Schnelle Antwort: Es gibt beim Auto sieben relevante Hauptantriebsarten: Benziner, Diesel, Mild-Hybrid (MHEV), Voll-Hybrid (HEV), Plug-in-Hybrid (PHEV), Batterie-Elektro (BEV) und…
Schnelle Antwort: Es gibt beim Auto sieben relevante Hauptantriebsarten: Benziner, Diesel, Mild-Hybrid (MHEV), Voll-Hybrid (HEV), Plug-in-Hybrid (PHEV), Batterie-Elektro (BEV) und die Wasserstoff-Brennstoffzelle (FCEV). Ergänzen lassen sich diese durch Gasantriebe wie LPG und CNG sowie alternative Kraftstoffe wie HVO100 und E-Fuels. Die passende Antriebsart richtet sich primär nach dem persönlichen Fahrprofil, den Lademöglichkeiten vor Ort und der jährlichen Kilometerleistung.
Wichtige Punkte:
Ein Fahrzeug-Antrieb bezeichnet im technischen Sinne das Zusammenwirken der Energiequelle mit dem gesamten Antriebsstrang, um die erzeugte Kraft an die Räder zu übertragen. Zu den Kernkomponenten dieses Systems gehören der Motor, die Kupplung, das Getriebe, die Antriebswellen, das Differenzial sowie schließlich die Räder selbst.
Historisch entwickelte sich der Automobilantrieb über mechanische Meilensteine: Beginnend with dem Viertakt-Ottomotor von Nikolaus Otto im Jahr 1876, gefolgt vom selbstzündenden Dieselmotor von Rudolf Diesels im Jahr 1893 bis hin zu frühen Hybridkonzepten um die Jahrhundertwende. Heutzutage arbeiten moderne Antriebe eng mit elektronischen Assistenzsystemen zusammen, wie sie auch im Ratgeber Welche Assistenzsysteme gibt es im Auto beschrieben sind.
In der Praxis müssen Autokäufer begrifflich klar zwischen der Antriebsart (der primären Energiequelle) und der Konfiguration des Antriebsstrangs (der Art der Kraftübertragung auf die Straße) unterscheiden.
Auf dem aktuellen Pkw-Markt haben sich sieben unterschiedliche Konzepte etabliert, die sich in ihrer Funktionsweise, ihren Kraftstoffen und ihren Einsatzbereichen deutlich voneinander unterscheiden.
Der klassische Ottomotor arbeitet mit Benzin (Super E10, Super E5 or Super Plus) und basiert auf dem Prinzip der Fremdzündung. Ein zündfähiges Kraftstoff-Luft-Gemisch wird im Zylinder komprimiert und durch eine Zündkerze kontrolliert entflammt. Der thermische Wirkungsgrad eines modernen Benziners liegt bei etwa 30 Prozent. Ottomotoren punkten durch günstigere Anschaffungskosten und ein schnelles Aufwärmverhalten auf Kurzstrecken, verbrauchen jedoch im Schnitt mehr Kraftstoff als vergleichbare Dieselmotoren.
Der Dieselmotor ist ein Selbstzünder, der mit Dieselkraftstoff betrieben wird. Die Luft wird im Zylinder so stark komprimiert, dass sich der eingespritzte Kraftstoff durch die enorme Hitze von selbst entzündet. Dank einer höheren Verdichtung erreicht der Diesel einen Wirkungsgrad von rund 40 Prozent. Er verbraucht auf Langstrecken spürbar weniger Kraftstoff und bietet ein hohes Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich. Zur Schadstoffreduktion benötigt er jedoch aufwendige Abgasreinigungssysteme mit Harnstoffeinspritzung (AdBlue) und Partikelfilter.
