Auf die Frage "Was bedeutet 4MATIC bei Mercedes?" lautet die Antwort: Es bezeichnet den permanenten Allradantrieb von Mercedes-Benz, der das Drehmoment variabel auf alle vier Räder verteilt und dadurch für maximale Traktion sowie Stabilität auf allen Fahrbahnen sorgt. Das System feierte 1987 in der W124 E-Klasse seine Premiere und nutzt heute die elektronische Traktionssteuerung 4ETS anstelle mechanischer Differenzialsperren.
Das Wichtigste in Kürze:
Die Bezeichnung 4MATIC steht bei Fahrzeugen von Mercedes-Benz für ein integriertes Allradsystem, das die Antriebskraft auf alle vier Räder überträgt. Bei schlechten Witterungsbedingungen wie Schnee, Eis oder Starkregen erhöht dieser Allradantrieb die Haftung auf der Straße deutlich. Das System arbeitet vollautomatisch und passt die Kraftverteilung kontinuierlich an die aktuelle fahrtechnische Situation an, ohne dass der Fahrer manuell eingreifen muss.
Der Name 4MATIC setzt sich linguistisch aus den Begriffen "4-Wheel Drive" (Vierradantrieb) und "Automatic" (Automatik) zusammen. Mercedes-Benz führte diese Wortschöpfung ein, um die Kombination aus Allradtechnik und automatischer Steuerung zu verdeutlichen. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde das System auf der IAA 1985, bevor es 1987 in den Sechszylindermodellen der E-Klasse (Baureihe W124) seinen Serienstart feierte.
Bei Mercedes-Benz wird der Allradantrieb markenweit als 4MATIC bezeichnet. Ähnlich wie Audi die Bezeichnung quattro oder BMW die Marke xDrive-System von BMW nutzt, dient 4MATIC als geschützter Begriff für die gesamte Allradpalette des Herstellers.
Fahrzeuge mit dieser Ausstattung tragen in der Regel einen entsprechenden Schriftzug am Heck oder an den vorderen Kotflügeln. Die Spanne reicht von kompakten Limousinen bis hin zu schweren Geländewagen, wobei je nach Fahrzeugplattform unterschiedliche technische Ausprägungen zum Einsatz kommen.
Das Funktionsprinzip von 4MATIC beruht auf einem Zusammenspiel aus Verteilergetriebe, Lamellenkupplung und elektronischen Regelsystemen. Im Gegensatz zu traditionellen Geländewagen verzichtet das moderne 4MATIC weitgehend auf schwere mechanische Differenzialsperren. Stattdessen nutzt Mercedes das Elektronische Traktions-System (4ETS).
Sobald Sensoren an den Rädern Schlupf registrieren, bremst 4ETS das durchdrehende Rad in Bruchteilen einer Sekunde gezielt ab. Gleichzeitig leitet das Ausgleichsgetriebe mehr Drehmoment an die Räder weiter, die noch ausreichende Bodenhaftung besitzen. Über moderne Konnektivitätsdienste wie Mercedes me connect lassen sich bei neueren Fahrzeugen zudem Fahrzeugstatus und Telemetriedaten einsehen, während Zusatzfunktionen in der Funktionen der Mercedes me App bereitgestellt werden. Die Verknüpfung von Bremsimpulsen über 4ETS mit einer elektronisch gesteuerten Lamellenkupplung spart Gewicht gegenüber rein mechanischen Sperren. Dadurch bleibt das Fahrzeug auch auf wechselndem Untergrund richtungsstabil.
Hinweis: Die genaue Kraftverteilung hängt von der Plattform ab. Kompaktmodelle mit Quermotor nutzen primär Frontantrieb und schalten die Hinterachse bei Bedarf zu, während Modelle mit Längsmotor einen permanenten Grundantrieb bieten.
Während das Standard-4MATIC-System auf Sicherheit, Alltagstraktion und Effizienz ausgelegt ist, richtet sich 4MATIC+ an fahrdynamisch orientierte Fahrzeuge von Mercedes-AMG.
Bei 4MATIC+ erfolgt die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse vollvariabel von 0 bis 100 Prozent. Ähnlich wie bei besonders sportlichen Abstimmungen, wie man sie von der Bedeutung von M bei BMW kennt, ermöglicht 4MATIC+ bei ausgewählten AMG-Modellen einen reinen Hinterradantrieb im sogenannten Drift-Modus.
Mercedes-Benz bietet das 4MATIC-System modellübergreifend in fast allen Baureihen an. Von der A-Klasse über die C-Klasse und E-Klasse bis hin zu den SUV-Modellen ist der Allradantrieb entweder serienmäßig verbaut oder als Option wählbar.
Besonders bei den beliebten Fahrzeugfamilien wie dem Kosten für den Mercedes GLE gehört 4MATIC bei den meisten Motorisierungen zum Standard. Auch Reisemobile wie der Preise des Mercedes Marco Polo profitieren auf unbefestigtem Camping-Untergrund oder nassen Wiesen erheblich von der zusätzlichen Traktion aller vier Räder.
In unabhängigen Vergleichstests überzeugt das 4MATIC-System durch seine schnelle Reaktionszeit und unauffällige Arbeitsweise im Alltag. Das System regelt Kraftverteilung und Bremseingriffe so sanft, dass der Fahrer die Korrekturen kaum spürt, aber von sofortiger Stabilität profitiert. Für Autofahrer in winterlichen Regionen oder für Zugfahrzeuge bietet 4MATIC einen deutlichen Sicherheitsgewinn. Der Mehrverbrauch liegt je nach Modell bei etwa 0,2 bis 0,6 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometer.
Hinweis: Ein Allradantrieb verkürzt nicht den Bremsweg auf glatter Fahrbahn. Gute Winterreifen bleiben auch mit 4MATIC zwingend erforderlich. Sollte es dennoch zu einer Panne kommen, entstehen schnell Kosten für das Abschleppen zur Werkstatt, weshalb eine vorausschauende Fahrweise unverzichtbar bleibt.
Als konkretes Preisbeispiel für ein Oberklasse-Fahrzeug mit Allradantrieb dient die Mercedes-Benz S-Klasse. Zum offiziellen Verkaufsstart der Baureihe 223 im September 2020 lag der Bruttolistenpreis für den S 400 d 4MATIC in Deutschland bei 103.994 Euro für die Standardversion sowie bei 106.998,40 Euro für die Langversion.
Der Sechszylinder-Dieselmotor leistet 330 PS (243 kW) und liefert ein maximales Drehmoment von 700 Nm, welches durch das serienmäßige 4MATIC-System effizient auf den Asphalt übertragen wird.
Fahrzeuge mit Allradantrieb tragen in der Regel die Aufschrift "4MATIC" am Heckdeckel oder an den seitlichen Kotflügeln. Zudem lässt sich die Ausstattung über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) beim Händler abfragen.
Bei den regulären Mercedes-Benz Modellen lässt sich 4MATIC nicht manuell deaktivieren, da das System vollautomatisch arbeitet. Eine Ausnahme bilden ausgewählte AMG-Performance-Modelle mit 4MATIC+, die über einen speziellen Drift-Modus verfügen.
Ja, bei den meisten Baureihen mit Längsmotor leitet das Verteilergetriebe permanent Kraft an beide Achsen. Bei Kompaktmodellen schaltet eine elektromechanische Lamellenkupplung die Hinterachse bei Bedarf blitzschnell hinzu.
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