Schnelle Antwort: Um herauszufinden, welches Getriebe in deinem Auto verbaut ist, prüfst du am besten den Getriebekennbuchstaben (GKB). Dieser Code…
Schnelle Antwort: Um herauszufinden, welches Getriebe in deinem Auto verbaut ist, prüfst du am besten den Getriebekennbuchstaben (GKB). Dieser Code befindet sich auf dem Fahrzeugdatenträger im Serviceheft oder unter der Reserveradabdeckung im Kofferraum. Alternativ ist der Code direkt auf das Getriebegehäuse geprägt oder lässt sich über eine Abfrage der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) beim Vertragshändler ermitteln. Im Fahrzeugschein selbst ist der Getriebecode nicht direkt eingetragen, dort findest du lediglich die FIN zur Identifikation.
Wichtige Punkte:
Bevor du Ersatzteile wie Kupplungen, Getriebeöl oder ein komplettes Austauschgetriebe kaufst, musst du das exakte Getriebemodell kennen. Selbst innerhalb derselben Modellreihe eines Fahrzeugherstellers gibt es oft Dutzende Getriebevarianten. Diese unterscheiden sich in den Übersetzungsverhältnissen der einzelnen Gänge, den Gehäusebefestigungen oder der Auslegung für bestimmte Drehmomente.
Ein falsches Getriebe passt entweder mechanisch nicht an den Motorblock oder führt zu Fehlern in der Bordelektronik, insbesondere bei modernen Automatik- und Doppelkupplungsgetrieben. Der Getriebekennbuchstabe (GKB) is eine herstellerspezifische Kombination aus zwei bis drei Buchstaben oder Ziffern, die all diese technischen Details eindeutig beschreibt.
Es gibt vier etablierte Wege, um den Getriebecode deines Fahrzeugs schnell und ohne teures Werkzeug zu ermitteln.
Der einfachste Weg führt über das klassische Serviceheft des Fahrzeugs. Auf den ersten Seiten befindet sich in der Regel ein weißer, quadratischer Aufkleber mit vielen dreistelligen Codes – der sogenannte Fahrzeugdatenträger.
Wer für die anstehende Wartung auch andere Betriebsstoffe sucht, kann über die passenden Spezifikationen in einer Motoröl-Tabelle nachschlagen, um Fehldosierungen zu vermeiden.
Sollte das Serviceheft nicht mehr auffindbar sein, gibt es eine Kopie dieses Aufklebers direkt im Fahrzeug. Bei fast allen Modellen des Volkswagen-Konzerns klebt der Zettel im Kofferraum:
Hinweis: Bei neueren Modellen ab Baujahr 2022 verzichten einige Hersteller wie Seat oder Skoda zunehmend auf den gedruckten Fahrzeugdatenträger im Auto. In diesen Fällen musst du auf die digitale Diagnose oder die Händlerabfrage ausweichen.
Jedes Auto besitzt eine einzigartige 17-stellige Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN), auch bekannt als Fahrgestellnummer (VIN). Diese Nummer ist in der Windschutzscheibe, am Türrahmen und im Fahrzeugschein hinterlegt.
Wenn das Getriebe in der Vergangenheit bereits gegen ein Austauschgetriebe gewechselt wurde, stimmen die Daten auf dem Aufkleber im Kofferraum nicht mehr. Die einzig sichere Methode ist dann das direkte Ablesen am Bauteil:
Viele Autobesitzer vermuten den Getriebecode fälschlicherweise in den offiziellen Fahrzeugpapieren. Das ist jedoch ein Irrglaube.
Mit dieser Nummer kann eine Werkstatt das Fahrzeug zu 99,8 Prozent exakt identifizieren und den Getriebetyp ermitteln. Die Herstellerschlüsselnummer (HSN, Feld 2.1) und Typschlüsselnummer (TSN, Feld 2.2) reichen für die genaue Getriebebestimmung nicht aus, da ein Modell mit identischem Motor oft mit verschiedenen Getrieben ausgeliefert wurde.
Die großen Automobilkonzerne nutzen unterschiedliche Systeme und Zulieferer für ihre Getriebetechnik.
Volkswagen nutzt ein sehr transparentes System von Getriebefamilien. Die Codes beginnen meist mit „MQ“ für manuelle Quergetriebe oder „DQ“ für Doppelkupplungsgetriebe (DSG) im Querbau:
BMW setzt bei Fahrzeugen mit Hinterradantrieb seit Jahren auf Wandlerautomatikgetriebe des deutschen Herstellers ZF Friedrichshafen. Die 8-Gang-Automatik der Baureihe ZF 8HP gilt in der Fachpresse als eines der besten Automatikgetriebe weltweit.
Toyota verwendet ein eigenes Codierungssystem mit U-Codes für Automatikgetriebe (z. B. U660E) und C-Codes für Schaltgetriebe (z. B. C50).
Je nach Bauart unterscheidet sich das Fahrgefühl und der Wartungsaufwand eines Autos erheblich.
