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Mit welchen Krankheiten darf man kein Auto fahren? Anlage 4 FeV

Nach Anlage 4 FeV und den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (BASt, 6. Auflage 2022) ist die Fahreignung bei Epilepsie, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mit Hypoglykämien, Schlaganfall, Morbus…

Mit welchen Krankheiten darf man kein Auto fahren? Anlage 4 FeV
12 Min. Lesezeit
Faktengeprüft
Mit welchen Krankheiten darf man kein Auto fahren? Anlage 4 FeV

Nach Anlage 4 FeV und den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (BASt, 6. Auflage 2022) ist die Fahreignung bei Epilepsie, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mit Hypoglykämien, Schlaganfall, Morbus Menière, Demenz, schwerer Depression mit Suizidalität, Manie, akuter Schizophrenie sowie Alkohol- und Drogenabhängigkeit eingeschränkt oder ausgeschlossen[1][2][3].

Key Takeaways

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  • Rechtsgrundlagen: Anlage 4 FeV + BASt-Begutachtungsleitlinien 2022[1][2]
  • Epilepsie: Gruppe 1 nach 1 Jahr anfallsfrei, Gruppe 2 nach 5 Jahren ohne Therapie[4][5]
  • Schlaganfall: mindestens 3 Monate Karenz plus Facharzt[6]
  • Morbus Menière: 6 Monate Attackenfreiheit im Verdachtsfall[7]
  • Demenz (mittel/schwer), akute Psychose: dauerhaft kein Fahren[8]
  • Keine proaktive Meldepflicht, aber Haftung bei Unfall[9][10]
  • Medikamente sind an etwa jedem 4. Unfall beteiligt[11]
Mit welchen Krankheiten darf man kein Auto fahren? Anlage 4 FeV

Rechtsgrundlage: Anlage 4 FeV und Begutachtungsleitlinien der BASt

Zwei Dokumente regeln die Fahreignung in Deutschland. Anlage 4 FeV listet Krankheiten, die Fahreignung ausschließen oder einschränken, die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (BASt, 6. Aufl. 2022) präzisieren medizinisch, wann Betroffene wieder fahren dürfen[1][2]. Grundlage sind die §§ 2, 11, 13 und 14 der Fahrerlaubnis-Verordnung[12].

  • Fahrerlaubnisgruppe 1: A, A1, A2, B, BE, AM, L, T[13]
  • Fahrerlaubnisgruppe 2: C, C1, CE, C1E, D, D1, DE, D1E, Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung[13]
  • Selbstprüfungspflicht nach § 2 FeV[12]

Rechtlicher Hinweis: Anlage 4 FeV erfasst nur dauerhafte oder wiederkehrende Erkrankungen. Ein grippaler Infekt steht nicht drin – er kann aber situativ fahruntauglich machen[1][2].

Mit welchen Krankheiten darf man kein Auto fahren? Anlage 4 FeV

Krankheiten nach Anlage 4 FeV: Die vollständige Übersicht

Die folgende Matrix fasst die relevantesten Einträge der Anlage 4 FeV zusammen und zeigt die Differenzierung zwischen Gruppe 1 (Pkw, Motorrad) und Gruppe 2 (Lkw, Bus)[1][2]. Gruppe 2 wird fast durchweg strenger bewertet, weil Berufsfahrer längere Einsatzzeiten und höhere Fahrgastrisiken haben[14].

ErkrankungGruppe 1Gruppe 2
Sehminderung / Gesichtsfeldeinschränkungbedingtoft nein[2]
Hörverlust ≥ 60%bedingtoft nein[14]
Herz-/Gefäßerkrankungen (NYHA III/IV, nach Infarkt)bedingtnein[10]
Diabetes mit schweren Hypoglykämien (< 12 Mon.)bedingtnein[1]
Nierenerkrankungen (Dialyse)bedingtbedingt[14]
Lungen-/Bronchialerkrankungen schwerbedingtnein[14]
Epilepsienach 1 Jahr anfallsfrei[4]5 Jahre ohne Therapie[15]
Schlaganfall≥ 3 Mon. + Facharzt[6]strenge Prüfung[6]
Parkinson, MS, schwere Neuropathienbedingtmeist nein[2]
Morbus Menière6 Mon. Attackenfreiheit[7]2 bzw. 4 Jahre[7]
Schlafapnoe mit Tagschläfrigkeitbedingt nach CPAPbedingt[14]
Schwere Depression mit Suizidalitätnein[8]nein
Manie / akute Schizophrenienein[16]nein
Demenz (mittel/schwer)nein[8]nein
Alkohol-/Drogenabhängigkeitnein, MPU nach Therapie[10]nein
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Fahrverbot nach Schlaganfall: 3 Monate Karenz – und dann?

