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Welches Öl braucht mein Mercedes? MB-Freigabe, Viskosität und Füllmenge finden

Wie Sie das richtige Motoröl für Ihren Mercedes finden: MB-Freigaben (229.5, 229.51, 229.52), Viskositäten (5W-30, 5W-40), Füllmengen nach Motorcode & MB-BeVo erklärt.

Welches Öl braucht mein Mercedes? MB-Freigabe, Viskosität und Füllmenge finden
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Faktengeprüft
Welches Öl braucht mein Mercedes? MB-Freigabe, Viskosität und Füllmenge finden

Wenn Sie sich fragen, welches Öl braucht mein Mercedes, lässt sich die passende Sorte nicht allein über die Viskosität (wie 5W-30 oder 5W-40) bestimmen, sondern erfordert zwingend die exakte MB-Freigabe aus dem Betriebsstoff-System von Mercedes-Benz (BeVo). Die für Ihr Fahrzeug zugelassene Blattnummer finden Sie im Bordbuch, im Serviceheft oder über die HSN/TSN-Schlüsselnummern aus dem Fahrzeugschein. Für Benzinmotoren ohne Partikelfilter ist meist MB 229.5 vorgegeben, während Dieselmotoren mit Partikelfilter (DPF) aschearme Öle nach MB 229.51 oder MB 229.52 verlangen.

Wichtige Punkte:

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  • Die herstellereigene MB-Freigabe ist das entscheidende Kriterium für den Erhalt von Garantie und Motorlebensdauer.
  • Modernere Diesel mit Partikelfilter (DPF) und BlueTEC-Technologie verlangen zwingend Low-SAPS- oder Mid-SAPS-Öle nach MB 229.51 oder MB 229.52.
  • Formulierungen auf Ölkanistern wie „MB-Freigabe 229.5“ kennzeichnen eine namentliche Freigabe; Hinweise wie „entspricht MB“ sind lediglich unprüfbare Herstellerempfehlungen.
  • Die erforderliche Ölmenge unterscheidet sich je nach Zylinderzahl: Vierzylinder benötigen meist 4,5 bis 6,5 Liter, während V8-Aggregate 7,5 bis 8,5 Liter fassen.

Welches Öl braucht mein Mercedes? Die kurze Antwort nach Motor und Baujahr

Für die Wahl des richtigen Motoröls bei Mercedes-Benz ist das Zusammenspiel aus Motortyp, Kraftstoffart, Baujahr und Abgasnachbehandlung maßgeblich. Während ältere Saugmotoren aus den 1990er-Jahren mit Standardölen arbeiten, setzen moderne Turbo-Benziner und Diesel komplexe Additivpakete voraus.

Warum die MB-Freigabe wichtiger ist als nur „5W-30“?

Viele Fahrzeugbesitzer greifen im Handel pauschal zu einer bekannten Viskositätsklasse wie 5W-30 oder 5W-40. Die SAE-Viskosität beschreibt jedoch lediglich das Fließverhalten des Öls bei tiefen und hohen Temperaturen. Sie sagt nichts darüber aus, ob die thermische Stabilität, der Aschegehalt oder die Verdampfungsneigung den Spezifikationen eines bestimmten Mercedes-Motors entsprechen. Mercedes-Benz definiert daher eigene Testreihen und fasst diese in Blattnummern des Betriebsstoff-Systems zusammen. Ein Öl mit der Viskosität 5W-30 kann beispielsweise nach MB 229.3, MB 229.5 oder MB 229.51 zertifiziert sein, wobei sich diese Normen bei Verdampfungsverlust und Sulfataschegehalt drastisch unterscheiden.

Welche Angaben brauchen Sie (Fahrzeugschein, HSN/TSN, Motorcode)?

Um das exakt passende Öl zu ermitteln, benötigen Sie drei zentrale Dokumente bzw. Kennzahlen:

  1. Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): In Feld 2.1 (HSN) und Feld 2.2 (TSN) stehen die Herstellerschlüsselnummer und die Typschlüsselnummer. Diese vierstelligen Codes identifizieren Modell, Karosserieform und Motorisierung eindeutig.
  2. Motorcode (Motornummer): Der intern genutzte Mercedes-Code (z. B. M271 für Vierzylinder-Kompressor, OM651 für Vierzylinder-Diesel oder OM642 für V6-CDI) bestimmt die thermischen Anforderungen und das Schmiersystem.
  3. Baujahr und DPF-Status: Die Erstzulassung gibt Aufschluss darüber, ob ab Werk ein Rußpartikelfilter (DPF) oder ein Benzinpartikelfilter (OPF/GPF) verbaut ist.

