Wer wissen möchte, was ist Blue Efficiency Mercedes und welche Bedeutung dahintersteckt, findet die Antwort in einem herstellereigenen Maßnahmenpaket zur Senkung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. Es ist kein einzelnes Bauteil und kein Motorcode, sondern eine Kombination aus optimierter Aerodynamik, Gewichtseinsparungen, rollwiderstandsarmen Reifen und effizienzsteigernden Motorentechnologien wie der ECO Start-Stopp-Funktion. Damit senkt Mercedes-Benz den Verbrauch um bis zu 12,1 % bei unveränderter Motorleistung.
Wichtigste Erkenntnisse:
Die Modellbezeichnung BlueEFFICIENCY steht bei Mercedes-Benz für ein gezieltes Bündel von technischen Maßnahmen, die den Kraftstoffverbrauch sowie die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs spürbar reduzieren. Es handelt sich hierbei nicht um eine einzelne Erfindung oder ein bestimmtes Motorbauteil, sondern um die Kombination zahlreicher Feineinstellungen an Karosserie, Motor, Getriebe und Fahrwerk.
Nach Angaben im BlueEFFICIENCY-Lexikon von Kunzmann fasst Mercedes-Benz unter diesem Begriff eine Vielzahl konstruktiver Detaillösungen zusammen. Das Grundprinzip besteht darin, Energieverluste im gesamten Fahrzeug zu minimieren. So werden mechanische Reibungen gesenkt, der Luftwiderstand reduziert und das Energiemanagement der Nebenaggregate optimiert. Das Label erfüllt in der Produktpalette von Mercedes-Benz eine ähnliche Funktion wie beispielsweise BlueMotion bei Volkswagen oder EfficientDynamics bei BMW.
Der Begriff BlueEFFICIENCY ist ein englischsprachiges Kunstwort. Es setzt sich aus dem Wort „Blue" (Blau) als Markenfarbe für saubere Umwelttechnologien und „Efficiency" (Effizienz) zusammen. Wörtlich übersetzt bedeutet die Kombination „blaue Effizienz".
In der Praxis existieren verschiedene Schreibweisen. Die korrekte Bezeichnung des Herstellers lautet „BlueEFFICIENCY" in einem Wort mit großgeschriebenen Buchstaben für den zweiten Wortteil. Häufig gesuchte Varianten wie „blue effizienz", „blue efficiency" oder „blue efficieny" bezeichnen exakt dasselbe Maßnahmenpaket.
Analytische Einordnung: Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz nutzen die Farbe Blau seit der Einführung dieser Produktlinie als Symbol für umweltrelevante Innovationen, um verbrauchsoptimierte Modelle im Portfolio klar von Standardausführungen abzugrenzen.
Um die Verbrauchsziele ohne Leistungseinbußen zu erreichen, stimmen die Ingenieure mehrere Baugruppen des Fahrzeugs aufeinander ab. Welcher Umfang verbaut ist, hängt vom konkreten Modell, der Motorisierung und dem Baujahr ab.
Zu den zentralen technischen Komponenten und Optimierungen gehören:
Neben aerodynamischen Optimierungen spielen digitale Dienste eine Rolle; so bieten vernetzte Systeme wie die Dienste von Mercedes me connect zusätzliche Möglichkeiten zur Effizienzüberwachung. Zur Auswertung von Fahrdaten und Verbrauchswerten unterstützt ein Mercedes me ID Benutzerkonto den Zugriff auf fahrzeugspezifische Informationen.
Die exakte Kraftstoffersparnis variiert je nach Fahrzeugklasse, Motorentyp und individuellem Fahrprofil. Nach offiziellen Herstellerangaben von Mercedes-Benz zur Einführung der Technologie konnten je nach Modell und Motorisierung (wie beim C 180 Kompressor) Verbrauchsreduzierungen von bis zu 12 % gegenüber vergleichbaren Standardausführungen erzielt werden.
Im alltäglichen Fahrbetrieb wirken sich die einzelnen Maßnahmen unterschiedlich aus. Während die Aerodynamik und rollwiderstandsarme Reifen vor allem auf Autobahnen und Landstraßen zur Geltung kommen, entfaltet die Start-Stopp-Automatik im städtischen Stop-and-Go-Verkehr ihren größten Nutzen.
Auch bei größeren Fahrzeugklassen lässt sich das Sparpotenzial beobachten; so werden beispielsweise die Preise für den Mercedes GLE durch moderne Effizienztechnologien und Verbrauchswerte beeinflusst.
Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Prozentwerte beziehen sich auf den Vergleich zwischen einem Serienmodell ohne Maßnahmenpaket und dem entsprechenden BlueEFFICIENCY-Modell unter vorgegebenen Prüfstandbedingungen.
Ein häufiges Missverständnis betrifft den Begriff des Motorencodes. BlueEFFICIENCY ist kein interner Motorcode und keine Triebwerkskennung. Es handelt sich um ein rein organisatorisches und vertriebliches Label für das Gesamtfahrzeug.
