Aktuelles

Was ist BlueEFFICIENCY bei Mercedes? Bedeutung, Technik & Modelle erklärt

BlueEFFICIENCY bei Mercedes einfach erklärt: Bedeutung des Begriffs, welche Technik dahintersteckt, wie viel Sprit es spart, seit wann es das gibt und ob es ein Motorcode ist.

Was ist BlueEFFICIENCY bei Mercedes? Bedeutung, Technik & Modelle erklärt
7 Min. Lesezeit
Faktengeprüft
Was ist BlueEFFICIENCY bei Mercedes? Bedeutung, Technik & Modelle erklärt

Wer wissen möchte, was ist Blue Efficiency Mercedes und welche Bedeutung dahintersteckt, findet die Antwort in einem herstellereigenen Maßnahmenpaket zur Senkung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. Es ist kein einzelnes Bauteil und kein Motorcode, sondern eine Kombination aus optimierter Aerodynamik, Gewichtseinsparungen, rollwiderstandsarmen Reifen und effizienzsteigernden Motorentechnologien wie der ECO Start-Stopp-Funktion. Damit senkt Mercedes-Benz den Verbrauch um bis zu 12,1 % bei unveränderter Motorleistung.

Wichtigste Erkenntnisse:

Anzeige
  • BlueEFFICIENCY ist ein technologisches Gesamtkonzept aus Mechanik, Elektronik und Aerodynamik.
  • Das Label ist kein Motorcode wie CDI oder CGI, sondern eine Zusatzbezeichnung für effizienzoptimierte Fahrzeugmodelle.
  • Die Einführung erfolgte Mitte 2008 mit den ersten Serienmodellen der C-Klasse (W204).
  • BlueEFFICIENCY optimiert die Verbrauchs- und Abgaswerte von Benzin- und Dieselmotoren, während BlueTEC speziell für die Diesel-Abgasnachbehandlung zuständig ist.

Was bedeutet BlueEFFICIENCY bei Mercedes-Benz?

Die Modellbezeichnung BlueEFFICIENCY steht bei Mercedes-Benz für ein gezieltes Bündel von technischen Maßnahmen, die den Kraftstoffverbrauch sowie die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs spürbar reduzieren. Es handelt sich hierbei nicht um eine einzelne Erfindung oder ein bestimmtes Motorbauteil, sondern um die Kombination zahlreicher Feineinstellungen an Karosserie, Motor, Getriebe und Fahrwerk.

Nach Angaben im BlueEFFICIENCY-Lexikon von Kunzmann fasst Mercedes-Benz unter diesem Begriff eine Vielzahl konstruktiver Detaillösungen zusammen. Das Grundprinzip besteht darin, Energieverluste im gesamten Fahrzeug zu minimieren. So werden mechanische Reibungen gesenkt, der Luftwiderstand reduziert und das Energiemanagement der Nebenaggregate optimiert. Das Label erfüllt in der Produktpalette von Mercedes-Benz eine ähnliche Funktion wie beispielsweise BlueMotion bei Volkswagen oder EfficientDynamics bei BMW.

Was heißt „blaue Effizienz“ wörtlich?

Der Begriff BlueEFFICIENCY ist ein englischsprachiges Kunstwort. Es setzt sich aus dem Wort „Blue“ (Blau) als Markenfarbe für saubere Umwelttechnologien und „Efficiency“ (Effizienz) zusammen. Wörtlich übersetzt bedeutet die Kombination „blaue Effizienz“.

In der Praxis existieren verschiedene Schreibweisen. Die korrekte Bezeichnung des Herstellers lautet „BlueEFFICIENCY“ in einem Wort mit großgeschriebenen Buchstaben für den zweiten Wortteil. Häufig gesuchte Varianten wie „blue effizienz“, „blue efficiency“ oder „blue efficieny“ bezeichnen exakt dasselbe Maßnahmenpaket.

Anzeige

Analytische Einordnung: Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz nutzen die Farbe Blau seit der Einführung dieser Produktlinie als Symbol für umweltrelevante Innovationen, um verbrauchsoptimierte Modelle im Portfolio klar von Standardausführungen abzugrenzen.

Welche Technik steckt hinter BlueEFFICIENCY?

Um die Verbrauchsziele ohne Leistungseinbußen zu erreichen, stimmen die Ingenieure mehrere Baugruppen des Fahrzeugs aufeinander ab. Welcher Umfang verbaut ist, hängt vom konkreten Modell, der Motorisierung und dem Baujahr ab.