Wie finde ich heraus, welches Öl für meinen Mercedes freigegeben ist?

Die Ermittlung der richtigen Freigabe erfordert keine Werkstattdiagnose, sondern lässt sich in zwei einfachen Schritten selbst durchführen.

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Schritt 1: Bordbuch, Serviceheft und Öldeckel prüfen

Der erste Weg führt in das mitgelieferte Bordbuch (Betriebsanleitung) Ihres Fahrzeugs. Im Kapitel „Füllmengen und Betriebsstoffe“ listet Mercedes-Benz die zugelassenen MB-Blattnummern auf. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf das Serviceheft oder den Service-Aufkleber im Motorraum, wo die zuletzt eingefüllte Ölsorte vermerkt ist. Wer digitale Helfer bevorzugt, findet Infos auch im Fahrzeugmenü oder kann die Funktionsweise des Mercedes me Adapters nutzen, um Fahrzeugdaten digital auszulesen. Auch auf dem Öldeckel findet sich gelegentlich ein Hinweis auf die bevorzugte Freigabe.

Schritt 2: MB-BeVo und Ölfinder mit HSN/TSN nutzen

Hersteller und Schmierstoffproduzenten bieten digitale Abfragedatenbanken an. Auf den offiziellen Seiten der Betriebsstoff-Vorschriften von Mercedes-Benz (BeVo) können Sie einsehen, welche konkreten Markenöle eine namentliche Freigabe besitzen. Alternativ geben Sie Ihre HSN und TSN in den Ölfinder eines Schmierstoffherstellers ein, um direkt das freigegebene Produkt angezeigt zu bekommen.

Was bedeutet „von Mercedes freigegebenes“ und „zertifiziertes“ Öl?

Beim Ölkauf ist auf die genaue Formulierung des Etiketts zu achten. Mercedes-Benz unterscheidet strikt zwischen geprüfter Qualität und bloßer Schätzung:

  • Namentliche MB-Freigabe („MB-Freigabe 229.5“): Der Ölhersteller hat sein Produkt bei Mercedes-Benz eingereicht und umfangreiche Motorentests bestanden. Das Öl steht namentlich in den BeVo-Listen.
  • Hersteller-Empfehlung („entspricht MB 229.5“ oder „geeignet für MB 229.5“): Das Öl wurde von Mercedes-Benz nicht offiziell geprüft. Der Schmierstoffhersteller behauptet lediglich in eigener Verantwortung, dass die Spezifikation erfüllt werde. Im Garantiefall erkennt Mercedes-Benz solche Öle meist nicht an.

Bei Fahrzeugen innerhalb der Garantiezeit oder Kulanzregelung sollten ausschließlich Öle verwendet werden, die das Siegel „MB-Freigabe [Nummer]“ tragen. Öle mit bloßer Entsprechungs-Erklärung bergen bei Motorschäden das Risiko des Garantieverlusts.

Hinweis: Prüfen Sie vor jedem Ölwechsel die Aktualität der Freigabelisten, da Schmierstoffrezepturen von den Herstellern kontinuierlich angepasst werden.

Welche MB-Freigaben gibt es und was bedeuten sie?

Das Nummernsystem von Mercedes-Benz gliedert sich in verschiedene Blattnummern, die den Einsatzzweck präzise festlegen.

Welches Motoröl braucht mein Mercedes: Namentliche MB-Freigabe 229.5 auf dem Ölkanister neben dem Fahrzeugschein.