Echte Motorbezeichnungen bei Mercedes-Benz bezeichnen die Verbrennungstechnik des Triebwerks:
Fahrzeuge mit diesem Ausstattungspaket tragen die Bezeichnung als Zusatz zum Modellnamen, zum Beispiel „Mercedes-Benz C 180 Kompressor BlueEFFICIENCY" oder „E 250 CDI BlueEFFICIENCY". Ähnlich wie andere Hersteller ihre Markenversprechen kennzeichnen - etwa bei der Bedeutung des Namens BMW - dient die Bezeichnung als sichtbares Merkmal für Umwelttechnologien.
Mercedes-Benz stellte das BlueEFFICIENCY-Konzept im Frühjahr 2008 auf dem Genfer Autosalon vor. Die Markteinführung der ersten Serienfahrzeuge erfolgte Mitte 2008. Zu den Pionieren gehörten der C 180 Kompressor BlueEFFICIENCY und der C 200 CDI BlueEFFICIENCY der Baureihe W204.
In den Folgejahren dehnte der Hersteller die Maßnahmen auf nahezu alle Fahrzeugreihen aus, darunter die A-Klasse, B-Klasse, E-Klasse, S-Klasse sowie SUV-Modelle wie den GLK. Mit dem Generationenwechsel ab Mitte der 2010er Jahre ging die Bezeichnung schrittweise in der Standardausstattung der Neufahrzeuge auf, da viele Komponenten wie Start-Stopp-Systeme zur Serienausstattung wurden.
Die Ausstattung erstreckte sich über kompakte Fahrzeuge bis hin zu größeren Reise- und Freizeitfahrzeugen; auch beim Vergleich der Kosten eines Mercedes Marco Polo zeigt sich der Einfluss von Effizienzpaketen auf die Gesamtwirtschaftlichkeit.
Obwohl beide Bezeichnungen das Wort „Blue" tragen und Umwelttechnologien von Mercedes-Benz kennzeichnen, erfüllen sie vollkommen unterschiedliche Aufgaben im Fahrzeug.
| Merkmal | BlueEFFICIENCY | BlueTEC |
|---|---|---|
| Hauptfunktion | Gesamteffizienz & Spritverbrauchssenkung | Abgasnachbehandlung & Stickoxid-Reduktion |
| Motortyp | Benzin- und Dieselmotoren | Dieselmotoren |
| Kernkomponenten | Aerodynamik, Leichtbau, Start-Stopp | SCR-Katalysator, AdBlue-Einspritzung |
| Wirkungsbereich | Gesamtes Fahrzeug | Abgasanlage |
Während BlueEFFICIENCY darauf abzielt, den Kraftstoffbedarf durch mechanische und aerodynamische Maßnahmen zu senken, dient BlueTEC ausschließlich der Minimierung von Stickoxiden (NOx) bei Dieselmotoren mithilfe von AdBlue (Harnstoffeinspritzung).
Während Mercedes-Benz die Bezeichnung BlueEFFICIENCY als Gesamtmotor- und Aerodynamikpaket einsetzt, nutzen Mitbewerber eigene Bezeichnungen; ein bekanntes Beispiel ist das Allradsystem xDrive von BMW, das jedoch die Antriebsverteilung betrifft.
Dass ein Fahrzeug mit dem Maßnahmenpaket ausgestattet ist, lässt sich anhand mehrerer Ausstattungsmerkmale am Fahrzeug sowie in den offiziellen Dokumenten feststellen:
Ergänzend zur physischen Plakette lassen sich Fahrzeuginformationen und Wartungsdaten auch digital einsehen, beispielsweise über die Funktionen der Mercedes me App, die den Status von Fahrzeugsystemen anzeigt.
Nein, BlueEFFICIENCY bezeichnet keinen Hybridantrieb. Ein BlueEFFICIENCY-Modell besitzt in der Regel einen reinen Verbrennungsmotor (Benzin oder Diesel) ohne elektrischen Fahrmotor. Die Einsparungen werden durch die Optimierung des konventionellen Fahrzeugs erzielt.
Nicht zwingend. Ob ein Fahrzeug AdBlue benötigt, hängt davon ab, ob es zusätzlich mit der BlueTEC-Technologie ausgestattet ist. Ein Benzinmodell mit BlueEFFICIENCY benötigt grundsätzlich kein AdBlue. Auch ältere Dieselmodelle mit BlueEFFICIENCY kommen ohne AdBlue aus, sofern sie keinen SCR-Katalysator besitzen.
Nein. Die verbauten Komponenten wie rollwiderstandsarme Reifen, Unterbodenverkleidungen oder aerodynamische Anpassungen stellen im Gebrauchtwagenalltag keinen Nachteil dar. Gebrauchtwagenkäufer profitieren bei diesen Modellen von einem geringeren Regelverbrauch.
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