Schnellantwort: Der 2024 BMW i4 ist als Gebrauchtwagen ab ca. 39.000 Euro erhältlich. Das Baujahr 2024 markiert ein Übergangsjahr: Bis…
Schnellantwort: Der 2024 BMW i4 ist als Gebrauchtwagen ab ca. 39.000 Euro erhältlich. Das Baujahr 2024 markiert ein Übergangsjahr: Bis Juni 2024 gebaute Fahrzeuge gehören zum Pre-Facelift (EZ bis 06/2024), während ab Juli 2024 das Facelift LCI (Life Cycle Impulse) mit überarbeiteter Optik und dem neueren Infotainment-System BMW OS 8.5 ausgeliefert wurde. Beide Generationen bieten hervorragende Reichweiten zwischen 416 und 611 Kilometern und laden in ca. 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Wichtige Punkte:
Der BMW i4 (Baureihe G26) basiert auf der flexiblen CLAR-Plattform von BMW und teilt sich die Karosserie mit dem viertürigen 4er Gran Coupé. Als Gebrauchtwagenkäufer steht man vor einer breiten Auswahl an Leistungsstufen und Batteriegrößen, die sich durch den Generationswechsel im Sommer 2024 leicht verändert haben.
Alle Varianten des i4 nutzen eine fremderregte Synchronmaschine (FSM). Dieser Motortyp verzichtet komplett auf Seltene Erden und zeichnet sich durch eine hohe Effizienz im oberen Drehzahlbereich aus. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 1-Gang-Reduktionsgetriebe auf eine 400-Volt-Architektur.
Die technische Übersicht verdeutlicht die Unterschiede zwischen den einzelnen Antriebskonfigurationen des Übergangsjahres 2024:
Die geänderten Nettokapazitäten des großen Akkus (80,7 kWh zu 81,3 kWh) resultieren aus Software-Optimierungen der nutzbaren Marge und nicht aus einer physisch modifizierten Zellchemie, wie Messdaten auf ev-database.org belegen. Das AC-Laden erfolgt bei allen Modellen mit maximal 11 kW (dreiphasig), wodurch eine vollständige Ladung an einer Wallbox ca. 7 bis 8,25 Stunden dauert.
Unabhängig vom Baujahr und der Generation sind die Außenmaße des 2024er i4 identisch:
Der Radstand sorgt für gute Platzverhältnisse auf den Vordersitzen. Im Fond schränkt die abfallende Coupé-Dachlinie jedoch die Kopffreiheit für Personen über 1,85 Meter ein. Das Kofferraumvolumen beträgt alltagstaugliche 470 Liter und lässt sich durch Umklappen der dreiteiligen Rückbank (Verhältnis 40:20:40) auf bis zu 1.290 Liter erweitern. Dank der großen, elektrisch öffnenden Heckklappe ist die Beladbarkeit deutlich besser als bei klassischen Stufenheck-Limousinen.
Für Anhängerbetrieb ist der i4 gut gerüstet: Die maximale gebremste Anhängelast beträgt bei allen eDrive40- und M50-Modellen 1.600 kg (ungebremst 750 kg). Lediglich die Einstiegsvariante eDrive35 ist auf eine Anhängelast von 1.200 kg beschränkt.
Wer ein Fahrzeug mit Erstzulassung im Jahr 2024 sucht, muss genau hinschauen. Da BMW die Produktion im Juli 2024 umgestellt hat, existieren beide Versionen als Baujahr 2024 auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Die optischen Retuschen des LCI-Facelifts fallen dezent, aber modern aus. An der Front verfügt die charakteristische BMW-Niere nun über eine halboffene Struktur mit einer matten Umrandung (beim Pre-Facelift war die Niere komplett geschlossen). Die LED-Scheinwerfer erhielten ein neues Innenleben mit vertikal angeordneten, pfeilförmigen LED-Elementen für das Tagfahrlicht und den Blinker.
Im Innenraum wurde das Cockpit durch ein neues Sport-Lederlenkrad aufgewertet, das unten abgeflacht ist (bei M-Sportpaketen mit roter 12-Uhr-Markierung). Zudem wurden die Lüftungsdüsen neu gestaltet und mit einer dezenten Wasserfall-Beleuchtung versehen. Die physischen Tasten für die Klimatisierung unterhalb des Curved Displays fielen komplett weg; die Bedienung erfolgt nun vollständig über den Bildschirm oder per Sprachbefehl.
Die wichtigste funktionale Änderung betrifft die Software des Infotainment-Systems. Während Pre-Facelift-Modelle mit dem älteren BMW i4 Operating System 8 (iDrive 8) arbeiten, läuft auf den LCI-Modellen das modernere BMW OS 8.5.