229.3, 229.5, 229.51, 229.52, 229.71 im Überblick

Die Freigaben der Serie 229.x gelten für Pkw-Motoren. Der Unterschied liegt in der Motorart und dem Aschegehalt:

  • MB 229.3: Standard-Freigabe für ältere Benziner und Diesel ohne DPF. Ermöglicht normale Ölwechselintervalle.
  • MB 229.5: Hochleistungs-Freigabe für Benzinmotoren ohne Partikelfilter. Bietet hohe thermische Stabilität und verringerten Kraftstoffverbrauch bei verlängerten Wechselintervallen (Assyst).
  • MB 229.51: Low-SAPS-Spezifikation für Dieselmotoren mit Dieselpartikelfilter (DPF). Verringert Sulfatasche, Phosphor und Schwefel, um Verstopfungen des DPF zu verhindern.
  • MB 229.52: Weiterentwicklung von MB 229.51 mit erhöhter Oxidationsstabilität und reduzierter Reibung. Speziell entwickelt für BlueTEC-Diesel mit SCR-Katalysator (AdBlue), aber abwärtskompatibel zu MB 229.51.
  • MB 229.71: Moderne Mid-SAPS-Freigabe für neue Spritspar-Motoren (wie M282 oder OM654) mit extrem niedriger Viskosität (0W-20).

Freigaben-Tabelle: Norm, Motortyp, Viskosität, Beispielöl

MB-Freigabe Motortyp & Anwendung Typische Viskosität Besonderheit / Aschegehalt
MB 229.3 Ältere Benziner & Diesel ohne DPF 5W-40, 10W-40 Standard-Intervalle, High SAPS
MB 229.5 Moderne Benziner ohne OPF (z. B. M271, M272) 0W-40, 5W-40, 5W-30 Verlängerte Intervalle, hohe Reinheit
MB 229.51 Diesel mit DPF (z. B. OM651, OM642) 5W-30, 5W-40 Low SAPS, DPF-Schutz
MB 229.52 BlueTEC Diesel mit SCR & neuere Benziner 0W-30, 5W-30 Erhöhte Oxidationsstabilität, Kraftstoffersparnis
MB 229.71 Neueste Benzin- & Dieselmotoren ab Baujahr 2016 0W-20 Reibungsarm, maximale Effizienz

Welches Öl für Mercedes Benziner?

Benzinmotoren stellen je nach Generation unterschiedliche Ansprüche an Schmierfähigkeit und Hitzebeständigkeit.

Ältere Benziner: M112, M113, M271, M272, M273

Saugmotoren und Kompressormotoren aus der Ära der Jahrtausendwende benötigen meist Öle nach MB 229.5. Die V6- und V8-Triebwerke M112 und M113 gelten als extrem langlebig und laufen hervorragend mit 5W-40 nach MB 229.5. Beim Vierzylinder-Kompressormotor M271 schützt ein hochwertiges 5W-40 vor vorzeitigem Verschleiß der mechanischen Komponenten. In diesem Zusammenhang ist auch das Wechselintervall der Steuerkette bei Mercedes ein wichtiger Wartungsfaktor, da sauberes Motoröl den Kettenspanner schont. Die Sauger-Generationen M272 (V6) und M273 (V8) verlangen ebenfalls MB 229.5, wobei Öle der Viskosität 0W-40 oder 5W-40 bevorzugt werden. Auch bei Fahrzeugen mit Autogas-Umbau (M271 mit LPG) bleibt MB 229.5 die maßgebliche Vorgabe.

Mercedes Baujahr 1997 und ältere Benziner (190E, 180)

Klassische Fahrzeuge und Youngtimer wie der Mercedes 190E (W201) oder historische Modelle wie der Mercedes 180 (W120) erfordern Schmierstoffe nach MB 229.1 oder MB 229.3. Für Fahrzeuge aus dem Baujahr 1997 und älter sind moderne Leichtlauföle mit extrem niedriger Viskosität oft ungeeignet, da Dichtungen und Lagerspiele auf zähflüssigere Öle der Viskositäten 10W-40 oder 15W-40 ausgelegt sind.

Neuere Benziner: M282 DE14 und AMG Biturbo „63“

Der zusammen mit Renault entwickelte 1,33-Liter-Turbomotor M282 DE14 (verbaut in A-Klasse, B-Klasse und CLA) stellt moderne Anforderungen: Hier kommen Öle nach MB 229.52 oder MB 229.71 (0W-20) zum Einsatz, teilweise greift auch die Spezialfreigabe MB 226.51. Bei AMG-High-Performance-Motoren wie dem M177 / M178 (4.0-Liter V8 Biturbo der „63er“ Modelle) verlangt Mercedes-Benz Öle nach MB 229.5 oder MB 229.52 in den Viskositäten 0W-40 oder 5W-40, um Schmierabreißer bei hoher thermischer Belastung zu verhindern.

