicht auf.
Eine häufige Verwirrung: Die Ausstattungslinie (Comfort, Style, Highline, AMG-Line, etc.) ist nicht dasselbe wie die Sonderausstattung. Die Linie definiert ein Paket – bestimmte Features sind serienmäßig dabei. Sonderausstattungen wurden zusätzlich bestellt und kosten extra[1].
Bei VW beispielsweise unterscheidet sich ein Golf „Highline" deutlich vom „Trendline". Aber auch ein Highline kann ohne Navigationssystem ausgeliefert werden – wenn der Erstkäufer es nicht bestellt hat. Die FIN-Abfrage zeigt beides: Welche Linie und welche zusätzlichen Extras ab Werk verbaut wurden.
Für die Getriebeart gilt dasselbe: Die FIN verrät, ob Automatik oder Schaltung verbaut ist. Praktisch, wenn der Händler „Automatik" verspricht, aber das Fahrzeug eigentlich ein Schaltgetriebe hat.
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