Ein Mild-Hybrid (Mild Hybrid Electric Vehicle) kombiniert einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem kleinen Elektromotor, der meist über ein 48-Volt-Bordnetz versorgt wird. Der Elektromotor fungiert als Riemenstartergenerator. Er unterstützt den Verbrenner beim Anfahren (Boosten), gewinnt beim Bremsen Energie zurück (Rekuperation) und ermöglicht das Abschalten des Motors im Segelbetrieb. Ein MHEV kann jedoch nicht rein elektrisch fahren. Die Kraftstoffersparnis liegt je nach Fahrprofil bei etwa 5 bis 10 Prozent.
Der Voll-Hybrid (Hybrid Electric Vehicle) verfügt über einen leistungsstärkeren Elektromotor und eine größere Batterie als der Mild-Hybrid. Dieses System erlaubt es dem Fahrzeug, kurze Strecken bei niedrigen Geschwindigkeiten (meist bis etwa 50 oder 60 km/h) rein elektrisch zurückzulegen. Die Batterie wird ausschließlich während der Fahrt durch den Verbrennungsmotor sowie durch Rekuperation geladen. Ein externes Laden über ein Kabel ist nicht möglich. Viele namhafte Modelle nutzen diese Technologie, um im Stadtverkehr 15 bis 30 Prozent Kraftstoff einzusparen. Mehr dazu zeigt der Überblick Welche Autos haben Hybrid.
Der Plug-in-Hybrid (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) schließt die Lücke zum reinen Elektroauto. Er besitzt eine Batterie mit einer Kapazität von meist 10 bis 25 kWh, die extern über eine Steckdose, eine Wallbox oder eine öffentliche Ladesäule geladen werden kann. Damit sind rein elektrische Reichweiten von typischerweise 50 bis über 100 Kilometern möglich. Ist die Batterie leer, übernimmt der Verbrennungsmotor den Vortrieb. PHEVs eignen sich für Fahrer, die tägliche Pendelstrecken elektrisch zurücklegen können, aber für Langstrecken auf die Reichweite des Verbrenners angewiesen sind.
Das reine Elektroauto (Battery Electric Vehicle) verzichtet vollständig auf einen Verbrennungsmotor. Die Energie für den Antrieb wird in einer großen Lithium-Ionen-Batterie (meist zwischen 40 und 120 kWh) gespeichert und an einen oder mehrere Elektromotoren abgegeben. BEVs zeichnen sich durch lokale Emissionsfreiheit, einen extrem hohen Wirkungsgrad von über 70 Prozent und ein maximales Drehmoment ab dem ersten Meter aus. Geladen wird mit Wechselstrom (AC) oder an Schnellladestationen mit Gleichstrom (DC). Welche Modelle besonders langstreckentauglich sind, zeigt die Übersicht Welche E-Autos haben die größte Reichweite 2026.
Ein Brennstoffzellenfahrzeug (Fuel Cell Electric Vehicle) ist im Grunde ein Elektroauto, das seinen Strom direkt an Bord erzeugt. Im Brennstoffzellenstack reagiert getankter Wasserstoff (gespeichert in Drucktanks bei 700 bar) mit dem Sauerstoff aus der Luft. Bei dieser kalten Verbrennung entstehen elektrischer Strom und als einziges Abfallprodukt reiner Wasserdampf. FCEVs lassen sich in 3 bis 5 Minuten vollbetanken und bieten Reichweiten von 500 bis 750 Kilometern. Aufgrund des sehr dünnen Tankstellennetzes und des hohen Energieaufwands bei der Wasserstoffherstellung bleibt diese Antriebsart im Pkw-Bereich vorerst eine Nische.
Bei der Wahl der passenden Antriebsart spielen ökologische Kriterien eine immer wichtigere Rolle. Für eine ehrliche Bewertung darf jedoch nicht nur der Auspuff betrachtet werden. Eine ganzheitliche Lebenszyklusanalyse (LCA) erfasst die Emissionen von der Rohstoffgewinnung über die Produktion des Fahrzeugs und der Batterie bis hin zum Betrieb und dem späteren Recycling.
