Benzin ist im luftdichten Metallkanister mehrere Jahre bis Jahrzehnte haltbar. Im Kunststoffkanister bleibt es ein bis drei Jahre frisch, während…
Benzin ist im luftdichten Metallkanister mehrere Jahre bis Jahrzehnte haltbar. Im Kunststoffkanister bleibt es ein bis drei Jahre frisch, während es im Fahrzeugtank oft schon nach wenigen Monaten (etwa bei Plug-in-Hybriden) an Zündfähigkeit verliert. Wichtig: Privatpersonen dürfen laut gesetzlichen Vorschriften in einer Kleingarage maximal 20 Liter Benzin und 200 Liter Diesel lagern. Im Keller oder in Wohnräumen ist nur ein einziger Liter Benzin erlaubt.
Die wichtigsten Punkte:
Die Lagerfähigkeit von Kraftstoff hängt hauptsächlich davon ab, wie gut er vor Sauerstoff, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen geschützt ist. Ein hochwertiger Behälter verzögert die Oxidation und das Entweichen leichtflüchtiger Bestandteile erheblich.
Der klassische Stahlblechkanister bietet den perfekten Schutz vor Lichteinfall und Luftaustausch. Ist der Kanister randvoll und fest verschlossen, kann Benzin darin mehrere Jahre bis Jahrzehnte völlig unbeschadet überdauern. Es können keine leichtflüchtigen Bestandteile durch die Wandung entweichen.
Kunststoff ist nicht zu 100 Prozent gasdicht, wodurch leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe im Laufe der Zeit durch die Plastikwandung diffundieren. Daher ist Benzin im Kunststoffkanister in der Regel nur ein bis drei Jahre in einem zündfähigen Zustand haltbar.
Im Tank eines stehenden Autos verliert Benzin oft schon nach ein bis drei Monaten an Qualität, da über die Tankentlüftung permanent Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit eindringen können. Wer wissen möchte, wie lange ein Benzinmotor hält, sollte bedenken, dass das Fahren mit stark gealtertem Sprit dem Motor langfristig schadet.
Ja, der Ethanolanteil bestimmt maßgeblich die Lagerstabilität. Da Ethanol hygroskopisch ist (es zieht Wasser an), altert Super E10 mit seinen zehn Prozent Ethanolanteil fast doppelt so schnell wie Super E5. Bei einer Sättigung mit Wasser kommt es zur sogenannten Phasentrennung. Dabei bildet sich am Boden des Tanks ein korrosives Wasser-Alkohol-Gemisch, das Leitungen und Metallteile angreift. Für eine Langzeitlagerung eignen sich Premium-Sorten wie Super Plus oder spezielles Alkylatbenzin (komplett ethanolfrei) deutlich besser.
Die Lagermengen für Privatpersonen sind in Deutschland streng reglementiert. In Kleingaragen (bis 100 Quadratmeter Grundfläche) dürfen maximal 20 Liter Benzin und 200 Liter Diesel aufbewahrt werden, während in Wohnräumen fast ein Komplettverbot herrscht.
Laut den Vorgaben der Garagenverordnungen der meisten Bundesländer sind in Kleingaragen bis 20 Liter Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Kanistern erlaubt (wie vom ADAC bestätigt). In Mittelgaragen oder Großgaragen sowie Tiefgaragen ist die Lagerung von brennbaren Stoffen praktisch untersagt und auf „unerhebliche Mengen“ beschränkt.
Das Gefahrgutrecht erlaubt Privatpersonen den Transport von bis zu 240 Litern Kraftstoff, verteilt auf Kanister mit maximal 60 Litern Fassungsvermögen. Aus Sicherheitsgründen raten Verkehrsexperten und Automobilclubs jedoch dringend dazu, höchstens einen 10-Liter-Reservekanister im Kofferraum mitzuführen, um bei einem Auffahrunfall das Brandrisiko gering zu halten.
Im Haus gelten die absolut strengsten Regeln: Maximal ein Liter Benzin und 5 Liter Diesel sind in Keller- oder Wohnräumen gestattet, da die leichtflüchtigen Benzindämpfe hochgradig explosiv sind und sich leicht am Boden sammeln können.
Wenn der Motor ruckelt, schlecht anspringt oder der Kraftstoff im Tank stechend nach Lack riecht, ist das Benzin gealtert. Dieser unbrauchbare Sprit darf keinesfalls in den Abfluss geschüttet oder im Garten entsorgt werden. Er muss als Sondermüll beim örtlichen Wertstoffhof oder am Schadstoffmobil abgegeben werden. Bei vielen kommunalen Entsorgern ist die Abgabe haushaltsüblicher Mengen kostenlos.
Expertenmeinung: Kleinere Restmengen an gealtertem (aber nicht komplett trübem) Benzin lassen sich oft im Verhältnis von 1 zu 4 mit frischem Kraftstoff mischen und problemlos im normalen Fahrbetrieb verbrauchen. So sparen Sie sich den Weg zur Entsorgung.
Hinweis: Lagern Sie Ihren Kraftstoff immer kühl und dunkel. Direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen beschleunigen die Alterung des Benzins enorm.
Ja. Durch den Kontakt mit Sauerstoff oxidieren die Kohlenwasserstoffe und bilden klebrige, harzige Ablagerungen. Zudem zieht der im Kraftstoff enthaltene Alkohol Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft an, was die Zündfähigkeit mit der Zeit drastisch verringert.
Additive in Form von Benzinstabilisatoren binden Feuchtigkeit und hemmen den chemischen Oxidationsprozess. Im Fahrzeugtank können sie die Haltbarkeit des Kraftstoffs von wenigen Monaten auf bis zu 24 Monate verlängern. Es ist jedoch wichtig, den Stabilisator in frisches Benzin zu mischen, da bereits veralteter Sprit nicht mehr regeneriert werden kann.
Im Gegensatz zu Benzin ist Diesel deutlich kürzer haltbar und verdirbt im Kunststoffkanister oft schon nach drei bis sechs Monaten. Der gesetzlich vorgeschriebene Biodiesel-Anteil zieht Bakterien und Pilze an, was zur sogenannten Dieselpest führt. Dabei entsteht ein Bioschlamm, der das Kraftstoffsystem komplett verstopfen kann.
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