Das mechanisch einfachste System. Der Fahrer trennt den Kraftfluss über das Kupplungspedal und wählt den Gang per Schalthebel. Die Vorteile liegen im geringen Gewicht, dem hohen Wirkungsgrad und den niedrigen Reparaturkosten (meist nur Kupplungsverschleiß). Allerdings sinkt der Marktanteil von Handschaltern stetig. Die Experten des ADAC bestätigen, dass Hersteller immer weniger Neuwagen mit manueller Schaltung anbieten.
Dieses System nutzt einen hydrodynamischen Drehmomentwandler statt einer mechanischen Kupplung zum Anfahren. Planetenradsätze übernehmen den Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung. Die Wandlerautomatik bietet exzellenten Komfort beim Anfahren, Rangieren und im Anhängerbetrieb. Moderne Varianten mit bis zu 10 Gängen arbeiten äußerst effizient.
Ein Doppelkupplungsgetriebe besteht aus zwei Teilgetrieben. Während ein Teilgetriebe den aktuellen Gang überträgt, ist im zweiten Teilgetriebe der nächste Gang bereits eingelegt. Beim Schalten öffnet die eine Kupplung, während die andere schließt. Der Gangwechsel erfolgt in Millisekunden. Nachteile sind ein leicht ruckeliges Anfahrverhalten (besonders beim DQ200) und hohe Reparaturkosten bei Defekten der Steuerung (Mechatronik).
CVT-Getriebe verändern die Übersetzung kontinuierlich über verstellbare Kegelscheibenpaare und ein Stahlband. Es gibt keine festen Schaltstufen, wodurch der Motor stets im optimalen Drehzahlbereich arbeiten kann. Toyota kombiniert dieses Prinzip im eCVT elektronisch gesteuert über Planetengetriebe mit Elektromotoren.
Technisch handelt es sich um ein normales Schaltgetriebe, bei dem Elektromotoren das Kuppeln und Schalten übernehmen. Bekannt sind diese Systeme unter Namen wie Easytronic (Opel) oder Durashift (Ford). Wegen langer Schaltpausen und starkem Zugkraftverlust (Nickeffekt) gelten sie heute als veraltet und werden in Neuwagen kaum noch verbaut.
Die Wahl des Getriebes beeinflusst die langfristigen Betriebskosten deines Fahrzeugs erheblich. Laut ADAC-Fahrzeugtechnik-Experten ist der historische Verbrauchsnachteil der Automatik von früher heute fast vollständig verschwunden. Moderne Automatikgetriebe mit acht oder mehr Fahrstufen schalten so effizient, dass sie im Alltag oft sparsamer arbeiten als ein manuell geschaltetes Fahrzeug.
Wer die laufenden Ausgaben im Blick behalten möchte, sollte vor dem Autokauf einen Kostenvergleich für den Unterhalt durchführen. Neben der Getriebeart spielen hier auch Versicherungsklassen und die Kfz-Steuer eine Rolle. Ein manueller Benziner kann sich bei den Anschaffungs- und Reparaturkosten lohnen, während ein moderner Automatik-Diesel auf Langstrecken komfortabler ist. Um den Kraftstoffbedarf deines Wunschmodells abzuschätzen, hilft es zudem, den genauen Spritverbrauch pro Kilometer zu berechnen.
Hinweis: Ein regelmäßiger Getriebeölwechsel ist bei fast allen Automatikgetrieben (Wandler und Nass-DSG) entgegen der „Lifetime-Füllung“ der Hersteller alle 60.000 bis 100.000 Kilometer dringend ratsam. Dies beugt harten Schaltvorgängen und vorzeitigem Verschleiß der Steuerung vor.
Beim VW Golf 5 befindet sich der Getriebekennbuchstabe auf dem Fahrzeugdatenträger-Aufkleber im Kofferraum. Dieser klebt unter der Teppichabdeckung direkt neben der Reserveradmulde. Ist der Aufkleber beschädigt oder entfernt, kann der Code seitlich an der Getriebeglocke abgelesen oder über die FIN beim VW-Partner abgefragt werden. Bei den manuellen 6-Gang-Modellen des Golf 5 is meist die Getriebefamilie MQ350 verbaut.
Nein, auch die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) enthält keine direkte Angabe zum Getriebecode oder zur Getriebeart. Wie der Fahrzeugschein dokumentiert der Brief lediglich die Fahrgestellnummer. Eine Identifikation des Getriebes ist über diese Dokumente nur über eine Systemabfrage beim Fahrzeughersteller möglich.
Die Buchstaben auf der Schaltkulisse stehen für verschiedene Fahrprogramme:
Die einfachste Unterscheidung im VW-Konzern erfolgt über die Anzahl der Gänge und das Drehmoment des Motors. Das 7-Gang-DSG (Baureihe DQ200) arbeitet mit trockenen Kupplungen und wird bei Motoren bis 1,8 Liter Hubraum und maximal 250 Nm Drehmoment eingesetzt. Alle 6-Gang-DSGs (DQ250) sowie die größeren 7-Gang-DSGs (DQ381 und DQ500) besitzen nasse Kupplungen, die in einem Ölbad laufen. Diese verkraften höhere Drehmomente und erfordern regelmäßige Wartungsintervalle.
Lesen Sie unseren ausführlichen Testbericht zu diesen Modellen auf unserer Website.