Karsten Schulze, ADAC Technikpräsident, erklärt zur Ökobilanz: „Die Lebenszyklusanalyse zeigt deutlich, dass das Elektroauto bereits beim heutigen Strommix in Deutschland den geringsten CO2-Rucksack trägt und mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien seinen Vorsprung weiter ausbaut.“
Die folgende Tabelle vergleicht die wichtigsten technischen Parameter und die durchschnittlichen Lebenszyklus-CO2-Emissionen in der Kompaktklasse bei einer angenommenen Gesamtlaufleistung von 150.000 Kilometern. Die Daten basieren auf den Veröffentlichungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) und den wissenschaftlichen Analysen von Joanneum Research und dem ADAC.
Die Daten zeigen, dass das reine Elektroauto über die gesamte Lebensdauer den geringsten CO2-Fußabdruck hinterlässt. Die CO2-Amortisation gegenüber klassischen Verbrennern tritt beim Laden mit dem normalen deutschen Strommix nach etwa 45.000 bis 60.000 Kilometern ein. Wird das Fahrzeug konsequent mit reinem Ökostrom geladen, reduziert sich dieser Wert auf rund 25.000 bis 30.000 Kilometer.
Neben den Anschaffungskosten entscheiden vor allem die laufenden Betriebskosten über die Wirtschaftlichkeit eines Fahrzeugs. Die reinen Kraftstoff- und Energiekosten pro 100 Kilometer lassen sich anhand standardisierter Verbrauchswerte und der aktuellen ADAC-Durchschnittspreise für das Jahr 2026 berechnen.
Für die Kostenkalkulation gelten folgende ADAC-Preisdaten: Superbenzin Super E10 kostet 1,67 Euro pro Liter, Diesel liegt bei 1,91 Euro pro Liter, Strom schlägt im Haushaltsstromtarif mit 0,44 Euro pro Kilowattstunde zu Buche und Wasserstoff kostet an der Zapfsäule 12,85 Euro pro Kilogramm. Für Gasantriebe gilt ein Preis von 1,43 Euro pro Kilogramm Erdgas (CNG).
Zu den reinen Kraftstoffkosten müssen zusätzliche Betriebskosten addiert werden. Bei modernen Dieselfahrzeugen fallen regelmäßige Kosten für AdBlue an. Elektroautos profitieren dagegen von extrem niedrigen Wartungskosten, da Bauteile wie Zündkerzen, Ölfilter, Zahnriemen und Abgasanlagen komplett entfallen. Zudem schont die Rekuperation die Bremsbeläge, was deren Wechselintervalle deutlich verlängert.
Umgangssprachlich werden die Begriffe Antriebsart und Antriebsstrang oft verwechselt. Während die Antriebsart die Art der Energiequelle definiert, bestimmt der Antriebsstrang, wie diese mechanische Kraft auf die Straße übertragen wird. Hierbei haben sich drei Konzepte durchgesetzt:
Bei modernen batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) führt die Platzersparnis des Elektromotors dazu, dass viele Hersteller serienmäßig auf Heckantrieb setzen. Leistungsstärkere Elektro-Modelle nutzen oft zwei Elektromotoren (einen pro Achse) und realisieren so einen hocheffizienten, elektronisch geregelten Allradantrieb ohne mechanische Verbindungswelle.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Europäischen Union fordern eine kontinuierliche Reduktion der Flottenemissionen. Ein zentraler Baustein ist die Einführung der neuen Abgasnorm Euro 7.
Nach dem aktuellen ADAC-Zeitplan gilt die Euro-7-Norm ab dem 29. November 2026 für die Typgenehmigung neuer Pkw-Modelle. Ab dem 29. November 2027 wird sie für alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU verpflichtend. Euro 7 verschärft nicht nur die Grenzwerte für gasförmige Schadstoffe, sondern reguliert erstmals auch den Brems- und Reifenabrieb, was künftig auch reine Elektrofahrzeuge betrifft.