Welches Öl für Mercedes Diesel?

Bei Selbstzündern bestimmt der Abgasreinigungskomplex die Wahl der richtigen Betriebsstoff-Nummer.

Diesel mit DPF: W204/W211/W212 CDI und OM651

Modelle wie der C 200 CDI, C 220 CDI (Baureihe W204) oder E-Klassen der Baureihen W211 und W212 mit dem Vierzylinder-Diesel OM651 sind meist mit einem Dieselpartikelfilter ausgerüstet. Für diese Fahrzeuge ist ein Low-SAPS-Öl nach MB 229.51 oder MB 229.52 zwingend vorgeschrieben. Ein herkömmliches Öl nach MB 229.5 würde durch seinen hohen Aschegehalt den Partikelfilter binnen kurzer Zeit zusetzen und teure Folgeschäden verursachen.

Alte Mercedes-Diesel und V6-CDI (OM642)

Ältere Saugdiesel ohne Partikelfilter können mit Ölen nach MB 229.3 gefahren werden. Dagegen benötigt der weit verbreitete 3,0-Liter V6-CDI (OM642) stets ein aschearmes Öl nach MB 229.51 oder MB 229.52. Der V6-Diesel profitiert besonders von der hohen Temperaturstabilität der Viskosität 5W-40 nach MB 229.51, da der Turbolader im V-Winkel des Motors hohen thermischen Belastungen ausgesetzt ist.

CDI 313 (Sprinter) und Vaneo Diesel 1.7

Transporter und Kompaktmodelle haben spezifische Einsatzprofile. Der Mercedes Sprinter CDI 313 (mit OM651 oder OM646) verlangt je nach DPF-Ausstattung MB 229.51. Der Mercedes Vaneo Diesel 1.7 (OM668) nutzt bei Ausführungen ohne Partikelfilter Öle nach MB 229.3 (10W-40 oder 5W-40) und bei Ausführungen mit Filter MB 229.31 oder 229.51.

Welche Viskosität für meinen Mercedes: 5W-30 oder 5W-40?

Neben der Freigabenummer unterscheidet man Motoröle nach ihrer Viskositätsklasse.

5W-30 vs. 5W-40 vs. 0W-40 nach Motor und Baujahr

  • 5W-30: Der Allrounder für moderne Fahrzeuge. Er bietet gute Leichtlaufeigenschaften bei niedrigen Temperaturen und reduziert den Kraftstoffverbrauch.
  • 5W-40: Bietet bei hohen Betriebstemperaturen eine höhere Viskositätsreserve und einen stabileren Schmierfilm. Sehr beliebt bei älteren Benzinern und Dieseln mit höherer Laufleistung.
  • 0W-40: Garantiert maximale Durchölungsgeschwindigkeit beim Kaltstart im Winter und hervorragenden Schutz bei Volllast.

Viskosität und Öl für den W204 (Benziner und CDI)

Beim beliebten Mercedes C-Klasse W204 hängt die Wahl vom Motortyp ab: Während Besitzer von CDI-Dieseln meist zu 5W-30 nach MB 229.51 greifen, wird für Motoröl für den W204-Benziner überwiegend ein 5W-40 nach MB 229.5 genutzt, um den Ketten- und Nockenwellenverschleiß zu minimieren.

Öl nach Modell und Baureihe: W203, W204, W211, W212, 207, Vaneo, B 150

Wer die exakten Spezifikationen für sein Modell sucht, kann sich an der folgenden Modellübersicht orientieren. Viele Halter vergleichen im Zuge der Wartung auch die Mercedes-Modelle mit günstigen Unterhaltskosten, um die Gesamtkosten im Blick zu behalten.

Zuordnungstabelle: Modell/Motor → MB-Freigabe → Viskosität → Füllmenge

Modell & Baureihe Motortyp / Code Empfohlene MB-Freigabe Bevorzugte Viskosität Typische Füllmenge
Mercedes W203 (C-Klasse) M271 Benziner / OM646 Diesel MB 229.5 (Benzin) / MB 229.51 (Diesel) 5W-40 / 5W-30 ca. 5,5 L (Benzin) / 6,5 L (Diesel)
Mercedes CL203 (Sportcoupé) M271 Kompressor / C 200 MB 229.5 5W-40 ca. 5,5 Liter
Mercedes W204 (C-Klasse) M271 CGI / OM651 CDI MB 229.5 (Benzin) / MB 229.52 (Diesel) 5W-40 / 5W-30 ca. 5,5 L (Benzin) / 6,5 L (Diesel)
Mercedes W211 (E-Klasse) M112 V6 / OM642 V6 CDI MB 229.5 (Benzin) / MB 229.51 (Diesel) 0W-40 / 5W-30 ca. 7,5 L (V6 Benzin) / 8,0 L (V6 Diesel)
Mercedes W212 (E-Klasse) M274 / OM651 / OM642 MB 229.5 (Benzin) / MB 229.52 (Diesel) 5W-30 / 0W-30 ca. 6,3 L (M274) / 6,5 L (OM651)
Mercedes Typ 207 (E-Klasse Coupé) M271 EVO / M276 V6 MB 229.5 / MB 229.52 5W-40 / 5W-30 ca. 5,5 L (4-Zyl.) / 6,5 L (V6)
Mercedes B 150 (W245) M266 Benziner MB 229.3 / MB 229.5 5W-40 / 10W-40 ca. 5,0 Liter
Mercedes Vaneo 1.6 / 1.9 Benzin / 1.7 CDI MB 229.3 / MB 229.51 5W-40 / 10W-40 ca. 4,5 Liter

Wie viel Öl braucht mein Mercedes (Füllmenge)?

Neben der Spezifikation spielt die korrekte Füllmenge eine entscheidende Rolle beim Ölwechsel.

Welches Motoröl und wie viel Füllmenge mein Mercedes braucht: Mechaniker prüft den Ölstand im Motorraum einer E-Klasse.

Füllmenge Vierzylinder vs. Achtzylinder

Die benötigte Motorenölmenge skaliert primär mit der Zylinderzahl und dem Hubraum des Motors:

  • Vierzylinder (z. B. M271, M274, OM651): Benötigen in der Regel zwischen 4,5 und 6,5 Liter Motoröl inklusive Filterwechsel.
  • Sechszylinder (z. B. M112, M272, OM642): Fassen typischerweise 7,5 bis 8,0 Liter.
  • Achtzylinder (z. B. M113, M273, M177): Benötigen je nach Ölwanne 7,5 bis 8,5 Liter Motoröl.

Sonderfälle: 8-Zylinder und Mercedes Typ 310

Bei leistungsstarken 8-Zylinder-Aggregaten ist beim Einfüllen schrittweise vorzugehen, da der Ölstand nach dem ersten Motorlauf absinken kann, wenn sich der Ölfilter füllt. Ein historischer Sonderfall ist der Transporter Mercedes Typ 310 (Bremer Transporter T1): Dessen M102-Benzinmotor benötigt ca. 5,5 bis 6,0 Liter Öl der Viskosität 10W-40 nach MB 228.1 oder MB 229.1.

Betriebsstoffe abseits vom Motoröl: Servolenkung und Differential

Zur kompletten Fahrzeugwartung gehören neben dem Motoröl auch weitere Hydraulik- und Getriebeöle.

Welches Servolenkungsöl braucht der Mercedes und welche Farbe hat es?

Bei hydraulischen Lenksystemen verwendet Mercedes-Benz spezifische Lenkhelferöle. Welches Produkt benötigt wird und welche Farbe das Servoöl aufweist, hängt vom Baujahr ab:

  • MB 345.0 (Zentralhydrauliköl): Das moderne Synthetiköl hat eine charakteristische grüne Farbe (z. B. Pentosin CHF 11S). Es kommt in fast allen neueren Modellen mit Hydrauliklenkung zum Einsatz.
  • MB 236.3 (Lenkgetriebeöl auf ATF-Basis): Ältere Servolenkungen nutzen Mineralöl auf ATF-Basis mit roter oder gelblicher Farbe.
  • Wichtiger Hinweis: Mischen Sie niemals grünes (MB 345.0) und rotes (MB 236.3) Servoöl, da die Dichtungen beschädigt werden können.

Servolenkungsöl für Vaneo Diesel 1.7 und S203

Beim Mercedes Vaneo Diesel 1.7 sowie bei der C-Klasse T-Modell (S203) ist zumeist ein Servoöl nach MB 345.0 (grün) vorgeschrieben. Prüfen Sie den Flüssigkeitsstand am Messstab des Servobehältnisses bei ausgeschaltetem Motor.