Nach einem Schlaganfall gilt eine Mindest-Karenzzeit von 3 Monaten, bevor wieder gefahren werden darf[6]. Voraussetzung für die Weiterfahrt ist ein fachärztlicher Befund aus der Neurologie, häufig ergänzt um eine Fahrverhaltensprobe[6]. Bleibende Defizite wie Hemiparese oder Gesichtsfeldausfälle werden individuell geprüft[2].

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Berufsfahrer trifft es härter. Für Gruppe 2 – also Lkw, Bus und Taxi – droht häufig der dauerhafte Ausschluss, weil die kognitive und motorische Belastbarkeit höher ist[6]. Wer nach einem Infarkt im Gehirn zu früh zurück ans Steuer geht, setzt Leben aufs Spiel.

Experten-Tipp: Vor der ersten Fahrt nach einem Schlaganfall immer Neurologen konsultieren – das schützt die Fahrerlaubnis und den Versicherungsschutz[6][10].

Autofahren bei Epilepsie: Klare Wartezeiten nach Klasse

Bei Epilepsie sind die Fristen in den BASt-Leitlinien 2022 präzise festgelegt[2]. Für Gruppe 1 reicht 1 Jahr Anfallsfreiheit unter Therapie, Gruppe 2 verlangt 5 Jahre ohne Medikation und ohne Anfall[4][15]. Und nach einem ersten unprovozierten Anfall? Die Faustregel lautet: mindestens 6 Monate Karenz plus EEG-Befund[4].

SituationGruppe 1Gruppe 2
Erster unprovozierter Anfall6 Monate anfallsfrei[4]strenger
Epilepsie unter Therapie1 Jahr anfallsfrei[4][5]5 Jahre ohne Therapie[15]
Ausschließlich schlafgebundene Anfällenach 1 Jahr[4]

Morbus Menière und Autofahren: Schwindel als Risiko

Morbus Menière löst plötzliche, unkontrollierbare Drehschwindelattacken aus – im Auto ein hohes Risiko. Die Begutachtungsleitlinien verlangen im Verdachtsfall 6 Monate Beobachtungszeit ohne Attacke, bevor Gruppe 1 wieder freigegeben wird[7]. Für Gruppe 2 sind die Hürden erheblich höher.

  • Gesicherte Diagnose mit Prodromi: Gruppe 2 nach 2 Jahren Attackenfreiheit[7]
  • Gesicherte Diagnose ohne Prodromi: Gruppe 2 nach 4 Jahren[7]
  • Verdacht ohne Sicherung: 6 Monate für Gruppe 1[7]
  • HNO- und neurologisches Gutachten sind Pflicht
Mit welchen Krankheiten darf man kein Auto fahren? Anlage 4 FeV

Mit welchen psychischen Krankheiten darf man kein Auto fahren?

Psychische Erkrankungen werden in Anlage 4 FeV gesondert aufgeführt[1]. Während akute Phasen die Fahreignung fast immer ausschließen, ist bei stabil eingestellten Patienten oft ein Weiterfahren möglich[8]. Die Grenze zwischen „fahrbar“ und „nicht fahrbar“ zieht der Facharzt, nicht der Betroffene.

ErkrankungFahreignung
Schwere Depression mit Suizidalität oder Wahnnein[16][8]
Manische Phase (bipolare Störung)nein[16]
Akute schizophrene Psychosenein[8]
Chronische Schizophrenie, stabil eingestelltbedingt[8]
Mittelgradige Depression, behandeltbedingt[8]
Burnout ohne psychotische Symptomemeist ja, Selbstprüfung[12]
Demenz (leicht)Einzelfallprüfung[8]
Demenz (mittel/schwer)dauerhaft nein[8]

Fachärztliche Einordnung: Eine gute medikamentöse Einstellung ist oft Voraussetzung für den Erhalt der Fahrerlaubnis, nicht ihr Hindernis[8][17].