Unter der Motorhaube eines Mercedes-Benz mit BlueEFFICIENCY-Technologie und Leichtbauteilen

Zu den zentralen technischen Komponenten und Optimierungen gehören:

  1. Verbesserte Aerodynamik: Glatt verkleidete Unterböden, optimierte Außenspiegelgehäuse und eine verkleinerte Karosserieöffnung senken den Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert). Ergänzend steuert eine variable Kühlerjalousie den Luftstrom je nach Kühlbedarf des Motors.
  2. Gewichtsreduzierung (Leichtbau): Der Einsatz von hochfesten Stählen, dünnerem Windschutzscheibenglas und leichten Leichtmetallrädern verringert das Fahrzeuggewicht und somit den Energiebedarf beim Beschleunigen.
  3. Rollwiderstandsarme Reifen: Speziell entwickelte Reifenmischungen verringern den Verformungswiderstand auf der Straße, was den Kraftstoffbedarf bei hoher Fahrleistung senkt.
  4. ECO Start-Stopp-Funktion: Der Motor schaltet sich beim Halt an roten Ampeln oder im Stau automatisch ab und startet beim Betätigen der Kupplung oder des Gaspedals unverzüglich neu.
  5. Intelligentes Energiemanagement: Die Lichtmaschine lädt die Batterie bevorzugt im Schubbetrieb (Rekuperation), wenn das Fahrzeug rollt oder gebremst wird. Bei voller Beschleunigung wird der Generator abgekoppelt, um den Motor zu entlasten.
  6. Optimierte Motor- und Getriebesteuerung: Eine angepasste Einspritztechnik, eine bedarfsgerechte Kraftstoffpumpe sowie eine Schaltpunktanzeige im Cockpit unterstützen eine niedertourige und sparsame Fahrweise.

Neben aerodynamischen Optimierungen spielen digitale Dienste eine Rolle; so bieten vernetzte Systeme wie die Dienste von Mercedes me connect zusätzliche Möglichkeiten zur Effizienzüberwachung. Zur Auswertung von Fahrdaten und Verbrauchswerten unterstützt ein Mercedes me ID Benutzerkonto den Zugriff auf fahrzeugspezifische Informationen.

Wie viel Sprit spart BlueEFFICIENCY?

Die exakte Kraftstoffersparnis variiert je nach Fahrzeugklasse, Motorentyp und individuellem Fahrprofil. Nach offiziellen Herstellerangaben von Mercedes-Benz zur Einführung der Technologie konnten je nach Modell und Motorisierung (wie beim C 180 Kompressor) Verbrauchsreduzierungen von bis zu 12 % gegenüber vergleichbaren Standardausführungen erzielt werden.

Cockpit-Display eines Mercedes-Benz mit ECO-Start-Stopp-Symbol und Schaltpunktanzeige

Im alltäglichen Fahrbetrieb wirken sich die einzelnen Maßnahmen unterschiedlich aus. Während die Aerodynamik und rollwiderstandsarme Reifen vor allem auf Autobahnen und Landstraßen zur Geltung kommen, entfaltet die Start-Stopp-Automatik im städtischen Stop-and-Go-Verkehr ihren größten Nutzen.

Auch bei größeren Fahrzeugklassen lässt sich das Sparpotenzial beobachten; so werden beispielsweise die Preise für den Mercedes GLE durch moderne Effizienztechnologien und Verbrauchswerte beeinflusst.

Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Prozentwerte beziehen sich auf den Vergleich zwischen einem Serienmodell ohne Maßnahmenpaket und dem entsprechenden BlueEFFICIENCY-Modell unter vorgegebenen Prüfstandbedingungen.

Welcher Mercedes-Code steht für BlueEFFICIENCY?

Ein häufiges Missverständnis betrifft den Begriff des Motorencodes. BlueEFFICIENCY ist kein interner Motorcode und keine Triebwerkskennung. Es handelt sich um ein rein organisatorisches und vertriebliches Label für das Gesamtfahrzeug.

Echte Motorbezeichnungen bei Mercedes-Benz bezeichnen die Verbrennungstechnik des Triebwerks:

  • CDI (Commonrail Diesel Injection): Kennzeichnet Dieselmotoren mit Direkteinspritzung.
  • CGI (Stratified Charge Gasoline Injection): Kennzeichnet Benzinmotoren mit Direkteinspritzung.
  • Kompressor: Kennzeichnet aufgeladene Benzinmotoren mit mechanischem Lader.

Fahrzeuge mit diesem Ausstattungspaket tragen die Bezeichnung als Zusatz zum Modellnamen, zum Beispiel „Mercedes-Benz C 180 Kompressor BlueEFFICIENCY“ oder „E 250 CDI BlueEFFICIENCY“. Ähnlich wie andere Hersteller ihre Markenversprechen kennzeichnen – etwa bei der Bedeutung des Namens BMW – dient die Bezeichnung als sichtbares Merkmal für Umwelttechnologien.

Seit wann gibt es BlueEFFICIENCY und welche Modelle haben es?

Mercedes-Benz stellte das BlueEFFICIENCY-Konzept im Frühjahr 2008 auf dem Genfer Autosalon vor. Die Markteinführung der ersten Serienfahrzeuge erfolgte Mitte 2008. Zu den Pionieren gehörten der C 180 Kompressor BlueEFFICIENCY und der C 200 CDI BlueEFFICIENCY der Baureihe W204.

In den Folgejahren dehnte der Hersteller die Maßnahmen auf nahezu alle Fahrzeugreihen aus, darunter die A-Klasse, B-Klasse, E-Klasse, S-Klasse sowie SUV-Modelle wie den GLK. Mit dem Generationenwechsel ab Mitte der 2010er Jahre ging die Bezeichnung schrittweise in der Standardausstattung der Neufahrzeuge auf, da viele Komponenten wie Start-Stopp-Systeme zur Serienausstattung wurden.