Dieses Update bringt die sogenannte QuickSelect-Technologie mit sich. Dabei handelt es sich um eine überarbeitete Menüstruktur mit einer Schnellstart-Leiste und direkt anwählbaren Widgets auf der linken Seite des Bildschirms. Der Umweg über verschachtelte Untermenüs entfällt dadurch in den meisten Fällen, was die Ablenkung während der Fahrt spürbar reduziert.
Analyse: Gebrauchtkäufer sollten sich bewusst sein, dass BMW ältere Modelle mit OS 8 nicht auf OS 8.5 aktualisiert, da das neue Betriebssystem auf einer neueren Headunit-Hardware (MGU22 statt MGU21) basiert. Wer maximalen Bedienkomfort und zukünftige App-Kompatibilität wünscht, sollte gezielt nach LCI-Modellen ab Erstzulassung 07/2024 suchen.
Der Wertverlust bei rein elektrischen Fahrzeugen im Premiumsegment ist in den ersten zwei bis drei Jahren überdurchschnittlich hoch. Davon können Gebrauchtwagenkäufer des Modelljahres 2024 nun erheblich profitieren.
Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt zeigen sich im Frühjahr 2026 deutliche Preisunterschiede zwischen den Modellgenerationen und Motorisierungen. Während Pre-Facelift-Modelle den steilsten Wertverlust bereits hinter sich haben, stabilisieren sich die LCI-Preise auf einem höheren Niveau.
Typische Marktpreise für gebrauchte i4-Modelle (Baujahr 2024) mit Laufleistungen zwischen 15.000 und 50.000 Kilometern:
Ein eDrive40 Pre-Facelift mit einem ehemaligen Bruttolistenpreis von rund 60.000 Euro ist somit nach zwei Jahren bereits mit einem Abschlag von 30 bis 36 Prozent erhältlich. Die Preisdifferenz zwischen einem späten Pre-Facelift und einem frühen LCI-Modell mit ähnlicher Ausstattung beträgt meist zwischen 5.000 und 8.000 Euro.
Elektrofahrzeuge glänzen im Unterhalt durch entfallende Posten wie Zündkerzenwechsel, Ölwechsel oder Getriebespülungen. Der i4 muss alle zwei Jahre ohne Kilometerbegrenzung zur Inspektion, bei der primär der Innenraumfilter gewechselt und die Bremsflüssigkeit sowie das Hochvoltsystem überprüft werden.
Ein direkter Kostenvergleich der reinen Energiekosten auf 100 Kilometer zeigt das Einsparpotenzial gegenüber Verbrennungsmotoren:
Zusätzlich entfällt für den BMW i4 bis zum 31. Dezember 2030 die jährliche Kfz-Steuer vollständig. Die Kfz-Versicherungsklassen des i4 liegen auf einem typischen Niveau der Premium-Mittelklasse, wobei der M50 aufgrund der hohen Systemleistung in der Vollkaskoversicherung spürbar teurer eingestuft ist als der heckgetriebene eDrive40.
Da mechanische Mängel an Fahrwerk und Bremsen bei jungen Gebrauchten mit geringer Laufleistung selten sind, liegt der Fokus bei der Besichtigung eines elektrischen Gebrauchtwagens auf der Batterie und der Ladeelektronik.
BMW gewährt auf die Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie eine Werksgarantie von 8 Jahren oder 160.000 Kilometern, je nachdem, was zuerst eintritt. Bei einem gebrauchten i4 aus dem Baujahr 2024 ist der Akku somit bis mindestens 2032 abgesichert. Dennoch sollte der Zustand vor dem Kauf verifiziert werden.
Der State of Health (SoH) gibt Aufschluss über den Grad der Degradation. Dieser Wert lässt sich entweder über eine Diagnose-App (z. B. BimmerLink in Verbindung mit einem OBD2-Adapter) oder durch einen zertifizierten Batterietest (z. B. Aviloo-Test) ermitteln. Bei einer Laufleistung unter 40.000 Kilometern sollte der SoH-Wert idealerweise noch über 92 Prozent liegen.
Hinweis: Bei frühen Pre-Facelift-Modellen kam es vereinzelt zu unerwarteten Ladeabbrüchen an schnellen DC-Ladesäulen (HPC). Dies lag meist an einer fehlerhaften Kommunikations-Software des Ladecontrollers (CCU). Achten Sie darauf, dass alle Software-Updates installiert sind, und führen Sie während der Probefahrt idealerweise einen kurzen Testladevorgang an einer Schnellladesäule durch. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent sollte unter optimalen Bedingungen (vorkonditionierter Akku) nicht länger als 30 bis 32 Minuten dauern.