Darf man mit Depressionen Auto fahren?

Bei leichter bis mittelgradiger Depression ist Autofahren in der Regel erlaubt[8]. Schwere Depression mit Suizidalität schließt die Fahreignung während der akuten Phase aus[16]. Die Wahl des Antidepressivums spielt eine Rolle: Trizyklika wie Doxepin oder Opipramol wirken oft stärker sedierend als SSRI wie Sertralin oder Escitalopram[17].

Darf man mit Schizophrenie Auto fahren?

Während einer akuten Episode: nein[16]. In stabiler Remission unter Neuroleptika kann die Fahrerlaubnis mit fachärztlicher Befürwortung erhalten bleiben[8]. Entscheidend sind Krankheitseinsicht, Medikamentenadhärenz und die Abwesenheit kognitiver Defizite.

Darf man mit Burnout Auto fahren?

Burnout ist kein eigenes Item in Anlage 4 FeV[1]. Fahruntauglich ist der Betroffene nur bei begleitender schwerer Depression oder stark sedierender Medikation. Aber die Selbstprüfungspflicht nach § 2 FeV bleibt bestehen – wer massiv übermüdet oder emotional instabil ist, gehört nicht ans Steuer[12].

Medikamente im Straßenverkehr: Die unterschätzte Gefahr

Arzneimittel sind ein stiller Unfallfaktor. Laut ADAC und Apothekenkammern ist etwa jeder 4. Unfall medikamentenbedingt, rund 20% aller Arzneimittel beeinträchtigen Reaktion oder Wachheit[11][18]. Einen Überblick zu Wirkstoffen gibt auch der Ratgeber zu Autofahren nach Vollnarkose.

WirkstoffgruppeFahrrelevante Wirkung
Opioide (Morphin, Oxycodon, Fentanyl, Codein)Sedierung, Schwindel; zu Therapiebeginn keine Fahreignung[18][17]
Benzodiazepine / Z-SubstanzenSedierung, verlangsamte Reaktion[19]
Trizyklische Antidepressiva (Doxepin, Opipramol)stärker sedierend als SSRI[17]
NeuroleptikaMüdigkeit, EPS-Nebenwirkungen[17]
Antiepileptika (Lamotrigin, Pregabalin)Schwindel, Benommenheit[17]
Blutdrucksenker / DiuretikaSchwindel zu Therapiebeginn[17]
AntidiabetikaHypoglykämie-Risiko[17]
H1-Antihistaminika (sedierend)Müdigkeit[19]

Faktennugget: Jeder 4. Unfall ist medikamentenbedingt, und rund jedes fünfte verschriebene Arzneimittel beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit[11].

Mit welchen Krankheiten darf man kein Auto fahren? Anlage 4 FeV

Herz, Kreislauf, Diabetes: Wann ist die Grenze überschritten?

Nach einem Herzinfarkt gilt für Gruppe 1 eine Karenz von 4–6 Wochen; Gruppe 2 pausiert deutlich länger[10]. Schwere Herzinsuffizienz der NYHA-Stufe III/IV schließt Berufsfahrer meist dauerhaft aus[10]. ICD-Träger und Patienten mit wiederholten Rhythmusstörungen werden individuell begutachtet[2].

Und der Diabetes? Wer in den letzten 12 Monaten schwere Hypoglykämien hatte, verliert die Eignung für Gruppe 2 und behält sie für Gruppe 1 nur mit Auflagen[1]. Regelmäßige Blutzucker-Messungen vor Fahrtantritt sind dann Pflicht.

Meldepflicht: Muss ich die Krankheit der Führerscheinstelle melden?

Nein. In Deutschland gibt es keine proaktive Meldepflicht des Betroffenen an die Fahrerlaubnisbehörde[9]. Wer sich nicht fahrtauglich fühlt, muss das Fahrzeug stehen lassen – die Selbstprüfung ist der zentrale Hebel[9]. Aber: Erfährt die Behörde von einer Erkrankung, etwa durch Polizei oder Arzt, kann sie ein Gutachten anordnen oder den Führerschein entziehen[9][6].