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) betont, dass alternative Kraftstoffe wie HVO100 oder E-Fuels zwar einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Bestandsflotte leisten können, die Neuzulassungen jedoch langfristig vom batterieelektrischen Antrieb dominiert werden.
Synthetische Kraftstoffe (E-Fuels), die mithilfe von grünem Strom aus Wasser und CO2 hergestellt werden, ermöglichen den Betrieb klassischer Verbrennungsmotoren ohne fossile Energieträger. Die EU sieht für E-Fuels eine Ausnahmeregelung beim geplanten Verbrenner-Aus im Jahr 2035 vor. Eine sofort verfügbare Alternative ist der paraffinische Dieselkraftstoff HVO100, der seit Mai 2024 in Deutschland flächendeckend an Tankstellen verkauft werden darf und die CO2-Emissionen von Dieselmotoren um bis zu 90 Prozent senkt.
Die Wahl des optimalen Antriebs sollte sich stets an den eigenen Nutzungsgewohnheiten und Rahmenbedingungen orientieren. Die folgende Entscheidungsmatrix bietet eine Orientierungshilfe:
Analyse: Die Anschaffungskosten eines Elektroautos liegen oft noch über denen eines vergleichbaren Verbrenners. Durch niedrigere Betriebskosten und geringere Wartungsaufwände amortisiert sich das BEV jedoch meist nach wenigen Jahren. Hinweis: Ab dem Jahr 2026 entfällt die staatliche Förderung für Elektrofahrzeuge in Deutschland vollständig. Die Befreiung von der Kfz-Steuer gilt jedoch für reine Elektrofahrzeuge weiterhin bis zum 31. Dezember 2030.
Für Interessenten alternativer Antriebstechnologien lohnt sich ein Blick auf die Aktuelles-Kategorie, in der regelmäßig neue Testberichte und Marktübersichten veröffentlicht werden.
Die verlässlichste Auskunft gibt die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein). Im Feld P.3 ist die genaue Kraftstoffart oder Energiequelle eingetragen. Alternativ lässt sich die Antriebsart über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) beim Hersteller abfragen. Bei Hybridfahrzeugen gibt meist auch die Energieflussanzeige im Kombiinstrument Aufschluss über die genaue Systemkonfiguration.
Der wichtigste Hinweis befindet sich auf der Innenseite der Tankklappe. Dort sind die genormten Bezeichnungen angebracht: Ein Kreis mit Bezeichnungen wie E5, E10 oder Super steht für Benzin. Ein Quadrat mit Kennzeichnungen wie B7, B10 oder HVO100 weist auf Dieselkraftstoff hin. Zudem weisen Dieselfahrzeuge mit moderner Abgasreinigung einen zusätzlichen, blauen Einfüllstutzen für AdBlue auf.
Moderne Traktionsbatterien in Elektrofahrzeugen sind für eine lange Lebensdauer ausgelegt. Die meisten Hersteller gewähren eine Garantie von 8 Jahren oder 160.000 Kilometern auf eine Restkapazität von mindestens 70 Prozent (State of Health). In der Praxis halten Akkus dank eines hochentwickelten Thermo-Managements oft deutlich länger und überstehen problemlos 200.000 bis 300.000 Kilometer mit minimalem Kapazitätsverlust.
Das reine Batterie-Elektroauto (BEV) weist die mit Abstand geringsten Wartungskosten auf. Da bauartbedingt kein Motoröl, keine Zündkerzen, keine Kupplung, kein Zahnriemen und kein Auspuff verbaut sind, reduziert sich der Serviceaufwand im Vergleich zum Verbrennungsmotor um etwa 30 bis 40 Prozent. Voll-Hybride schneiden ebenfalls gut ab, während Plug-in-Hybride durch das Vorhandensein zweier kompletter Antriebssysteme den höchsten Wartungsaufwand aufweisen können.
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