Obwohl der i4 als sehr zuverlässig gilt, haben sich in den einschlägigen Besitzerforen einige Schwachstellen herauskristallisiert:
Laut den offiziellen Berichten der Prüforganisationen und dem umfassenden Prüfprogramm des ADAC Autotests glänzt der i4 durch seine exzellente Verarbeitung. Der ADAC vergab für das Fahrzeug die Gesamtnote 1,7 (LCI-Modell) beziehungsweise 1,8 für den Pre-Facelift eDrive40. Der Antrieb erhielt im Einzeltest mit der Note 0,9 ein hervorragendes Ergebnis.
Der i4 steht im harten Wettbewerb mit anderen elektrischen Limousinen. Für Gebrauchtkäufer lohnt sich ein Blick auf die Konkurrenz, da sich die Fahrzeugcharaktere stark unterscheiden.
Ein Vergleich der typischen Gebrauchtwagen-Parameter hilft bei der Einordnung:
Das Tesla Model 3 ist gebraucht deutlich günstiger, bietet ein exzellentes Ladenetzwerk (Supercharger) und eine hohe Effizienz, patzt jedoch bei der Geräuschdämmung und der rein bildschirmbasierten Bedienung. Der Polestar 2 punktet als preiswerter Geheimtipp mit Android Automotive Betriebssystem, hat aber einen schlechteren Fahrkomfort und einen höheren Realverbrauch. Der Mercedes EQE ist eine Klasse größer, bietet enormen Langstreckenkomfort und viel Platz im Fond, ist jedoch beim Rangieren unhandlich und lädt mit maximal 170 kW spürbar langsamer.
Für Freiberufler und Angestellte, die den i4 als Dienstwagen nutzen möchten, bietet die steuerliche Regelung in Deutschland einen massiven Vorteil. Seit dem 19. Juli 2025 wurde die Bruttolistenpreis-Grenze für die günstige 0,25-Prozent-Besteuerung von reinen Elektrofahrzeugen auf 100.000 Euro angehoben.
Da alle Varianten des BMW i4 des Baujahres 2024, inklusive des sportlichen M50 mit einem damaligen Grundpreis von ca. 72.100 Euro, deutlich unter dieser Grenze liegen, qualifizieren sie sich für diese Regelung. Der geldwerte Vorteil wird dabei auf Basis von 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung berechnet. Im Vergleich zu einem klassischen Verbrenner mit 1-Prozent-Regelung spart dies monatlich mehrere hundert Euro an Lohnsteuer.
Ja, eine hocheffiziente Wärmepumpe gehört beim BMW i4 über alle Modelljahre und Motorisierungen hinweg zur Serienausstattung. Sie nutzt die Abwärme des elektrischen Antriebsstrangs und der Umgebungsluft zur Beheizung des Innenraums. Dadurch sinkt der Energiebedarf der Heizung im Winter um bis zu 30 Prozent, was den reichweitenmindernden Effekt von tiefen Temperaturen im Vergleich zu E-Autos ohne Wärmepumpe deutlich reduziert.
BMW gewährt ab dem Tag der Erstzulassung eine Garantie von 8 Jahren oder eine maximale Laufleistung von 160.000 Kilometern auf die Hochvoltbatterie. Das System garantiert, dass die nutzbare Kapazität des Akkus während dieses Zeitraums nicht unter 70 Prozent des ursprünglichen Wertes fällt. Bei einem im Jahr 2024 zugelassenen i4 besteht diese Absicherung somit mindestens bis zum Jahr 2032.
Für preisbewusste Käufer lohnt sich das Pre-Facelift-Modell (gebaut bis 06/2024) in jedem Fall. Da die technischen Grundlagen wie Motorisierung, Batteriekapazität und Ladeleistung nahezu identisch sind, bietet das Pre-Facelift das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. LCI-Modelle (ab 07/2024) lohnen sich vor allem für Käufer, die Wert auf das modernere Bediensystem BMW OS 8.5 mit QuickSelect legen, da dieses im Alltag die Menüführung deutlich vereinfacht und flüssiger läuft.
Interessierte Gebrauchtwagenkäufer können sich zudem über die nachfolgenden Modelljahre 2025 BMW i4 sowie 2026 BMW i4 informieren, um einen Überblick über die weitere technische Entwicklung und Preisentwicklung der Modellreihe in der Hauptkategorie BMW i4 zu erhalten.
Lesen Sie unseren ausführlichen Testbericht zu diesen Modellen auf unserer Website.