Wer trotz Fahruntauglichkeit fährt, haftet im Schadensfall mit dem Privatvermögen[10]. Für eine Vertiefung zur behördlichen Folge lohnt ein Blick in den Ratgeber Wie lange dauert ein Führerscheinentzug.

Ärztliches Fahrverbot: Warnung oder Rechtsakt?

Ein Arzt kann kein rechtlich wirksames Fahrverbot aussprechen[10][14]. Es handelt sich um eine dringende Warnung an den Patienten, dokumentiert in der Krankenakte. Wer diese Empfehlung ignoriert und einen Unfall verursacht, verliert den Versicherungsschutz und muss mit Regress durch die Kfz-Versicherung rechnen[10].

Rechtsverbindlich wird das Fahrverbot erst, wenn die Fahrerlaubnisbehörde den Führerschein entzieht[6]. Bis dahin liegt die Verantwortung beim Fahrer selbst – und die Versicherung schaut genau hin.

Selbstcheck: Bin ich heute fahrtauglich?

Ein kurzer Ehrlichkeits-Test vor jeder Fahrt kann Unfälle und Haftungsprobleme verhindern[12]. Wer eine der folgenden Fragen nicht klar mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann, sollte lieber Bahn, Taxi oder ein zweites Paar Augen wählen.

  • Kann ich Brille oder Hörgerät wie vorgeschrieben tragen?
  • Hatte ich heute Schwindel, Benommenheit oder Sehstörungen?
  • Habe ich neue Medikamente begonnen (Opioide, Antidepressiva, Antihistaminika)?
  • Bin ich stark übermüdet oder emotional erschöpft?
  • Hatte ich in den letzten 24 Stunden Alkohol oder Drogen?
  • Fühle ich mich konzentrationsfähig und emotional stabil?

Ablauf bei Zweifeln: Gutachten, MPU, Wiedererteilung

Zieht die Behörde die Fahreignung in Zweifel, folgt ein klar strukturierter Prozess[6]. Die vier Stufen entscheiden über Führerscheinbesitz oder Wiedererteilung – und sie dauern oft Monate.

  1. Behörde erhält Kenntnis (Unfall, Polizeimeldung, Arzt nach Schweigepflicht-Abwägung)
  2. Anordnung eines fachärztlichen oder verkehrsmedizinischen Gutachtens (§ 11 FeV)[6]
  3. Bei weitergehenden Zweifeln: Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU, § 14 FeV)
  4. Wiedererteilung mit oder ohne Auflagen[20]

Krankheiten, die NICHT unter Anlage 4 FeV fallen

Einige Erkrankungen tauchen in der Anlage 4 FeV gar nicht auf[1]. Dazu gehören grippale Infekte, Magen-Darm-Erkrankungen, Migräne sowie Allergien und Heuschnupfen[1][21]. Die Eignung für die Fahrerlaubnis bleibt damit bestehen – aber nicht automatisch die Fahrtüchtigkeit im Einzelfall.

Aber Achtung: Sedierende Medikamente wie H1-Antihistaminika, Opioide oder Schlafmittel können auch bei harmlosen Erkrankungen situative Fahruntauglichkeit auslösen[17][18].

Häufige Fragen (FAQs)

Mit welchen Krankheiten darf man offiziell kein Auto fahren?

Die Antwort liefert Anlage 4 FeV: Epilepsie (außerhalb der Wartezeit), Demenz (mittel/schwer), akute Psychose, schwere Depression mit Suizidalität, Manie, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, schwere Herzinsuffizienz, Diabetes mit rezidivierenden Hypoglykämien, Schlaganfall ohne ausreichende Karenz und Morbus Menière ohne Attackenfreiheit[1][2]. Der medizinische Einzelfall entscheidet über bedingte Eignung oder vollständigen Ausschluss[8].

Was besagt Anlage 4 FeV genau?

Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung listet Erkrankungen, die die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausschließen oder einschränken[1]. Sie unterscheidet zwischen Gruppe 1 (Pkw, Motorrad) und Gruppe 2 (Lkw, Bus, Taxi)[13]. Die Anlage nennt Krankheiten kategorisch, die genauen Wartezeiten und Auflagen stehen in den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung der BASt[2].

Wie lange Fahrverbot nach einem Schlaganfall?

Mindestens 3 Monate Karenz für Gruppe 1, anschließend fachärztliche Begutachtung[6]. Bleiben motorische oder kognitive Defizite, verlängert sich die Pause individuell. Für Berufsfahrer (Gruppe 2) droht häufig ein dauerhafter Ausschluss, weil ein zweites Ereignis unter Last zu gefährlich wäre[6]. Eine Fahrverhaltensprobe in spezialisierten Zentren kann die Wiederaufnahme stützen.

Darf man mit Epilepsie Auto fahren?

Ja, aber nur nach bestimmten Wartezeiten. Für Gruppe 1 gilt 1 Jahr Anfallsfreiheit unter Therapie, für Gruppe 2 5 Jahre ohne Medikation und Anfall[4][15]. Nach einem ersten unprovozierten Anfall reicht meist eine 6-Monats-Karenz plus EEG-Befund für Gruppe 1[4]. Schlafgebundene Anfälle werden seit 2022 milder bewertet.

Darf man mit Depressionen Auto fahren?

Leichte und mittelgradige Depressionen schließen die Fahreignung nicht aus[8]. Schwere Depressionen mit Suizidalität oder wahnhaften Symptomen hingegen ja, und zwar so lange, bis der akute Zustand abgeklungen ist[16]. Die Medikation spielt eine Rolle: Trizyklika wirken oft stärker sedierend als moderne SSRI[17]. Bei Zweifeln gilt die Selbstprüfungspflicht.

Darf man mit Schizophrenie Auto fahren?

Während einer akuten schizophrenen Psychose ist Autofahren nicht erlaubt[16]. Unter stabiler Medikation und mit nachgewiesener Remission kann die Fahrerlaubnis erhalten bleiben, wenn ein Facharzt die Fahreignung bestätigt[8]. Entscheidend sind Krankheitseinsicht, regelmäßige Medikamenteneinnahme und fehlende kognitive Defizite.

Darf man mit Burnout Auto fahren?

Ja – Burnout ist kein eigener Eintrag in Anlage 4 FeV[1]. Fahruntauglich wird der Betroffene erst durch begleitende schwere Depression oder stark sedierende Medikamente. Aber die Selbstprüfungspflicht nach § 2 FeV bleibt bestehen[12]. Wer massive Konzentrationsstörungen oder Dauermüdigkeit verspürt, sollte ebenso wie ein stark übermüdeter Fahrer das Fahrzeug stehen lassen.

Ist ein ärztliches Fahrverbot rechtlich bindend?

Nein. Ärzte können kein rechtlich wirksames Fahrverbot aussprechen[10][14]. Es handelt sich um eine ernste Warnung, dokumentiert in der Akte. Wer sie ignoriert, verliert im Schadensfall den Versicherungsschutz und haftet privat[10]. Verbindlich wird die Einschränkung erst durch einen Entzug der Fahrerlaubnis durch die Fahrerlaubnisbehörde[6].

Muss ich meine Erkrankung selbst der Führerscheinstelle melden?

Nein, eine proaktive Meldepflicht besteht in Deutschland nicht[9]. Die Fahrerlaubnisbehörde wird in der Regel erst aktiv, wenn sie durch Polizei, ärztliche Meldung oder einen Unfall Kenntnis erhält[9]. Dann kann ein Gutachten oder eine MPU angeordnet werden[6]. Die eigentliche Pflicht liegt bei der Selbstprüfung – und bei der Einsicht, nicht zu fahren, wenn man sich nicht fahrtauglich fühlt.

Welche Medikamente beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit?

Opioide, Benzodiazepine, trizyklische Antidepressiva, Neuroleptika, Antiepileptika, sedierende Antihistaminika, Blutdrucksenker zu Therapiebeginn und Antidiabetika mit Hypoglykämie-Risiko[17][18]. Laut ADAC ist etwa jeder 4. Unfall medikamentenbedingt[11]. Vor einer neuen Verordnung sollte der Arzt explizit nach Fahrrelevanz gefragt werden – und die Packungsbeilage immer gelesen werden.

Quellen

  1. Bundesministerium der Justiz. (Year not specified). Anlage 4 FeV – Eignung und bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen. https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/anlage_4.html
  2. Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). (2022). Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung, 6. Auflage. https://bast.opus.hbz-nrw.de/frontdoor/deliver/index/docId/2664/file/Begutachtungsleitlinien+2022.pdf
  3. Betanet. (2025). Führerschein bei Krankheit und Behinderungen. https://www.betanet.de/fuehrerschein.html
  4. ADAC. (2026). Auto fahren bei Epilepsie: Das müssen Betroffene beachten. https://www.adac.de/gesundheit/gesund-unterwegs/strasse/autofahren-bei-epilepsie/
  5. Bussgeldrechner.com. (2025). Was besagt die Anlage 4 FeV? https://bussgeldrechner.com/fahrverbot/anlage-4-fev/
  6. Bussgeldkatalog.org. (2026). Ärztliches Fahrverbot nach Anlage 4 FeV. https://www.bussgeldkatalog.org/fahrverbot/anlage-4-fev/
  7. Betanet. (2025). Morbus Menière – Autofahren / Fahreignung. https://www.betanet.de/morbus-meniere-autofahren.html
  8. ZfP. (Year not specified). Psychische Erkrankungen und Verkehrstüchtigkeit (Patienteninfo). https://www.zfp-web.de/fileadmin/zfp-web.de/patientenportal/diagnoseinformationen-deutsch/patienteninfo_verkehrstuechtigkeit_deutsch.pdf
  9. Betanet. (2025). Führerschein bei Krankheit und Behinderungen – Meldepflicht. https://www.betanet.de/fuehrerschein.html
  10. Bussgeld-Info.de. (2026). Ärztliches Fahrverbot nach Anlage 4 FeV. https://www.bussgeld-info.de/fahrverbot/anlage-4-fev/
  11. Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). (2019). Arzneimittel und Beeinträchtigung der Fahreignung. https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/AMTS/Aktionsplan/Aktionsplan-2016-2020/docs/M14-WS-DRUID-pima-mpu.pdf
  12. Bundesministerium der Justiz. (Year not specified). Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) – Gesamttext. https://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/BJNR198000010.html
  13. Betanet. (Year not specified). Fahrerlaubnisgruppen. https://www.betanet.de/fahrerlaubnisgruppen.html
  14. Bussgeldkatalog.net. (2026). Wann droht gemäß Anlage 4 FeV ein ärztliches Fahrverbot? https://www.bussgeldkatalog.net/aerztliches-fahrverbot/
  15. Bussgeldkatalog.de. (2026). Anlage 4 FeV über ein ärztliches Fahrverbot. https://www.bussgeldkatalog.de/fahrverbot/anlage-4-fev/
  16. Psychiatrie-Verlag. (2020). Wann kann eine psychische Erkrankung zum Entzug des Führerscheins führen? https://psychiatrie-verlag.de/wp-content/uploads/2020/06/Wann-kann-eine-psychische-Erkrankung-zum-Entzug-des-F%C3%BChrerscheins-f%C3%BChren.pdf
  17. PTAheute. (2025). Welche Arzneimittel beeinflussen die Fahrtüchtigkeit? https://www.ptaheute.de/aktuelles/2025/10/08/welche-arzneimittel-beeinflussen-die-fahrtuechtigkeit
  18. ADAC. (2025). Medikamente im Straßenverkehr – das ist zu beachten. https://www.adac.de/gesundheit/gesund-unterwegs/strasse/medikamente-strassenverkehr/
  19. netDoktor. (2024). Medikamente, die am Steuer zum Problem werden. https://www.netdoktor.de/news/medikamente-die-am-steuer-zum-problem-werden/
  20. Führerscheinfix.de. (2025). Anlage 4 FeV – Ärztliches Fahrverbot bei Krankheit. https://www.fuehrerscheinfix.de/anlage-4-fev/
  21. Buzer.de. (Year not specified). Anlage 4 FeV – Synopse. https://www.buzer.de/Anlage_4_FeV.htm

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Chien Nguyen Van

Redakteur

Ich bin Senior Automotive Analyst bei KFZPick. Mit langjähriger Branchenerfahrung biete ich fundierte Fahrzeugbewertungen, detaillierte Tests und objektive Analysen, um Leser bei fundierten Entscheidungen im Automobilbereich zu unterstützen.

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