Welches Öl fürs Mercedes-Differential?

Das Achsgetriebeöl (Differentialöl) schützt das Hypoidgetriebe an der Hinterachse. Mercedes-Benz schreibt hier Spezifikationen nach MB 235.0, MB 235.7 oder MB 235.8 vor. Die typische Viskosität liegt bei 75W-85 oder 75W-90. Das Differentialöl muss seltener gewechselt werden als das Motoröl, sollte jedoch bei hoher Laufleistung kontrolliert werden.

Welches Zeichen zeigt beim Mercedes fehlendes Motoröl an?

Erkennt das Steuergerät einen unzureichenden Ölstand, wird der Fahrer über das Kombiinstrument informiert:

  1. Gelbe Ölkanne / Textmeldung: „Motorölstand bei nächstem Tankstopp prüfen“. Dies bedeutet, dass der Ölstand die Minimum-Markierung erreicht hat. Sie können die Fahrt vorsichtig fortsetzen, sollten jedoch baldmöglichst ca. 1 Liter nachfüllen.
  2. Rote Ölkanne / Warnmeldung: „Motoröldruck zu niedrig / Sofort anhalten“. Hier liegt ein gefährlicher Abfall des Öldrucks vor. Stellen Sie den Motor unverzüglich an einem sicheren Ort ab, um einen irreversiblen Motorschaden zu vermeiden.

Eigenes 5W-40-Öl zum Mercedes-Service selbst mitbringen?

Viele Mercedes-Besitzer fragen sich, ob sie ihr eigenes Motoröl (z. B. ein 5W-40 nach MB 229.5) zum offiziellen Service in die Vertragswerkstatt mitbringen dürfen. Grundsätzlich akzeptieren die meisten Mercedes-Benz Partner beigestelltes Motoröl, sofern der Kanister ungeöffnet ist und die geforderte namentliche MB-Freigabe aufgedruckt trägt. Die Werkstatt vermerkt die Beistellung auf der Rechnung. Wer die Servicekosten im Blick behält, sollte prüfen, wie die jährliche Dividende von Mercedes-Benz berechnet wird oder wie sich Werkstattpreise zusammensetzen. Beigestelltes Markenöl senkt die Materialkosten des Ölwechsels in der Vertragswerkstatt oft um bis zu 60 Prozent.

Häufig gestellte Fragen

Welches Öl ist besser: 5W-30 oder 5W-40 für meinen Mercedes?

Für Kurzstreckenfahrten und moderne Diesel mit Partikelfilter ist 5W-30 (MB 229.51/229.52) oft ideal. Für Benziner und Fahrzeuge mit hoher Laufleistung oder hoher Autobahnbelastung bietet 5W-40 (MB 229.5) bei hohen Temperaturen mehr Schmierfilmreserve.

Was passiert, wenn ich Öl ohne MB-Freigabe einfülle?

Ein Öl ohne passende MB-Freigabe kann zum Erlöschen der Fahrzeuggarantie führen. Zudem drohen bei Falschbeölung Schäden am Partikelfilter (Verstopfung durch Asche) oder erhöhter Verschleiß an Kette und Nockenwelle.

Kann man Öle verschiedener MB-Freigaben mischen?

Im Notfall dürfen Motoröle gemischt werden. Bei Dieselmotoren mit Partikelfilter sollte jedoch niemals ein aschereiches Öl (MB 229.5) in größeren Mengen zu einem Low-SAPS-Öl (MB 229.51) gemischt werden, da sonst der DPF Schaden nimmt.

Welches Öl gehört in ein Mercedes-Differential?

In das Hinterachs-Differential gehört ein spezielles Hypoid-Getriebeöl nach MB 235.0, MB 235.7 oder MB 235.8 mit der Viskosität 75W-85 oder 75W-90, kein Motoröl.

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Welches Öl braucht mein Mercedes? MB-Freigabe, Viskosität und Füllmenge finden

Chien Nguyen Van

Redakteur

Ich bin Senior Automotive Analyst bei KFZPick. Mit langjähriger Branchenerfahrung biete ich fundierte Fahrzeugbewertungen, detaillierte Tests und objektive Analysen, um Leser bei fundierten Entscheidungen im Automobilbereich zu unterstützen.

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