Die Ausstattung erstreckte sich über kompakte Fahrzeuge bis hin zu größeren Reise- und Freizeitfahrzeugen; auch beim Vergleich der Kosten eines Mercedes Marco Polo zeigt sich der Einfluss von Effizienzpaketen auf die Gesamtwirtschaftlichkeit.

BlueEFFICIENCY oder BlueTEC – was ist der Unterschied?

Obwohl beide Bezeichnungen das Wort „Blue“ tragen und Umwelttechnologien von Mercedes-Benz kennzeichnen, erfüllen sie vollkommen unterschiedliche Aufgaben im Fahrzeug.

Merkmal BlueEFFICIENCY BlueTEC
Hauptfunktion Gesamteffizienz & Spritverbrauchssenkung Abgasnachbehandlung & Stickoxid-Reduktion
Motortyp Benzin- und Dieselmotoren Dieselmotoren
Kernkomponenten Aerodynamik, Leichtbau, Start-Stopp SCR-Katalysator, AdBlue-Einspritzung
Wirkungsbereich Gesamtes Fahrzeug Abgasanlage

Während BlueEFFICIENCY darauf abzielt, den Kraftstoffbedarf durch mechanische und aerodynamische Maßnahmen zu senken, dient BlueTEC ausschließlich der Minimierung von Stickoxiden (NOx) bei Dieselmotoren mithilfe von AdBlue (Harnstoffeinspritzung).

Während Mercedes-Benz die Bezeichnung BlueEFFICIENCY als Gesamtmotor- und Aerodynamikpaket einsetzt, nutzen Mitbewerber eigene Bezeichnungen; ein bekanntes Beispiel ist das Allradsystem xDrive von BMW, das jedoch die Antriebsverteilung betrifft.

Woran erkenne ich ein BlueEFFICIENCY-Modell?

Dass ein Fahrzeug mit dem Maßnahmenpaket ausgestattet ist, lässt sich anhand mehrerer Ausstattungsmerkmale am Fahrzeug sowie in den offiziellen Dokumenten feststellen:

  • Plakette am Fahrzeug: An den vorderen Seitenteilen (Kotflügeln) hinter den Radläufen befindet sich bei vielen Baujahren ein silberner Schriftzug mit der Aufschrift „BlueEFFICIENCY“.
  • Fahrzeugpapiere: In der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und Teil II (Fahrzeugbrief) ist der Zusatz direkt in der genauen Modellbezeichnung aufgeführt.
  • Kaufunterlagen & Datenkarte: Die herstellereigene Datenkarte führt die entsprechenden Ausstattungscodes auf, die über die Fahrgestellnummer (FIN/VIN) abgefragt werden können.

Ergänzend zur physischen Plakette lassen sich Fahrzeuginformationen und Wartungsdaten auch digital einsehen, beispielsweise über die Funktionen der Mercedes me App, die den Status von Fahrzeugsystemen anzeigt.

Häufig gestellte Fragen zu BlueEFFICIENCY

Ist BlueEFFICIENCY dasselbe wie ein Hybrid?

Nein, BlueEFFICIENCY bezeichnet keinen Hybridantrieb. Ein BlueEFFICIENCY-Modell besitzt in der Regel einen reinen Verbrennungsmotor (Benzin oder Diesel) ohne elektrischen Fahrmotor. Die Einsparungen werden durch die Optimierung des konventionellen Fahrzeugs erzielt.

Braucht ein BlueEFFICIENCY-Mercedes AdBlue?

Nicht zwingend. Ob ein Fahrzeug AdBlue benötigt, hängt davon ab, ob es zusätzlich mit der BlueTEC-Technologie ausgestattet ist. Ein Benzinmodell mit BlueEFFICIENCY benötigt grundsätzlich kein AdBlue. Auch ältere Dieselmodelle mit BlueEFFICIENCY kommen ohne AdBlue aus, sofern sie keinen SCR-Katalysator besitzen.

Ist BlueEFFICIENCY ein Nachteil beim Gebrauchtwagenkauf?

Nein. Die verbauten Komponenten wie rollwiderstandsarme Reifen, Unterbodenverkleidungen oder aerodynamische Anpassungen stellen im Gebrauchtwagenalltag keinen Nachteil dar. Gebrauchtwagenkäufer profitieren bei diesen Modellen von einem geringeren Regelverbrauch.

Anzeige
Was ist BlueEFFICIENCY bei Mercedes? Bedeutung, Technik & Modelle erklärt

Chien Nguyen Van

Redakteur

Ich bin Senior Automotive Analyst bei KFZPick. Mit langjähriger Branchenerfahrung biete ich fundierte Fahrzeugbewertungen, detaillierte Tests und objektive Analysen, um Leser bei fundierten Entscheidungen im Automobilbereich zu unterstützen.

Alle Artikel von Chien Nguyen Van ansehen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert